Hauberg 2, 70771 Leinfelden-Echterdingen

EM-Qualifikation Hannover: Fünf Schützen für Feldarmbrust-EM vorgeschlagen

Bei sommerlichen Temperaturen ermittelten die Teilnehmer auf der Rangliste Feldarmbrust in Hannover (23./24. Mai) ihre EM-Teilnehmer. Denn Reiner Lützenkirchen und Martin Wilke machten anhand der Ergebnisse ihren Nominierungsvorschlag für die Titelkämpfe in Chateauroux/FRA (4. bis 8. August).

Eine Botschafterin für alles Gute im Leben

Ausnahmen bestätigen jede Regel. Aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass es Menschen gibt, die aus einem Gespräch mit Yusra Mardini schlechter gelaunt herauskommen, als sie hineingegangen sind. Was nicht nur an dem liegt, was die 28-Jährige sagt, sondern auch daran, wie sie Dinge verbal zu verpacken weiß. „Sieh das Gute in allen Lebenslagen“, das ist ihr Lebensmotto. Wer ihre Geschichte kennt, weiß einzuordnen, dass ihr dieses Motto oftmals geholfen hat, um sich über Wasser zu halten, manches Mal sogar im wahrsten Wortsinn. Dass sie heute, rund elf Jahre nachdem ihr Leben die wohl einschneidendste Wende nahm, die man sich vorstellen kann, ihre Wortgewalt auch im Deutschen Olympischen Sportbund einbringt, ist ein Geschenk. Für beide Seiten, wie Yusra im Gespräch bestätigt. Aber dazu später mehr.

Im August 2015 war die damals 17-Jährige in Begleitung ihrer drei Jahre älteren Schwester Sara aus ihrer vom Krieg schwer gezeichneten Heimat Syrien nach Europa geflohen. Was ihnen auf der Überfahrt aus der Türkei auf die griechische Insel Lesbos passierte, ist spätestens im 2022 auf Netflix erschienenen Doku-Drama „Die Schwimmerinnen“ der Welt bekannt gemacht worden. Weil an ihrem vollkommen überlasteten Schlauchboot der Außenbordmotor ausfiel und das Gefährt mit mehreren Nichtschwimmern an Bord zu kentern drohte, sprangen die Mardini-Schwestern, die damals beide zum syrischen Nationalkader zählten, ins Wasser und hielten das Boot über mehrere Stunden auf Kurs, bis das rettende Ufer erreicht war. Es folgte eine nervenaufreibende Reise über die Balkan-Route bis nach Berlin, wo die beiden unter Obhut des damaligen Cheftrainers Sven Spannekrebs bei den Wasserfreunden Spandau 04 ein neues Leben beginnen konnten.

2016 startete Yusra in Rio für das Refugee Olympic Team

2016 startete Yusra für das Refugee Olympic Team des Internationalen Olympischen Komitees bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Für ihre Bekanntheit in der Sportwelt war das der Durchbruch, für die Athletin selbst der Startschuss zu einem Medien-Marathon. Viele Male musste sie ihre Geschichte erzählen, 2018 verarbeitete sie ihre Erlebnisse in ihrer Biografie „Butterfly“, deren Titel an ihren favorisierten Schwimmstil angelehnt ist. 2021 war sie bei den Sommerspielen in Tokio Fahnenträgerin des Geflüchteten-Teams, und als kurz darauf die Anfrage aus dem DOSB kam, ob sie sich vorstellen könne, als Persönliches Mitglied eine Rolle im Dachverband des deutschen Sports zu übernehmen, habe sie keine Sekunde mit der Zusage gezögert, sagt sie. „Der DOSB hat mir nach meiner Ankunft in Deutschland so viel gegeben, ich wurde von allen Seiten so großartig unterstützt, dass es für mich sofort klar war, dass ich gern etwas zurückgeben wollte“, sagt sie.

Sven Spannekrebs erinnert sich ebenfalls an die Anfrage, die der damalige DOSB-Pressesprecher Michael Schirp initiiert hatte. „Es gab keine Zweifel, dass Yusra es macht, auch wenn wir nicht wussten, was diese Aufgabe beinhaltet“, sagt der Mann, der für Yusra bis heute einer der engsten Vertrauten ist. Gemeinsam gründeten sie am 20. Juni 2023, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, eine Stiftung, die in Deutschland unter dem Namen „Butterfly by Yusra Mardini“ firmiert und international als „Yusra Mardini Foundation“ agiert. Mit beiden Vereinen versucht die ehemalige Spitzenathletin, die bei der UN-Flüchtlingsagentur UNHCR als Goodwill Ambassador tätig ist, Geflüchteten in aller Welt Zugang zu Sport und Bildung zu ermöglichen.

Ihren Wohnsitz in den USA, wo sie nach dem Ende ihrer Karriere im Jahr 2022 ein Studium aufgenommen hatte, hat Yusra mittlerweile aufgegeben. Ihre Projekte steuert sie aus dem Nahen Osten und Berlin, wo ihre Familie lebt. „Ich bin aber so viel auf Reisen, dass ich keine feste Basis habe“, sagt sie. Als Heimat bezeichnet sie Deutschland, dessen Staatsbürgerin sie seit vier Jahren ist, und Syrien, wo sie aktuell ein neues Projekt anschiebt, für das sie auf Unterstützung der Bundesregierung hofft. „Dort gibt es noch immer zweieinhalb Millionen Kinder, die auf der Straße leben und keinerlei Möglichkeiten haben, mit Sport und Bildung in Kontakt zu kommen. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, deren Lage zu verbessern, denn das Einzige, das Kinder aus ihrem Leid herausholen kann, ist der Sport“, sagt sie.

