Hauberg 2, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Schießsport-WM Kairo: 300m-Schützen nutzen Chance nicht

Nach Beendigung der olympischen Disziplinen bei der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo (7.-17. November) starteten am 15. November die nicht-olympischen Wettkämpfe, die von deutschen Athleten besetzt sind. Zunächst griffen die 300m-Schützen in das Geschehen mit ihrem Dreistellungskampf ein. Lisa Grub als Sechste und Max Ohlenburger als Achter hatten dabei durchaus Medaillenchancen.

Schießsport-WM Kairo: Doreen Vennekamp im Interview

2023 war Doreen Vennekamp ganz oben: Weltmeisterin in Baku/AZE, Weltranglisten-1. und am Ende des Jahres wurde sie zur Welt-Sportschützin des Jahres gewählt. Bei der WM in Kairo/EGY (7. bis 17. November) konnte sie an diese Leistung nicht anknüpfen und zeigt sich im Interview selbstkritisch, analytisch und angriffslustig.

Schießsport-WM Kairo: Sportpistolen-Trio verabschiedet sich mit Anstand

Die olympischen Disziplinen bei der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo/EGY (7. bis 17. November) sind beendet. Die Sportpistolen-Frauen waren als letztes an der Reihe, und das deutsche Trio Doreen Vennekamp, Michelle Skeries und Svenja Berge verabschiedete sich mit Anstand von der WM. Mit besseren Leistungen als am Vortag verbesserten sich alle im Ranking und wurden 22. (Vennekamp), 35. (Skeries) und 73. (Berge). Im Team machte das Rang zehn.

Schießsport-WM Kairo: Enttäuschung für Sportpistolen-Frauen

Die letzte Entscheidung in einer olympischen Disziplin bei der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo (7.-17. November) sollte dem deutschen Team eigentlich nochmals einen Erfolg und Rückenwind für das nächste Jahr geben, doch der Start des deutschen Sportpistolen-Trios verlief nicht wie erhofft. Sowohl Doreen Vennekamp als auch Michelle Skeries und Svenja Berge fehlten einige Ringe im Präzisions-Teil, um mit großen Aussichten auf einen Finalplatz in den Duell-Teil an den Start zu gehen.

Bundesliga Luftpistole: Spannung unten im Norden und oben im Süden

Das vierte Wettkampfwochenende in der Bundesliga Luftpistole läutet die zweite Hälfte der Vorrunde ein und besteht – wie immer – aus nur einem Match pro Team. Die Nord-Bundesligisten kommen in Schleswig und Berlin zusammen, die Süd-Bundesligisten kämpfen in Waldkirch und Kirchheim/Teck um Ringe und Punkte.

Kids Games der DSJ: Bewegung, Spaß und Begeisterung für den Schießsport

Die Kids Games der Deutschen SchützenJugend waren auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Mit einem vielseitigen Angebot aus Lichtschießen (Auflage, ohne Schießbekleidung), Bogenschießen und vier allgemein-sportlichen Stationen wurde ein attraktives Bewegungsprogramm geschaffen, das Kinder spielerisch an den Schießsport heranführt und ihre motorischen Fähigkeiten stärkt.

DM Sportschießen München: Neuer Zeitplan mit weiteren Highlights in der Finalhalle

Die Deutsche Meisterschaft im Sportschießen auf der Olympiaschießanlage in Garching-Hochbrück ist stets einer der absoluten Höhepunkte im Kalender des Deutschen Schützenbundes. Dies trifft auch auf die Auflage 2026 (20. bis 30. August) zu, zumal es im Zeitplan einige wichtige Änderungen gab.

Schießsport-WM Kairo: Keine Finalteilnahme für Gewehr-Frauen

Die letzte Entscheidung in einer olympischen Gewehrdisziplin bei der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo (7.-17. November) brachte dem deutschen Team nicht den erhofften Erfolg: Bei nicht einfachen Windbedingungen im Kleinkaliber-Dreistellungskampf landete Anna Janßen mit 585 Ringen auf Rang 23, Nele Stark auf Platz 32 und Lea Ruppel auf 55.