„Die DOA muss das Schnellboot der olympischen Bildung sein“

DOSB: Miri, du bist Mutter zweier kleiner Mädchen, arbeitest im Hauptberuf im Polizeidienst, bist ehrenamtlich im Präsidium des DOSB und bei der Sporthilfe in Rheinland-Pfalz engagiert. Ketzerisch gefragt: Warum brauchte es nun noch das Ehrenamt als Vorsitzende der Deutschen Olympischen Akademie?

Miriam Welte: Das ist eine berechtigte Frage. Dank meines Amtes im DOSB-Präsidium war ich in den Vorstand der DOA entsandt und habe gespürt, dass dort viel Arbeit anliegt, die mir wichtig ist. Das Thema olympische Bildung liegt mir extrem am Herzen. Ich sehe, nicht zuletzt auch durch meine eigenen Kinder, dass Sport und Bewegung in unserer Gesellschaft und vor allem bei Kindern und Jugendlichen einen immer geringeren Stellenwert haben. Dadurch gehen Werte verloren, die ich für unerlässlich halte, und die gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegungsmangel sind uns allen bekannt. Gleichzeitig steht die DOA an einem wichtigen strategischen Punkt. Nach dem Ausscheiden von Gudrun Doll-Tepper war klar, dass wir nicht einfach im Status quo weitermachen können, sondern die Akademie inhaltlich und strukturell neu ausrichten müssen. Als ich gefragt wurde, ob ich bis zu den Neuwahlen kommissarisch Verantwortung übernehmen würde, war für mich deshalb schnell klar: Ich möchte diesen Prozess aktiv mitgestalten. Trotz meiner anderen Verpflichtungen habe ich mich dazu entschieden. Und ich mache das gern!

Die IOC-Charta besagt, dass die olympische Bildung im Zuständigkeitsbereich der Nationalen Olympischen Komitees liegt. Der DOSB könnte sich also auch selbst darum kümmern. Warum braucht es aus deiner Sicht aber die Akademie?

Der DOSB könnte olympische Bildung selbstverständlich selbst organisieren. Die entscheidende Frage ist aber, welche Struktur dafür langfristig die größte Wirkung entfaltet. Ich bin überzeugt, dass die DOA gerade durch ihre eigenständige Rolle einen besonderen Mehrwert für die olympische Bewegung bietet.

Worin liegt dieser besondere Mehrwert konkret?

Die DOA bringt einen vielfältigen, fundierten und zugleich gesellschaftlich orientierten Blick auf die Sinn-, Werte- und Grundsatzfragen des Sports ein. Sie ergänzt damit die operative und sportpolitische Arbeit des DOSB und stärkt sie zugleich.

In den vergangenen Monaten wurde intensiv über die Ausrichtung der Akademie diskutiert. Was bedeutet das für die Zukunft der DOA?

Die Diskussion hat deutlich gemacht, dass die Stärke der DOA nicht darin liegt, möglichst viele Aufgaben parallel abzubilden. Unsere Stärke liegt in einer klar fokussierten Rolle: als Impulsgeberin, Wissensplattform, Netzwerkpartnerin und Kompetenzzentrum für olympische Wertebildung.

Was heißt das konkret für die Arbeit der Akademie?

Die DOA soll künftig schnell, innovativ und partnerschaftlich agieren können – etwa bei Bildungsformaten, Pilotprojekten oder der Vernetzung von Sport, Wissenschaft und Bildung im Kontext der olympischen und paralympischen Werte. Genau darin sehen wir die Rolle der DOA als „Schnellboot“ innerhalb des olympischen Systems.

Bedeutet das auch eine engere Zusammenarbeit mit dem DOSB und anderen Partnern?

Absolut. Es geht ausdrücklich nicht um Abgrenzung, sondern um ein kooperatives und arbeitsteiliges Modell. Die Zukunft der DOA liegt in der intelligenten Ergänzung bestehender Strukturen – gemeinsam mit DOSB, dsj, der Deutschen Olympischen Gesellschaft, dem Deutschen Sport- und Olympiamuseum, Hochschulen und internationalen Partnern. Wir wollen die DOA strategisch so aufstellen, dass sie in diesem Netzwerk eine klare, sichtbare und wirksame Rolle übernimmt.

Der Hamburger Sport zeigt Flagge für Olympia

Großes Tennis war in Hamburg in den vergangenen Wochen gleich mehrfach zu erleben. Am Rothenbaum endete am Sonntag das ATP-500-Turnier mit dem Sieg des peruanischen Qualifikanten Ignacio Buse. Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev musste seine Teilnahme verletzungsbedingt kurzfristig absagen. Nichtsdestotrotz nutzte der gebürtige Hamburger den Anlass und bekannte sich klar zur Olympiabewerbung seiner Heimatstadt. „Nichts ist weltweit im Sport vergleichbar mit der Kraft, dem Spirit und dem Geist, den Olympische und Paralympische Spiele entfachen. Ich selbst durfte miterleben, wie die Spiele eine ganz besondere, positive Euphorie in die Stadt bringen – einen Aufbruch, weit über den Sport hinaus“, sagte der Olympiasieger von Tokio. Diesen Spirit wünsche er sich auch für Hamburg: „Die Spiele passen hervorragend an Alster und Elbe. Deshalb sage ich: Ja für Olympia in Hamburg.“ Bereits einige Wochen zuvor hatte auch der Nachwuchs sein Können gezeigt: Bei der U15-Meisterschaft des Deutschen Tennis Bundes überzeugten die Hamburger Juniorinnen und Junioren auf heimischer Anlage. Sigrid Rinow, Präsidentin des Hamburger Tennis-Verbandes, und Verbandstrainer Pelle Boerma nutzten die Gelegenheit, um für Zustimmung beim Bürgerschaftsreferendum zu werben. Aus ihrer Sicht bieten Olympische und Paralympische Spiele große Chancen für den Breitensport – von der Jugendförderung bis zur Modernisierung von Sportplätzen und Turnhallen. 