Schießsport-WM Kairo: Erster WM-Tag ohne deutsche Medaille

Am vierten Tag der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo (7.-17. November) blieb das deutsche Team erstmals medaillenlos. Sowohl im Luftpistolen Mixed als auch im Kleinkaliber-Dreistellungskampf der Männer blieb den deutschen Athleten bei der Final- und Medaillenvergabe nur die Zuschauerrolle.

DSB: Gesamtvorstandssitzung: Von der Realität bis in die ferne Zukunft

Auf der Gesamtvorstandssitzung am 8. November in Wiesbaden drehten sich viele Themen um die Gegenwart und nähere Zukunft: Waffenrecht & Blei, die Sportsoftware sowie den Sport generell. Es wurde aber auch über die ferne Zukunft gesprochen: Olympische Spiele in Deutschland, die der Deutsche Schützenbund unterstützt.

Nächster Mitgliederrekord im deutschen Sport

Deutschlands Sportvereine zählen mehr Mitgliedschaften als jemals zuvor seit Beginn der Bestandserhebung 1954. Das geht aus der neuesten Statistik des DOSB hervor (Stichtag: 1. Januar 2025).

So können die rund 86.000 Sportvereine im Land derzeit rund 29,3 Millionen Mitgliedschaften aufweisen. Das sind mehr als eine halbe Million Mitgliedschaften (+2,18 %) mehr als im Vorjahr. Damit bleibt der organisierte Sport unter dem Dach des DOSB die größte Bürgerbewegung des Landes und bricht zugleich seinen eigenen, gerade erst aufgestellten Mitgliederrekord aus dem vergangenen Jahr.

DOSB-Präsident Thomas Weikert: „Dieser erneute Rekord ist ein echter Aufschwung für den Sport und für unsere ganze Gesellschaft. Sport im Verein steigert die Gesundheit, steht für Respekt und Fairplay und sorgt für echten gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dass Sportvereine so beliebt sind wie nie, ist eine gute Botschaft für unser Land. Wenn wir, und damit meine ich ausdrücklich auch die Politik, mehr in den Sport investieren würden, könnten wir das Potenzial der Vereine für unsere Gesellschaft noch viel besser nutzen.“

„In Summe ist das Ganze eine echte Katastrophe für uns“

Gefreut hat er sich schon, als er die Zahlen der neuen DOSB-Bestandserhebung gehört hat. „Es ist schön, dass immer mehr Menschen aktiv in Vereinen Sport treiben wollen. Dafür machen meine vielen Tausend Kolleginnen und Kollegen und ich ja unsere Arbeit“, sagt Sven Schlüter. Ungetrübt jedoch ist die Freude des 51-Jährigen, der als 1. Vorsitzender des Fußballclubs Fortuna Schlangen aus dem Landkreis Lippe in Nordrhein-Westfalen für knapp 500 Mitglieder verantwortlich ist, nicht. Schließlich weiß er, dass er seinen Aktiven seit elf Monaten nicht das bieten kann, was er als „das Herzstück unseres Vereinslebens“ bezeichnet. Was er nicht weiß: Wann sich die Lage bessert. Und das zehrt nicht nur an ihm, sondern auch an vielen anderen Fortunen.

Im Januar dieses Jahres war im Vereinsheim, das Clubmitglieder vor 20 Jahren in Eigenregie aufgebaut hatten, ein kapitaler Wasserschaden entdeckt worden. Ein Gutachter, der der Versicherung das Ausmaß des Schadens bestätigen sollte, war erst Anfang März verfügbar. Dann machte dieser nur ein paar Fotos, das finale Gutachten wurde im August fertig. Es folgte das übliche Ausschreibungsverfahren, aktuell läuft die Auftragsvergabe. Wann mit den Sanierungsarbeiten begonnen wird und - noch wichtiger - wann das Clubhaus wieder den Betrieb aufnehmen kann? Unklar. „Wir versuchen uns mit Buden zu behelfen, aber das ist nicht dasselbe wie ein gemütliches Vereinsheim. Der lange Ausfall hat erheblichen Einfluss auf das gesellige Beisammensein, uns ist ein wirtschaftlicher Schaden von mindestens 10.000 Euro entstanden, der einem kleinen Verein wie unserem sehr weh tut“, sagt Sven Schlüter.

Was dazukommt: Auch die Umkleidekabinen benötigen eine dringende Auffrischung. Im Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2025 waren die entsprechenden Mittel eingestellt, aber diese mussten wegen des fehlenden Gutachtens und der daraus entstehenden finanziellen Unsicherheit zurückgehalten werden. Also funktionieren seit Monaten nur zwei der je sechs Duschen und auch nur mit kaltem Wasser, was, so Schlüter, „im Winterhalbjahr ein unhaltbarer Zustand ist.“ Der Gemeinde als Eigentümerin der Vereinsanlage macht er dabei keine Vorwürfe, „man hat uns nach dem Entdecken des Wasserschadens mit Trocknungsmaschinen und beim Herausräumen des Mobiliars unterstützt, und zumindest sind ja jetzt Planer mit der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen beauftragt. Aber dass man einen Sportverein so lange mit einem Gutachten hängen lässt und ihn damit in noch größere Nöte bringt, dafür habe ich kein Verständnis“, sagt der Vorsitzende.

Anna-Laethisia Schimek: Zwei Karrieren für das „zweite Leben"

Einige der Narben, die den Tag markieren, an dem sich ihr Leben in das Davor und das Danach teilt, sieht man nicht. Sie trägt sie in sich, auf der Brustaorta und der Lunge. Aber all das, was sie bewirkt haben, wird Anna-Laethisia Schimek mit sich und nach außen tragen, ihr Leben lang. Gerade in Zeiten wie den vergangenen Wochen, in denen es das Schicksal wieder einmal nicht so richtig gut meint mit der 32-Jährigen, hilft ihr die Beschäftigung mit der Vergangenheit. „Ich kann dann trotz Enttäuschung wertschätzen, dass ich überhaupt in der Lage bin, meine Ziele im Leistungssport zu verfolgen, denn das hätte auch ganz anders ausgehen können“, sagt sie.

Es war der 26. Oktober 2018, an dem die Team-Deutschland-Athletin auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod wanderte. Nach einer komplizierten Operation am Schlüsselbein, die zunächst einen Lungenkollaps nach sich gezogen hatte, erholte sich die beste deutsche Speedskaterin in ihrer Heimat Groß-Umstadt im Odenwald, als sich ihr Zustand zusehends verschlechterte. „Ich konnte die Symptome nicht deuten. Mir war richtig kalt, trotzdem habe ich geschwitzt wie noch nie und hatte zudem Halsschmerzen“, erinnert sie sich. Das Gefühl, bewusstlos zu werden, verstärkte sich, so dass sie ihren Bruder, der glücklicherweise im Haus war, darum bat, einen Rettungswagen zu rufen. 

Den herbeigeeilten Sanitätern gelang es nicht, den Kreislauf zu stabilisieren, weil sich kaum noch Blut in Armen und Beinen befand. Den Grund dafür entdeckten die Ärzte erst im Frankfurter Uniklinikum, in das Anna-Laethisia Schimek per Helikopter eingeliefert wurde: Ein Operationsdraht hatte sich aus der Schulter gelöst, war durch die Brustaorta gewandert, hatte diese und die Lunge perforiert. Das austretende Blut war in den Herzbeutel gelaufen und hatte den Herzmuskel derart komprimiert, dass dieser unter der Last seinen Dienst versagte. In einer Notoperation konnten die Perforationen geschlossen und das Herz-Kreislauf-System reanimiert werden.