Laufen für Olympia & Paralympics 

Mit einem besonderen Angebot für den Breitensport setzt auch der Hamburger Unternehmer Peter Merck ein Zeichen für die Olympiabewerbung seiner Stadt. Seit April lädt er jeden Montag zu einem Lauftreff ein, der sportliche Bewegung mit der Unterstützung für Olympia und Paralympics verbindet. Das Interesse wächst von Woche zu Woche, auch prominente Gäste wie Jogi Bitter und Laura Ludwig waren bereits mit dabei. Auf der rund drei Kilometer langen Strecke zwischen Elbphilharmonie und Fischauktionshalle wird so Woche für Woche ein Zeichen für Spiele in Hamburg gesetzt. 

Die Laufschuhe für Olympia und Paralympics wurden auch am 26. April beim Hamburger Marathon geschnürt. Rund 34.000 Teilnehmende gingen insgesamt an den Start und liefen unter anderem am Olympia & Paralympics Hot Spot in Winterhude vorbei. Ein besonders Zeichen für die Spiele setze dabei nicht nur das Olympia-Führungsauto, das den Führenden des Marathons bzw. Halbmarathons die gesamte Strecke über begleitete, sondern auch die beiden Läufer*innen, die den Marathon als Staffel im Briefkastenkostüm bewältigten. Den Wahlaufruf „Deine Stimme für Olympia & Paralympics!“ trugen sie so über 42 km durch Hamburg. Mit interaktiven Sportmodulen, einer Fotobox und Informationen durch Volunteers wurde auch neben der Strecke am Hotspot der Fokus auf die Olympiabewerbung gelegt. 

Der Dino wirbt für die Spiele 

Eine große Bühne räumte auch der Hamburger SV (HSV) der Bewerbung beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am 10. Mai ein. Vor 57.000 Zuschauern empfing der HSV neben Hamburgs Oberbürgermeister Dr. Peter Tschentscher zahlreiche Olympiabotschafter der Hansestadt, darunter Moritz Fürste, Horst Hrubesch, und Para-Athletin Edina Müller. Kinder in speziellen Olympia-Einlaufshirts begleiteten die Profis auf das Feld, die sich ebenfalls in Olympia-Shirts von ihren Fans vor dem Spiel anfeuern ließen. Die gemeinsame Botschaft nicht nur an diesem Tag: Hamburg kann große Spiele.

Von Handball über Rugby bis zum Basketball 

Bereits am 12. April rückte das kleine Nordderby in der Handball-Bundesligaspiel die Bewerbung in den Mittelpunkt. Gemeinsam posierten der Handball Sport Verein Hamburg und der THW Kiel vor Anpfiff mit zwei Bannern, die zur Abstimmung in Hamburg und Kiel aufriefen. Die Kieler stimmten bereits am 19. April bei ihrem Referendum mit 63,5 % für die Spiele. Im Hamburger Konzept ist neben Segeln auch Handball und Rugby in der Fördestadt vorgesehen.

Beim Stadtderby zwischen dem Hamburger Rugby-Club und dem FC St. Pauli sieht Juniorennationalspieler Tom Hill vor allem die Chancen einer Olympiabewerbung Hamburgs: „Sport verbindet einfach. Für mich wäre es das Größte, in meiner Stadt auch zahlreiche andere, weniger bekannte Sportarten anschauen zu können.“ Genau darin kann die Chance Olympischer und Paralympischer Spiele für Randsportarten liegen. Niclas Füllgraf vom FC St. Pauli erhofft sich außerdem einen Aufschwung im Ausbau der Sportinfrastruktur, die auch dem Breitensport zu Gute kommt.

Für Olympia und Paralympics sprechen sich auch die Veolia Towers Hamburg aus. Neben Banneraktionen bei ihren Heimspielen, einer aktiven Social-Media-Begleitung, Teilnahmen am „Run for Olympia“ haben sich die beiden Geschäftsführer Jan Fischer und Marvin Willoughby und Vereinsvorstand Oliver Eckardt in einem offenen Brief klar für die Spiele positioniert. „Wir glauben, dass eine Olympiabewerbung für Hamburg die Chance bietet, den Sport in unserer Stadt nachhaltig zu stärken: durch mehr Aufmerksamkeit, bessere Rahmenbedingungen und einen neuen gesellschaftlichen Fokus auf Bewegung, Gesundheit und Nachwuchsförderung.“ Auch im Breitensport beteiligten sich zahlreiche Vereine und Verbände und präsentierten das gleiche Banner wie die Profis. So zum Beispiel beim Verbandspokalfinale im Feldhockey oder bei den Norddeutschen Schwimmmeisterschaften der Jahrgänge 2014 und 2015. 

Der Aktionsspieltag erreichte alleine in den Stadien und Arenen rund 150.000 Menschen, dazu kommen die hunderttausenden Zuschauenden beim Marathon und den Breitensportevents. 

Noch bis zum 31. Mai sind alle wahlberechtigten Hamburger*innen dazu aufgerufen, ihre Stimmen per Briefwahl oder vor Ort im Wahllokal abzugeben. Der Hamburger Sport hat sich schon längst mit einem klaren „Ja“ für Sommerspiele ausgesprochen. Jetzt liegt es an den 1,3 Millionen wahlberechtigten Bürger*innen der Hansestadt, sich zu positionieren. 

5 Ringe – 5 Fragen: Bürgerschaftsreferendum entscheidet über Hamburger Olympiabewerbung

Warum möchte sich Hamburg bewerben? 

Hamburg versteht sich als internationale Sport- und Hafenstadt mit kurzen Wegen, moderner Infrastruktur und großer Erfahrung bei der Ausrichtung internationaler Veranstaltungen wie dem SUZUKI World Triathlon Hamburg oder dem Haspa Marathon. Den nächsten großen Schritt sieht die Stadt Hamburg in einer möglichen Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele. Sie bieten die Möglichkeit, nicht nur die Spiele modern zu organisieren, sodass sie nachhaltig geplant sind und daher mit bestehenden und temporären Sportstätten arbeiten, sondern dadurch auch die Stadt weiterzuentwickeln. 