In der Reha musste sie wieder Stehen und Laufen lernen

Nach einwöchigem Krankenhausaufenthalt und einer einmonatigen Reha, in der sich die Hessin mühsam das normale Atmen, Stehen und Laufen wieder aneignete, durfte sie sich im Frühjahr 2019 langsam an Belastung herantasten. Acht Monate nach dem schweren Unfall startete sie bei der Speedskating-EM in Pamplona (Spanien) und gewann im 500-Meter-Sprint sogar die Bronzemedaille. „Wie ich das geschafft habe, weiß ich bis heute nicht. Ich hatte einfach eine so große Lust und Zuversicht, dass ich mich durch nichts habe stoppen lassen“, sagt sie rückblickend.

Der Körper schien also geheilt, die Psyche jedoch konnte mit der Sprintgeschwindigkeit nicht mithalten. „Ich fühlte mich komplett von meinem Körper entfremdet und hatte kein Vertrauen mehr. Es kam mir vor, als hätte er mich im Stich gelassen“, sagt Anna-Laethisia Schimek. Vor dem schlimmen Rückschlag hatte sie sich stets eingeredet, dass Erschöpfung nichts sei, was in ihrem Kosmos Platz finden solle. „Ich war erbarmungslos mit meinem Körper und nur darauf fixiert, bestmögliche Leistung zu bringen und meine Grenzen immer weiter zu verschieben. Mein Selbstwertgefühl hing an Medaillen. Deshalb habe ich nach dem Unglück auch erst verstehen lernen müssen, warum ich so viel Liebe bekomme, obwohl ich nicht in der Lage war, etwas dafür zu leisten“, sagt sie.

Die Angst vor dem Alleinsein beschäftigte sie mehrere Monate

Wer heute mit Anna-Laethisia Schimek spricht, kann sich nur schwer diese verbissene, auf das gnadenlose Trimmen des eigenen Körpers ausgerichtete Athletin vorstellen, die sie gewesen zu sein meint. Im rund 75 Minuten langen Gespräch lacht sie so häufig ausgelassen wie die meisten Menschen binnen einer Woche nicht. Zu erleben ist eine Frau, die mit ihrem Leben im Reinen scheint. Der Weg dahin jedoch sei ein harter gewesen, sagt sie. „Nach der Operation am Brustbein und am Herzen bildeten sich starke Ängste aus. Natürlich vor allem davor, dass das wieder passieren und dann niemand da sein könnte, um mir zu helfen.“ Allein in einem Zimmer zu sein oder in der Abgeschiedenheit spazieren zu gehen, fiel ihr lange Zeit schwer. „Ich bin immer mit dem Handy in der Hand eingeschlafen. Der Akku meines Telefons war immer geladen, um in der Lage zu sein, einen Notruf abzusetzen.“

Zwar versuchte ihr Partner Constantin, selbst ambitionierter Mountainbiker, mit offenem Ohr und starken Armen Unterstützung zu geben. „Wir sind in dieser Zeit unglaublich zusammengewachsen, er hatte es sehr schwer mit mir und war dennoch absolut geduldig. Aber in den Nächten, in denen ich in der Reha im Einzelzimmer lag, konnte auch er nicht bei mir sein und helfen.“ Dennoch habe sie die Reha als „Crashkurs in Angstbewältigung“ wahrgenommen. „Es ist ein Lernprozess, wenn man zum Alleinsein gezwungen wird“, sagt sie.

Deutschlands Topteam hofft auf Krönung einer herausragenden Saison

Pünktlich zum Start der Gruppenspiele am kommenden Wochenende wird der Sommer Einzug halten in Adelaide. Das ist schön für die je 48 Frauen- und Männerteams, die sich bei der Beachvolleyball-WM im Bundesstaat South Australia über Temperaturen um die 25 Grad Celsius freuen dürfen, während sie um die Medaillen kämpfen. Allerdings - das machten Svenja Müller und Cinja Tillmann im Gespräch am Olympiastützpunkt im herbstlich-kalten Hamburg schnell deutlich - sind sie am vergangenen Freitag nicht ans andere Ende der Welt geflogen, um die Sonne zu genießen. „Die WM ist der Saisonhöhepunkt, da wollen wir natürlich unsere beste Leistung abrufen“, sagen die beiden Wahl-Hamburgerinnen.

Dass das gelingen kann, bewiesen Deutschlands beste Abwehrspielerin Tillmann und die zu einer durchschlagskräftigen Angreiferin gereifte Müller, mit 24 zehn Jahre jünger als ihre Teampartnerin, beim Eliteserienturnier in Kapstadt Ende Oktober. Nur einen Satz gaben sie in insgesamt sechs Spielen ab, das hochklassige Finale gewannen sie gegen die Niederländerinnen Katja Stam/Raisa Schoon mit 2:0 (21:17, 25:23). Von einer gelungenen WM-Generalprobe wollte Cinja Tillmann im Nachgang allerdings nicht sprechen. „Ich empfinde es als abwertend, wenn ein Turnier der höchsten Kategorie als Generalprobe bezeichnet wird. Um dort zu gewinnen, muss man sich gegen die Besten durchsetzen. Dass uns das gelungen ist, bewerten wir sportlich sehr hoch“, sagt sie.

Wer anfängt zu denken, ist schnell aus dem Spielfluss heraus

Die in Senden (NRW) geborene Ausnahmekönnerin, die für Eintracht Spontent aus Düsseldorf aufschlägt, war schon immer eine Athletin, die auf die Zwischentöne achtet. Sie wägt ihre Worte stets mit Vorsicht, deshalb verwundert es wenig, dass Deutschlands bestes Duo auch vor der Weltmeisterschaft nicht als Lautsprecher der Nation auffällt. „Wir fahren nie mit der klaren Zielsetzung Goldmedaille zu einem Turnier, dafür ist die Leistungsdichte in der Weltspitze viel zu hoch. Es gibt auch vor dieser WM keine Favoritinnen, es kommt auf Nuancen an, um ganz oben auf dem Podest zu stehen“, sagt Cinja Tillmann.

Svenja Müller, geboren in Dortmund und für den Hamburger Club Eimsbütteler TV spielberechtigt, war zu Beginn ihrer Zusammenarbeit mit Cinja Tillmann vor vier Jahren eine sehr schüchterne Person, die lieber andere antworten ließ, wenn sie gefragt wurde. Das hat sich zwar längst geändert, was aber nicht bedeutet, dass sie ihrer erfahreneren Kollegin in deren Einschätzung widersprechen würde. „Wir fahren gut damit, dass wir uns kleine Ziele setzen, dass wir Punkt für Punkt spielen und niemals schon an den weiteren Weg denken“, sagt sie.

„Wenn wir an der Startlinie stehen, dürfen wir keine Existenzängste haben“

Als am vergangenen Sonntagmittag im DFB-Campus in Frankfurt am Main die Athlet*innenvollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ihre Vertretung wählte, war Pia Greiten nur digital zugeschaltet. Weil die 28-Jährige vom Osnabrücker Ruder-Verein aktuell in Warendorf einen Bundeswehrlehrgang absolviert, war ihr die Teilnahme vor Ort nicht möglich. Die Vorsitzendenwahl musste deshalb am Montagnachmittag ebenfalls digital abgehalten werden. Aber nachdem Pia Greiten, die bei den Olympischen Spielen in Paris Bronze mit dem Doppelvierer gewann und in dieser Saison als einziges Mitglied des Paris-Quartetts im Skull-Paradeboot verblieben war, vom neunköpfigen Gremium als Nachfolgerin von Beachvolleyball-Ass Karla Borger (36/Stuttgart) bestätigt wurde, stand sie dem DOSB in ihrem ersten Interview in neuer Funktion Rede und Antwort.