Im Mittelpunkt der Bewerbung steht die Idee kompakter Spiele: Viele Wettkampfstätten liegen zentral und sind gut mit dem ÖPNV, dem Fahrrad oder sogar zu Fuß erreichbar. Gleichzeitig möchte Hamburg die Spiele nutzen, um wichtige Zukunftsprojekte in den Bereichen Sport, Mobilität, Wohnungsbau und Stadtentwicklung zu beschleunigen. 

Wie sollen die Spiele in Hamburg aussehen? 

Herzstück der Hamburger Olympiabewerbung ist die Binnenalster, auf deren eindrucksvoller Kulisse die Eröffnungsfeier den Auftakt bilden soll. Hier sollen laut Senat danach das 3x3 Basketball Turnier und die finalen Bogenschießen Wettkämpfe ausgetragen werden.

Die kompakte Planung soll die Spiele in Hamburg möglichst nahbar für Zuschauerinnen und Zuschauer machen. 

85 % der Wettkampfstätten befinden sich in einem Umkreis von sieben Kilometern, ausgehend von der „Olympic Park City“, dem Heiligengeistfeld. Im „Olympic Park Altona“, im nördlichen Volkspark finden laut Konzept Leichtathletik, Turnen und Schwimmen statt. 

Durch kurze und barrierearme Wege in der Stadt, soll Hamburg zur barriereärmsten Metropole Deutschlands werden – so das Ziel der Konzept-Verantwortlichen in Hamburg. 

Die weltbesten Athlet*innen kommen in einem Olympischen und Paralympischen Dorf, der Science City Hamburg Bahrenfeld, zusammen. Die zentrale Lage ermöglicht es 40 % der Athlet*innen zu Fuß zu ihren Wettkampfstätten zu gelangen. Nach den Spielen stehen die Wohnanlagen rund 9.000 Menschen als bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung. 

Mit Kiel setzt Hamburg auf einen Außenstandort, an dem Segeln, Handball und Rugby geplant sind. 

Welche langfristigen Vorteile hätten Olympia und Paralympics für Hamburg? 

Der Ausbau einer barrierearmen Stadt bedeutet, dass nicht nur die Spiele für viele Menschen zugänglich sind, sondern auch, dass die Stadt weit über die Spiele hinaus von barrierearmen ÖPNV, Sportanlagen und Infrastruktur profitiert. 

24 % der Wettkampfstätten werden laut Senat temporär errichtet und Teil der Ausstattung kommen im Anschluss in Hamburger Sportstätten zum Einsatz, wie z. B. Turn- und Hallenböden. Auch Schulen und Bezirke sind in der Nachnutzung vorgesehen und erhalten bspw. Tischtennisanlagen.

Übrigens: Schon seit 2015 profitiert Hamburg von der letzten Olympiabewerbung. Die Stadt hält seither am Konzept der „Global Active City“ fest und zeigt damit, welche Impulse zur Sportförderung allein durch die Bewerbung ausgelöst werden können.

Wer unterstützt die Hamburger Bewerbung? 

Der Sport, bekräftigt seine Unterstützung in Breite und Spitze über den April und Mai verteilt mit der Ausrichtung von vielen Aktionsspieltagen: von Schwimmen über Tennis bis Rugby. Egal ob Harvesterhude Tennis- und Hockey-Club, Hamburger Sport-Verein oder der Lauftreff bis zum Referendum – die Vereine und Veranstaltungen zeigen, der Sport steht hinter der Bewerbung Hamburgs und sieht die Potenziale, die hinter Olympischen und Paralympischen Spielen stecken. 

Aber nicht nur der Sport, sondern auch in der Politik erfahren die Planungen des Senats große Unterstützung. Für den Hamburger Oberbürgermeister Peter Tschentscher ist klar: „Olympia steht für sportlichen Wettbewerb und ein friedliches Miteinander der Völker. Die Olympischen Spiele werden zusammen mit den Paralympischen Spielen ausgerichtet, die Teilhabe und Inklusion fördern.“ 

Daneben hat sich ein breites Bündnis an Wirtschaftspartnern – neben der nationalen Wirtschaftsinitiative – gebildet, das die Bewerbung unterstützt. 

Wie geht es nach dem Bürgerschaftsreferendum weiter? 

Das Ergebnis des Bürgerschaftsreferendums fließt in der Kategorie „Nationale Akzeptanz“ in die Bewertungsmatrix des DOSB mit ein. Daneben bilden die sportfachliche Eignung, internationale Wettbewerbsfähigkeit, Kosten und Finanzierung sowie Fragen der nachhaltigen Wirkung über die Spiele hinaus weitere prüfungsrelevante Kriterien. 

Das Bürgerschaftsreferendum in Hamburg bildet als letztes Referendum den Abschluss der Stufe 2, der Einbindung der Bevölkerung, im 3-Stufen-Modell des DOSB. Auf diese Phase folgt die dritte Stufe, in der alle bis 4. Juni eingereichten Konzepte geprüft und bewertet werden.

Am 26. September fällt auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden die finale Entscheidung, welches Konzept in das internationale Rennen zieht. 

 

Weltcup München: Es wird heiß auf der Olympia-Schießanlage

Es wird heiß! Am Tag vor den ersten Wettkämpfen beim Weltcup in München (26.-30. Mai) floss bereits der Schweiß. Zudem ist das Teilnehmerfeld hochkarätig besetzt, sodass mit Weltklasse-Leistungen gerechnet werden kann. Alle Finals werden live gestreamt beim Bayerischen Fernsehen bzw. bei Sporteurope.TV

Sein Erfolgsrezept? Den Körper unter Vollstress setzen!