DOSB: Pia, du hast interessante Tage hinter dir. Am Samstag bist du zur neuen Präsidentin von Athleten Deutschland gewählt worden, seit Montag bist du nun auch Vorsitzende der DOSB-Athlet*innenkommission. War das dein Ziel, und kannst du schon einschätzen, was da auf dich zukommt?

Pia Greiten: Ich bin mit der Zielsetzung in das Wochenende gegangen, mein Engagement für die Athlet*innen auszubauen. Dass ich nun beiden Gremien vorsitze, freut mich natürlich, aber ich interpretiere meine Aufgabe nicht als Einzelkämpferin. Wir sind ein starkes Team, das verschiedene wichtige Perspektiven und große Expertise einbringt. Mir ist schon klar, dass die kommenden Monate und Jahre - in beiden Gremien bin ich für vier Jahre gewählt - intensiv, spannend und arbeitsreich werden. Mit den Themenfeldern, die nun auf mich zukommen, habe ich mich schon im Vorhinein beschäftigt. Ich bin gut vorbereitet.

Woher rühren dein Faible für Engagement für andere Menschen und das Interesse für sportpolitische Themen?

Angefangen hat das in der Jugend, als ich persönliche Erfahrungen zum Thema frauenspezifisches Training gesammelt habe, die sich auf meine Gesundheit ausgewirkt haben. Damals wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich für die Allgemeinheit einzusetzen. Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, Dinge aktiv zu verändern. Was sportpolitische Themen angeht, möchte ich mir die für die neuen Ämter notwendige Tiefe in den kommenden Wochen mithilfe der Kommission und Athleten Deutschland erarbeiten. Aber dadurch, dass ich in den vergangenen Jahren schon als Mitglied des Vereins aktiv war und beispielsweise zum Thema Gleichstellung auch vor dem Sportausschuss des Bundestags sprechen durfte, habe ich mich mit Sportpolitik durchaus regelmäßig beschäftigt. Der Antrieb dahinter ist, dass ich sehe, dass Veränderungen notwendig sind, und ich dabei mithelfen möchte, diese zu erreichen.

Als oberste Lobbyistin für die Athlet*innen im deutschen Sportsystem: Welche Veränderungen sind besonders dringend notwendig?

Wir müssen ein System schaffen, das für die Athlet*innen gemacht ist, in dem es Mitspracherecht und Gestaltungsmöglichkeiten auf allen wichtigen Themenfeldern gibt. Finanzielle und materielle Absicherung ist dabei genauso ein Anliegen wie Schutz vor sexueller oder psychischer Gewalt. Unser Fokus muss darauf liegen, die Stimmen der Athlet*innen zu bündeln, um immer wieder deutlich zu machen, was wir brauchen.

Wenn du sagst, dass ein solches System geschaffen werden muss, bedeutet das, dass der Status Quo dich nicht zufriedenstellt. Was sind deine wichtigsten Kritikpunkte am bestehenden System?

Noch immer leiden Athlet*innen aus dem olympischen, nicht-olympischen, para- und deaflympischen Bereich zu häufig unter Existenzsorgen, weil sie nicht ausreichend finanzielle Mittel haben, um sich auf ihren Sport konzentrieren zu können. Das trägt nicht dazu bei, die optimale Leistungsfähigkeit abrufen zu können. Nur wenn Sicherheit da ist, ist Topleistung möglich. Im Bereich Safe Sport sind, nicht zuletzt durch die Implementierung des Safe Sport Codes im DOSB Ende vergangenen Jahres, wichtige Schritte gegangen worden. Aber auch hier braucht es noch deutlich mehr Verbindlichkeit, damit Verbände und Vereine sich dazu verpflichten, ein sicheres Umfeld für ihre Mitglieder zu schaffen. Freiwilligkeit reicht da nicht aus. Hier denke ich auch an ein starkes Zentrum für Safe Sport, das im Frühjahr kommen soll.