13 oder 14 Jahre war er alt, ganz genau weiß Maximilian Dallinger es nicht mehr, als er mit seinen Eltern zum ersten Mal die Schießanlage in Garching-Hochbrück besuchte. Im Weltcup war damals der US-Amerikaner Matthew Emmons am Start, Olympiasieger von Athen 2004 und für das Nachwuchstalent von der Schützengesellschaft Isental Lengdorf ein absolutes Vorbild. „Für mich war es ein Traum, einen Sportler wie ihn aus der Nähe erleben zu können“, sagt der 29-Jährige rückblickend. In dieser Woche nun steht Maxi in Garching selbst im Mittelpunkt. Beim Heimweltcup auf der Schießbahn der Olympischen Spiele von 1972 ist der Mann, der im vergangenen Jahr mit dem Gewinn des WM-Titels in der Disziplin Luftgewehr 10 Meter die Schießsportwelt durcheinanderwirbelte, einer derjenigen, auf die nicht nur der Nachwuchs schaut.

„Ein Weltcup daheim ist immer etwas Besonderes. Aber der Stellenwert dieses Wettkampfs ist weltweit extrem hoch, weil er für alle Nationen ein absolutes Highlight im Kalender darstellt“, sagt der gebürtige Erdinger, der mittlerweile in Freising und damit keine halbe Stunde von einer der größten zivilen Schießanlagen der Welt entfernt lebt. 732 Athlet*innen aus 85 Nationen haben für die Wettbewerbe gemeldet, der Bayrische Rundfunk überträgt das Luftgewehr-Finale der Männer an diesem Dienstag um 18.30 Uhr und das Finale der Gewehrfrauen im Dreistellungskampf am Mittwoch um 13 Uhr live auf BR24sport.de, die restlichen acht Finals laufen bei sporteurope.tv. „Die Veranstaltung ist immer perfekt organisiert, innerhalb von zehn Minuten ist man an allen Wettkampfstätten. Alle Ausrüster präsentieren ihre Ware und Neuheiten. Es ist mehr eine Messe als ein normaler Weltcup, daraus erklärt sich die Beliebtheit“, sagt Maxi Dallinger.

Dazu kommt, dass die Anbindung an die Stadt München und die Berge und Seen im Umland perfekt ist. Anders als bei Wettkämpfen in Doha (Katar) oder Kairo (Ägypten), wo die Schießanlagen entweder abgelegen in der Wüste liegen oder für Publikum gar nicht zugänglich sind, werde die Stimmung im Schießsportland Deutschland – der Deutsche Schützenbund (DSB) ist mit rund 1,35 Millionen Mitgliedern hinter Fußball, Turnen, Tennis und dem Deutschen Alpenverein fünftgrößter olympischer Fachverband – allseits hoch geschätzt. „Wenn man eine Umfrage unter den internationalen Athlet*innen machen würde, wäre der Weltcup in Garching für 95 Prozent der Lieblingsstandort, da bin ich sicher“, sagt Maxi Dallinger.

Wer es in die Top 20 schafft, zählt zur Weltspitze

Dass die Augen in seiner Heimat noch mehr als sonst auf ihn gerichtet sein werden, ist dem 1,82 Meter großen Athleten bewusst. Der WM-Titel aus dem vergangenen Jahr, der in den Medien irgendwo zwischen „überraschend“ und „sensationell“ eingeordnet wurde, hat seinen Bekanntheitsgrad deutlich erhöht; weniger dagegen seinen Stellenwert in der Szene, glaubt Maxi Dallinger. „Ich war auch vorher schon auf der Bildfläche und habe nicht das Gefühl, jetzt der Gejagte zu sein“, sagt er. Dafür sei die Spitze in seiner Paradedisziplin zu breit. „Bei internationalen Wettkämpfen kommen 30 Kandidaten infrage, die gewinnen können. Man kann nie mit einer Finalteilnahme rechnen, wer es in die Top 20 schafft, zählt zur absoluten Weltspitze. Die Tagesform ist in unserem Sport sehr entscheidend“, sagt der Topathlet, der auch im Kleinkaliber-Dreistellungskampf aktiv ist.

Als Beleg dafür lässt sich der WM-Wettkampf in Kairo im vergangenen Jahr anführen, in dem Dallinger es im Finale mit Olympiasieger Lihao Sheng aus China und dem schwedischen Olympiazweiten Victor Lindgren zu tun hatte. „Wenn die einen Toptag haben, hauen die einem ein Brett vor den Kopf, dass einem die Ohren schlackern. An dem Tag war das aber nicht so, beide hatten ein paar schlechte Schüsse dabei, ich habe ausgewogen ohne Ausreißer geschossen. Und auf einmal war ich Weltmeister“, erinnert er sich an die Dramatik des Finales, in dem er mit dem letzten Schuss Lindgren um 0,3 Ringe auf Rang zwei distanzieren konnte.

Für Maxi Dallinger war dieses Erlebnis nicht nur sportlich, sondern vor allem mental ein Gamechanger. Hatte er sich vor der WM in Finalwettkämpfen bei internationalen Events oft schwergetan, war da in Kairo plötzlich ein anderes Gefühl. „In der Qualifikation spürte ich, dass es sehr gut läuft, dennoch hatte ich diesen Angstmoment, in dem ich gedacht habe: Wenn ich jetzt ins Finale komme, geht es mir wieder schlecht! Als Schütze kann man solchen Stress gar nicht gebrauchen, aber bei der WM ist es mir gelungen, ihn in positive Energie umzuwandeln. Und mit diesem Wissen, dass ich jetzt Werkzeuge habe, um damit besser umzugehen, fühle ich mich selbstbewusster“, sagt er.

Bogen-EM Antalya: Doppel-Gold für DSB-Teams

Gold für die Recurve-Frauen! Gold für die Recurve-Männer! Die DSB-Bogenschützen haben bei der Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) mächtig abgeräumt und ihren Status als eine der stärksten Bogensport-Nationen Europas eindrucksvoll bestätigt. Mit Platz vier im Mixed durch Katharina Bauer & Moritz Wieser sowie Platz vier von Simon Moritz, U18-Weltmeister 2025 mit dem Compoundbogen, gelangen weitere Top-Platzierungen.

Bogen-EM Antalya: Simon Moritz schießt um Bronze

Nach dem starken Abschneiden der Recurve-Teams am Vortag konnten die DSB-Schützen in der Einzel-Konkurrenz bei der Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) nicht so auftrumpfen. Mit einer Ausnahme: Simon Moritz, U18-Weltmeister 2025 mit dem Compoundbogen, zog nach sensationellen Leistungen in das Match um die Bronzemedaille ein und sicherte damit einen Quotenplatz für die European Games 2027 in Istanbul/TUR.

Breitensportlehrgänge Wiesbaden: Noch Flinten-Plätze frei

Das Wetter wird besser, die Stimmung steigt und die Lust auf Outdoor-Sport ebenso. Deshalb lohnt es sich für Flintenschützen, einmal die Breitensportlehrgänge Flinte im Juli (24.-26.) und September (4.-6.) zu prüfen, für die noch Plätze frei sind.

„Rezept für Bewegung“ kommt in die Arztpraxis

Mehr Bewegung beginnt oft mit einem einfachen Impuls. Genau dafür steht das „Rezept für Bewegung“: Ärzt*innen können ihre Patient*innen gezielt zu mehr körperlicher Aktivität motivieren und konkrete Bewegungsangebote empfehlen. Jetzt wird dieses Instrument einfacher nutzbar als je zuvor. 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat Mitte Februar 2026 darüber informiert, dass das „Rezept für Bewegung“ Praxisverwaltungssystem-Anbietern ab sofort als Formular zur freiwilligen Integration zur Verfügung steht. Damit kann das Formular direkt in die Praxissoftware eingebunden, digital ausgefüllt, ausgedruckt und unkompliziert im Praxisalltag eingesetzt werden. Ein wichtiger Schritt, um Bewegung noch stärker als selbstverständlichen Bestandteil gesundheitlicher Prävention zu verankern. 

Mit der Duria eG hat nun bereits der erste Anbieter reagiert und das „Rezept für Bewegung“ in sein Praxisverwaltungssystem integriert. Damit steht das Formular ab sofort rund 4.900 Mitgliedern sowie mehr als 2.300 Arztpraxen zur Verfügung. 

Bewegung einfacher in den Alltag bringen 

Bewegungsmangel gehört zu den größten Gesundheitsrisiken unserer Zeit. Gleichzeitig wissen wir: Regelmäßige Bewegung wirkt präventiv, stärkt die körperliche und psychische Gesundheit und verbessert Lebensqualität in jedem Alter. Die Integration des „Rezepts für Bewegung“ in Praxissoftware erleichtert Ärzt*innen den Zugang zu einem niedrigschwelligen Präventionsinstrument – ohne zusätzlichen Aufwand im eng getakteten Praxisalltag. 

DOSB startet Engagement im E-Sport und gründet DOSB E-Sports gGmbH

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gründet die DOSB E-Sports gGmbH. Das hat das Präsidium des DOSB beschlossen. Mit der neuen Gesellschaft schafft der DOSB eine eigenständige organisatorische Plattform, um sein zukünftiges Engagement im Bereich E-Sport strukturiert, partnerschaftlich und werteorientiert weiterzuentwickeln. Ziel der DOSB E-Sports gGmbH ist es, gemeinsam mit bestehenden Akteuren aus E-Sports, Gaming, Sport, Politik und Gesellschaft nationale Strukturen und Projekte zu entwickeln, die Leistung, Haltung und Community miteinander verbinden.

Leon Ries, Vorstand Jugend im DOSB, erklärt: „E-Sports und Gaming sind für Millionen junger Menschen selbstverständlicher Teil ihrer Lebensrealität. Als organisierter Sport sehen wir darin die Chance, Bewegung, Leistung, Gemeinschaft und Werte auch im digitalen Raum sichtbar zu machen und gemeinsam mit bestehenden Akteuren Verantwortung für positive Entwicklungen zu übernehmen.“

Weltcup München: Die letzten Daten & Fakten

Es ist angerichtet! Der Heim-Weltcup in München (24. bis 31. Mai) - die Wettkampftage sind vom 26. bis 30. Mai - steht unmittelbar bevor und der DSB als Ausrichter sowie die deutschen Schützinnen und Schützen als Protagonisten sind gespannt, was dieser bringt. Kurz vor Start gibt es die letzten Daten und Fakten.

Bogen-EM Antalya: DSB-Recurveteams schießen um drei Medaillen

Die deutschen Recurveschützen greifen am Sonntag bei der Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) in den Teamentscheidungen zweimal nach dem Titel und einmal nach Bronze: Sowohl das Frauenteam in der Besetzung Katharina Bauer (Raubling), Charline Schwarz (Feucht) und Elisa Tartler (Berlin) sowie das Männerteam mit Mathias Kramer (Herßum), Jonathan Vetter (Deufringen) und Moritz Wieser (Trostberg) zogen in das Goldfinale ein. Das Mixed-Team Bauer & Wieser schießt um Bronze.

75 Jahre Wiedergründung DSB: Tradition mit Herz und Geschichte – Das Schützenwesen im Saarland

Die Schützentradition und das Brauchtum sind neben dem Sport ein fester und wichtiger Bestandteil der Schützenkultur im Deutschen Schützenbund, in den Landesschützenverbänden und ihren Untergliederungen. Schützentraditionen und Bräuche können dabei sehr unterschiedlich sein, wie die verschiedenen Beiträge der Landesverbände zeigen, die das gesamte Jahr über zum 75-jährigen Jubiläum der DSB-Wiedergründung veröffentlicht werden. Dieses Mal ist der Schützenverband Saar an der Reihe.