Eine Frage, die seit Jahren diskutiert wird, ist die, welchen Leistungssport wir in Deutschland wollen. In seinem Entwurf für ein neues Sportfördergesetz fokussiert sich das Bundeskanzleramt stark auf messbare Leistung in Form von Medaillen, während Athleten Deutschland und der DOSB auch weiche Faktoren wie mentale Gesundheit und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung von Sport einbeziehen möchten. Wo stehst du in dieser Debatte?

Der Wert des Sports lässt sich definitiv nicht nur an Medaillen ablesen. Ich finde, wir müssen deutlich stärker herausarbeiten, welche Bedeutung er für die Gesellschaft hat, Stichwort Vorbildcharakter. Ich bin überzeugt davon, dass sich zum Beispiel mentale Gesundheit und Leistungsbereitschaft nicht voneinander abgrenzen lassen, sondern gemeinsam gedacht werden müssen. Nur wenn es uns Athlet*innen ganzheitlich gut geht, werden wir die beste Leistung bringen können. Die Frage, wie wir mit Leistungsdruck umgehen, ist zum Glück in den Vordergrund gerückt. Aber da gibt es noch vieles zu optimieren.

Schießsport-WM Kairo: Reitz wird Fünfter und führt Team zu Bronze

Christian Reitz hat das deutsche Team am dritten Tag der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo (7.-17. November) zur vierten Medaille geführt. Im Einzel mit der Luftpistole wurde der Regensburger starker Fünfter, im Team errang er an der Seite von Robin Walter und Paul Fröhlich zu Bronze. Zuvor hatte es WM-Gold für Luftgewehrschütze Maximilian Dallinger, WM-Gold für das Schnellfeuerpistolen-Team und WM-Silber für das Männerteam mit dem Luftgewehr gegeben.

„Ohne funktionstüchtige Sportanlagen ist alles nichts“

DOSB: Benjamin, Sportstätten sind für Vereine unverzichtbar. Was macht einen guten Sportplatz, Schwimmbad oder Halle für die Mitglieder aus? 

Dr. Benjamin Haar: Eine Sportanlage ist für Mitglieder dann gut, wenn sie möglichst immer zu den eigenen Trainingszeiten genutzt werden kann und in einem ordentlichen Zustand ist. D.h. die Sportflächen weisen keine Schäden auf und die Sanitäranlagen sind sauber und funktionstüchtig. Die meisten Vereinssportler haben da keine besonderen Ansprüche. 

Wie erleben Vereine den aktuellen Zustand der Sportstätten? Wie wichtig sind ökologische Modernisierung, Klimaanpassung und Barrierefreiheit aus Sicht eines Sportvereins und welche Herausforderungen entstehen dadurch? 

Viele Sportanlagen sind nun fast 50 Jahre alt. Mit kleineren Sanierungsmaßnahmen konnte bisher ein ordentlicher Zustand einigermaßen erhalten werden. Durch notwendige energetische Sanierungsmaßnahmen als Beitrag zum Klimaschutz oder Anpassungsmaßnahmen wie z.B. ein zusätzlicher Hitzeschutz entsteht aktuell ein sehr großer Handlungsbedarf, den viele Vereine wirtschaftlich nicht stemmen können. Dazu kommt, dass die formellen Anforderungen wie baurechtliche Auflagen usw. stark zugenommen haben. Vor allem Vereinsverantwortliche im Ehrenamt sind da schnell überfordert. 

Wie sieht die Situation in Feuerbach aus? Kannst Du uns ein aktuelles Beispiel der Sportvereinigung nennen? 

Unsere vereinseigenen Gebäude sind 30, 40 und 50 Jahre alt. Also eigentlich alle über ihrer Lebenszeit. Besonders in der vereinseigenen Dreifeldhalle aus den Siebzigern hat sich eine immenser Sanierungsstau aufgebaut, der einer Investition in Millionenhöhe bedarf. Das ist für uns eine besondere Herausforderung, wenn man zeitgleich auch noch durch eine wachsende Nachfrage an anderer Stelle Neues schaffen muss. Wir sind hierbei auf öffentliche Förderung angewiesen. Ohne dies bräuchten wir eine gänzlich andere Beitragsstruktur.