DOSB begrüßt Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses zur Olympiabewerbung

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat in seiner Sitzung am Donnerstagvormittag den Senat beauftragt, sich gemeinsam mit Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Ausrichter für die Durchführung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 zu bewerben. Zwei Drittel der Abgeordneten stimmten für das Konzept Berlin+, das der Berliner Senat am 5. Mai einstimmig beschlossen hatte. 

Damit hat Berlin als dritter nationaler Bewerber die Voraussetzungen der Stufe 2 im dreistufigen Auswahlverfahren des DOSB abgeschlossen. Zuvor hatten die Menschen in München und der Rhein-Ruhr-Region in Bürgerreferenden bereits mit großer Mehrheit für Spiele in ihrer Stadt beziehungsweise Region gestimmt. In Hamburg findet am 31. Mai ein Bürgerschaftsreferendum statt. Am 4. Juni endet die Frist zur Einreichung der Konzepte beim DOSB. Anschließend werden die Konzepte evaluiert. Das Ergebnis des Beschlusses fließt ebenfalls in die Bewertungsmatrix des DOSB ein. Über den nationalen Kandidaten stimmt am 26. September in Baden-Baden die außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB ab.

In Berlin ersetzt der Beschluss ein Bürgerreferendum

Anders als die drei anderen deutschen Bewerber verfügt das Land Berlin nicht über die rechtliche Voraussetzung, eine eigene Volksabstimmung auf den Weg bringen. In Berlin ersetzt der Beschluss somit ein Referendum und dokumentiert die politische Unterstützung des gewählten Landesparlaments für die Bewerbung. Zuvor hatte sich das Berliner Parlament mit der Volksinitiative „Die Spiele für Berlin“ befasst. Darin unterstützt der Landessportbund Berlin die Olympiabewerbung und fordert konkrete Verbesserungen für die Sportförderung und Sportinfrastruktur.

DSJ: H&N Förderpreis: Anmeldefrist endet bald – Rekord bei Bewerbungen

Die Bewerbungsphase für den HAENDLER & NATERMANN Förderpreis der Deutschen SchützenJugend läuft auf die Zielgerade zu: Noch bis zum 31. Mai 2026 können sich Jugendabteilungen von Vereinen im Deutschen Schützenbund bewerben.

Ländervergleich Laufende Scheibe Walldorf: DSB-Team mit neun Medaillen

Vom 14.-17. Mai fand im badischen Walldorf der internationale Vergleichskampf Laufende Scheibe statt, der mittlerweile ein fester Bestandteil im Laufende Scheibe Terminkalender ist. Das DSB-Team konnte dabei sechs Einzel- und drei Mannschaftsmedaillen gewinnen.

Bogen-EM Antalya: Guter Auftakt für das DSB-Team

Der Auftakt in die Bogensport-EM in Antalya/TUR (19. bis 24. Mai) ist dem deutschen Team gelungen: Moritz Wieser (Trostberg) und Katharina Raab (Wertach) landeten als Dritter bzw. Neunter in den Top Ten der Qualifikation und verschafften sich eine gute Ausgangsposition für die Ko-Phase.

Weltcup München: "Die Finalteilnahme ist mein Ziel Nummer eins!"

Maximilian Dallinger (Freising) gewann im November 2025 sensationell den Weltmeister-Titel mit dem Luftgewehr. Nun tritt der 29-Jährige beim Heim-Weltcup in München (24. bis 31. Mai) nicht mehr als Jäger, sondern als einer der Favoriten an die Schießlinie. Wie er damit umgeht, wie er den Weltcup in München sieht und mehr verrät er im Interview.

World Archery Europe: Hakan Cakiroglu neuer Präsident

Auf dem Kongress des europäischen Bogensport-Kontinentalverbandes WAE in Antalya/TUR wurde der Türke Hakan Cakiroglu zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf den Italiener Mario Scarzella, der seit 2006 die Geschicke der WAE geleitet hatte. Die DSB-Delegation um Präsident Hans-Heinrich von Schönfels freute sich, dass auch zwei DSB-Vertreter in wichtige Ämter gewählt wurden.

FITASC Compak-DM Coesfeld: Coesfeld besteht Feuertaufe – Marius Elpers mit zwei Titeln

Am vergangenen Wochenende fand erstmals bei der Kreisjägerschaft im westfälischen Coesfeld eine Deutsche Meisterschaft im Compak-Sporting statt. Premiere war nicht nur der Austragungsort, sondern auch die Durchführung der Meisterschaft "inline". Herausragend agierte Marius Elpers (JSC Warder), der erstmals und zweifach ganz oben auf dem Treppchen stand.

WM-Vorqualifikation Wiesbaden: Starke Leistungen der Para-Schützen

Vom 14. bis 17. Mai 2026 versammelte sich Deutschlands Para-Schießsport-Elite am Bundesstützpunkt des Deutschen Schützenbundes (DSB) in Wiesbaden. Bei der WM-Vorqualifikation zeigten die Athleten hochkarätige Ergebnisse und untermauerten ihre Ambitionen für die anstehenden globalen Titelkämpfe.

Warum das Extreme niemals normal werden darf

Am vorvergangenen Wochenende konnten wir live verfolgen, wie der Berliner Ultra-Marathonläufer Arda Saatci innerhalb von 96 Stunden 600 Kilometer durch den Westen der USA laufen wollte. Auch ich war fasziniert davon, dass das, was dieser Typ vorhatte, der absolute Wahnsinn ist. Auch wenn er am Ende 123 Stunden gebraucht hat, um die gut 14 Marathonläufe am Stück zu absolvieren, ist diese Leistung kaum greifbar und hat wieder einmal gezeigt, wie es möglich ist, die eigenen Grenzen zu verschieben. Die Tausenden Menschen, die diesen Weg mitverfolgt und den Hut davor gezogen haben, unterstreichen diese einzigartige Leistung. Und trotzdem kam neben der Faszination in mir auch ein Störgefühl auf. Das Ausmaß, mit dem dieser Lauf verfolgt wurde, hat mich irritiert, und ich war damit nicht allein. Auch Christoph Becker hat am vergangenen Mittwoch in der FAZ in seinem Kommentar ein ähnliches Gefühl benannt. Uns droht gerade die Realität wegzulaufen. Eine Entwicklung, die ich bereits länger mit großer Sorge betrachte.

Machen wir uns nichts vor: Das Ausloten von Grenzen, dieses „Schneller, Höher, Weiter“, ist die DNA des Leistungssports. Jede Athletin und jeder Athlet möchte herausfinden, wie weit die individuelle Leistungsgrenze verschoben werden kann. Das ist schon immer so gewesen, und es wird auch in Zukunft das Ziel sein, den menschlichen Körper weiter zu optimieren und dabei auch Erkenntnisse der Wissenschaft einzubeziehen, im medizinischen oder auch im technischen Bereich. Was dabei jedoch aktuell aus dem Fokus zu geraten scheint, ist der Fakt, dass Leistungen wie die von Arda Saatci absolute Extreme und eine Ausnahme sind. Extreme, die nur erbracht werden können mit der Hilfe von jahre- oder meist gar jahrzehntelangem Training, körperlicher und mentaler Ausnahmekonstitution und finanzieller Unterstützung auf höchstem Niveau. Die Normalität ist eine andere: Einen Marathon zu laufen, ist bereits eine Ausnahme, die nicht einfach so geleistet werden kann. Auch wenn es mich fasziniert und gleichzeitig befremdet, wie viele Leute das mittlerweile versuchen, ist es ein Fakt und keineswegs verwerflich, dass viele dieser Versuche nicht erfolgreich sind.

Es ist gut, dass Saatci, in einem „Focus“-Interview öffentlich erklärt hat, sein Projekt sei nicht zum Nachahmen empfohlen. Der Eindruck, der durch die Aufmachung seines Laufes entsteht, ist jedoch ein anderer: Immer mehr Menschen halten es nicht nur für möglich, sondern sogar für erstrebenswert und irgendwie schon selbstverständlich, die von der eigenen Physis gesetzten Grenzen unter Einbezug sämtlicher zur Verfügung stehenden Mittel so weit zu verschieben, dass das Extreme zum Normalen wird.

Kein seriöses Medium kommentiert die perverse Show positiv

Eine Show, die exemplarisch für genau dieses Denken und Handeln steht, sind die „Enhanced Games“ (besser bekannt unter dem Namen „Doping-Spiele“), die am Pfingstwochenende in Las Vegas ihre Premiere haben sollen. Rund 50 Teilnehmende in den olympischen Kernsportarten Leichtathletik und Schwimmen sowie im Gewichtheben treten dort an, um unter expliziter Freigabe von Dopingmitteln Weltrekorde zu brechen. Wem das gelingt, der kann sich einen Bonus von einer Million US-Dollar sichern. Wer einfach nur gewinnt, kann bis zu einer Viertelmillion kassieren; die Antrittsgage in fünfstelliger Höhe ist allen garantiert.

Es könnte mich beruhigen, dass unter den Premierengästen außer dem früheren 100-Meter-Weltmeister Fred Kerley, der wegen eines Dopingvergehens bereits suspendiert ist, keine Athlet*innen auf Weltklasseniveau ihre Teilnahme zugesagt haben. Alle internationalen und nationalen Fachverbände sowie das IOC und die WADA verurteilen die Pläne der Organisatoren und haben geschlossen erklärt, dass alle Teilnehmenden künftig nichts mehr im sauberen Sport zu suchen haben. Es gibt kein seriöses Medium weltweit, das die „Enhanced Games" positiv kommentiert, und selbst in den USA keinen Medienpartner, der diese perverse Show begleiten möchte. Und trotzdem: Allein die Diskussionen, die darüber entstanden sind, richten bereits immensen Schaden an. Überhaupt in Erwägung zu ziehen, ob es für den durchschnittlichen Menschen zur Mode werden soll, seine Grenzen mittels verbotener, unkalkulierbar gesundheitsgefährdender Stoffe ins Extreme zu verschieben, richtet immensen Schaden an. Weil es unterstreicht, wie weit unsere Gesellschaft, deren Spiegel der Sport ist, zu gehen bereit scheint.

Klarzustellen ist: Die Summen, die im Raum stehen, rechtfertigen das Nachdenken über eine Teilnahme. Insbesondere für Athlet*innen, die nicht aus Europa kommen, ist die Möglichkeit, auf einen Streich für das eigene und die Leben der Familie ausgesorgt zu haben, mehr als verlockend. Gesundheitliche und ethische Bedenken verschwinden dahinter. Es fällt mir daher schwer, jemanden zu verurteilen, der dieser Verlockung nachgeht. Es muss jedoch klar sein: Wer sich einmal öffentlich für Doping ausgesprochen hat – und bereits die Teilnahme an den Enhanced Games ist ein solches Statement –, hat im sauberen Sport nichts mehr zu suchen. Hier sehe ich einen Unterschied zu denen, die einen Dopingverstoß begangen haben, aber Reue zeigen und sich grundsätzlich gegen Doping positionieren. Für diese sieht unser System eine zweite Chance vor. Befürworter*innen von Doping haben diese nicht verdient.

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49! So viele Schützinnen und Schützen gehen für den Deutschen Schützenbund bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl (17. bis 25. Juni) in den olympischen Disziplinen Flinte, Gewehr und Pistole an den Start.