 

Bundesliga Luftgewehr: Nur noch ein Team mit „weißer Weste“

Je zwölf Teams im Norden und Süden der Bundesliga Gewehr kämpfen um jeden Ring, damit am Ende der Vorrunde das Bundesligafinale in Rotenburg an der Fulda (7./8. Februar 2026) erreicht wird. Von diesen 24 Teams ist nach sechs Wettkämpfen nur noch Der Bund München ungeschlagen, denn zwei Top-Teams im Norden mussten erstmals Niederlagen einstecken.

Bundesliga Bogen: Der Titelverteidiger ist das Nonplusultra

Ein überragender Titelverteidiger, zwei starke Aufsteiger und zwei Gastgeber, die einen rabenschwarzen Tag erwischten. Der Auftakt in die Bundesliga Bogen lieferte einige interessante Fakten. Der zweite von vier Vorrunden-Wettkämpfen findet am 6. Dezember in Itzehoe und in Tacherting statt.

Schießsport-WM Kairo: Müller und Geis verpassen Einzelmedaille

Das deutsche Team hat bei der Schießsport-Weltmeisterschaft in Kairo (7.-17. November) die zweite Einzelmedaille knapp verpasst, aber den zweiten WM-Titel gewonnen: Emanuel Müller und Oliver Geis wurden im Finale mit der Schnellfeuerpistole Vierter bzw. Sechster, das Team mit Geis, Müller und Florian Peter holte Gold. Im Luftgewehr Mixed belegten Anna Janßen & Maximilian Ulbrich den neunten Platz.

Schießsport-WM Kairo: Der Weltmeister im Interview

Es ist der mit Abstand größte Erfolg von Maximilian Dallinger: Weltmeister! Der 29-jährige Bayer setzte sich mit dem Luftgewehr völlig überraschend die WM-Krone auf und verrät im Interview, wie der gesamte Wettkampf lief, was für Gedanken hochkamen und was es mit Per Mertesacker auf sich hat.

Schießsport-WM Kairo: Maximilian Dallinger ist Weltmeister

Maximilian Dallinger hat sich bei der Weltmeisterschaft in Kairo/EGY (7.-17. November) sensationell die Goldmedaille mit dem Luftgewehr geholt. Der Bayer setzte sich mit dem letzten Schuss (10,2:9,9) gegen den Schweden Victor Lindbergh durch. Als „Bonbon“ gab es zudem noch Team-Silber mit Maximilian Ulbrich und Daniel Bühlmeyer.

DSB-Vereine: Jetzt Fördermittel für Sportstätten sichern

Schützenvereine aufgepasst! Ab dem 10. November 2025 und bis zum 15. Januar 2026 können Sportvereine über ein Förderportal Geld für die Sanierung ihrer (vereinseigenen) Sportstätten beantragen. Der Bund stellt insgesamt 333 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bereit.

Bundesliga Luftgewehr: Ausrichter im Norden und Süden mit ähnlicher Ausgangslage

Zwei Gastgeber, die einen sehr guten Start in die Saison erwischten, und zwei Gastgeber, die nach Punkten dürsten. So ist die Ausgangslage vor dem dritten Wettkampf-Wochenende in der Bundesliga Luftgewehr, die auch von der Weltmeisterschaft in Kairo (7. bis 17. November) beeinflusst wird.

Schießsport-WM Kairo: "Es ist das erste krasse Event, zu dem wir zusammen hinfahren!"

Bei der Weltmeisterschaft in Kairo/EGY (7.-17. November) geht mit Hanna und Daniel Bühlmeyer ein Ehepaar für das DSB-Team an den Start. Das auch in der Bundesliga (Der Bund München) gemeinsam agierende Gewehr-Duo feiert in Ägypten seine WM-Premiere und erzählt im Interview aus dem Nähkästchen.