„Die Gleichstellung im Sport ist für mich eine Herzensangelegenheit“
Als Ende September in Baden-Baden mit der Kür Münchens zum nationalen Bewerber um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele deutsche Sportgeschichte geschrieben wurde, war ich zwar nicht live dabei. Trotzdem werde ich dieses Wochenende auch persönlich in bester Erinnerung behalten. Nicht nur, weil ich es richtig und wichtig finde, dass der DOSB nun international den nächsten Anlauf nehmen wird, das größtmögliche Sportereignis der Welt in unser Land zu holen. Sondern auch, weil ich am Vortag der Entscheidung als Nachfolgerin von Elena Semechin in die Athlet*innenkommission des DOSB gewählt wurde. Umso mehr freue ich mich, diese Kolumne nutzen zu dürfen, um mich und die Themen, die ich in den kommenden Monaten vorrangig bespielen möchte, einmal vorzustellen.
Gut zehn Jahre lang war ich auf Hochleistungsebene im Rettungsschwimmen aktiv. Einem Sport, der zwar ein Medaillengarant für das Team Deutschland ist, als nicht-olympischer Sport allerdings in der Nische verschwindet – mit der Ausnahme der World Games, die alle vier Jahre stattfinden. Im vergangenen Jahr habe ich meine Karriere nach den World Games in Chengdu (China) beendet. Einerseits, weil mir die mit zwei verschiedenen Staffeln gewonnenen Goldmedaillen und das Silber im Einzelrennen über 200 Meter Super Lifesaver das Gefühl gaben, mich auf dem sportlichen Höhepunkt verabschieden zu können. Andererseits aber auch, weil ich beruflich den nächsten Schritt machen und auch meine private Familienplanung vorantreiben wollte. Beides ist mir glücklicherweise gelungen. Im August habe ich mein Lehramtsstudium mit der Fachrichtung Sonderpädagogik abgeschlossen. Und seit acht Wochen bin ich Mutter der kleinen Cara, die mein Leben seitdem in eine ganz neue Richtung lenkt.
Einsatz in der AK ist für Alica eine Herzensangelegenheit
Ich gebe allerdings gern zu, dass mir der Sport sehr fehlt. Und weil ich schon früh als Athlet*innenvertreterin in meinem Verband gespürt habe, wie wichtig es mir ist, mich auch abseits des Beckens für unsere Belange zu engagieren, ist der Einsatz im Präsidium des Vereins Athleten Deutschland und nun in der DOSB-Athlet*innenkommission für mich nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern mindestens ebenso eine Herzensangelegenheit. Die zeitlichen Ressourcen, die der Rückzug aus dem Hochleistungssport mir eröffnet hat, gehen zwar aktuell zu einem großen Teil für die Familie und später sicherlich auch für den Beruf drauf. Aber ich möchte mich trotzdem mit der notwendigen Energie in die Gremienarbeit einbringen, denn die beiden Themen, denen ich mich vorrangig widmen werde, verdienen diese Aufmerksamkeit.
Zum einen geht es mir um die Weiterentwicklung der nicht-olympischen Sportarten. Dass die Aufmerksamkeit dafür in der Öffentlichkeit deutlich zu gering und eben auch nur punktuell alle vier Jahre überhaupt vorhanden ist, habe ich bereits erwähnt. Ich möchte aber nicht in das generelle Wehklagen einstimmen, sondern versuchen, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Selbstverständlich müssen wir nicht darüber diskutieren, dass eine bessere finanzielle Absicherung vonnöten wäre. Aber das geht ja den Kolleginnen und Kollegen in vielen olympischen Sportarten kaum anders. Und auch wenn ich aus eigener Erfahrung um die strukturellen Probleme insbesondere im Bereich der Schwimmbäder weiß, die in einem Sport wie dem Rettungsschwimmen schon das Ringen um ausreichend Wasserzeiten für das Training zu einer eigenen Disziplin werden lassen, ist mir dennoch klar, dass das im olympischen Schwimmen ebenfalls ein Problem darstellt.
Vermarktung ist auch im nicht-olympischen Sport ein Dauerthema
Ich möchte deshalb den Blick vielmehr auf das lenken, was der nicht-olympische Sport bieten kann. Wir sind bei den World Games in Chengdu auf Rang zwei des Medaillenspiegels gelandet; in Traditionssportarten wie dem Rettungsschwimmen oder dem Faustball sind wir ebenso erfolgreich wie in Trendsportarten wie Beachhandball oder Wakeboarding. Wir haben so viele Athletinnen und Athleten, die nicht nur in ähnlichem Umfang in ihr Training investieren wie die olympischen und paralympischen Kolleg*innen, sondern die individuell großartige Geschichten zu erzählen haben, die es wert sind, medial ausgebreitet zu werden.
Vermarktung ist auch für uns ein Dauerthema, und die Bereitschaft zur Kooperation ist hoch. Dass in diesem Sommer bei den „Finals“, die ich als nationales Format mit hohem Aufmerksamkeitsgrad sehr schätze, in Hannover auch nicht-olympische Sportarten ins Programm inkludiert wurden, werte ich als wichtiges Zeichen. Und ich sehe auch, dass sich die Berichterstattung über die World Games in den vergangenen Jahren signifikant erhöht hat. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir auf diesem Weg weitergehen, und kann versichern, dass die Athletinnen und Athleten sehr offen dafür sind, jegliche Unterstützung zu leisten, die notwendig ist.
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Deutscher Engagementpreis: Jetzt für Wolfgang Rubensdörfer abstimmen
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Deutscher Engagementpreis 2026 – jetzt abstimmen für Sportdeutschland
Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für Engagementpreise in Deutschland und wird seit 2024 von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) ausgetragen. Zur Abstimmung des diesjährigen Publikumspreises, der mit insgesamt 22.500 Euro dotiert ist, stehen knapp 500 nominierte Projekte und Personen, die bereits einen Preis für ihr Engagement erhalten haben. Abgestimmt werden kann bis zum 29. Oktober, 17:59 Uhr, mit bis zu drei Stimmen pro Person. Zum kostenlosen Publikumsvoting geht es hier.
Unter den Nominierten sind auch zahlreiche Engagements aus dem Sport – die etwa bei den „Sternen des Sports“ oder beim Vereinspreis „Sport mit Haltung" gewürdigt wurden. Ein paar dieser Engagements stellen wir hier vor.
Jetzt abstimmen für Engagements aus Sportdeutschland
Das Ehrenamt neu denken und nachhaltig stärken
Die Turngemeinde Herford von 1860 zeigte mit einer großangelegten Ehrenamts-Kampagne, wie ehrenamtliches Engagement nachhaltig gestärkt und gleichzeitig Teilhabe und Anerkennung ermöglicht werden können. Unter dem Motto „Vereinsheld 2025“ fördert der Verein vor allem junge Ehrenamtliche und ermutigt sie dazu, sich langfristig zu engagieren. Die Initiative basiert auf sechs Säulen – von Netzwerktreffen über Qualifizierungsformate bis hin zur finanziellen Förderung. Für dieses Engagement wurde der Verein mit dem „Großen Stern des Sports“ in Gold geehrt. Jetzt abstimmen für die Turngemeinde Herford von 1860.
Sport als Raum gesellschaftlicher Verantwortung
Unter dem Leitmotiv „Willkommen im Gleisdreieck“ engagiert sich die Fußballabteilung des ESV Olympia Köln seit mehreren Jahren klar für demokratische Werte und gegen Menschenfeindlichkeit. Maßnahmen wie ein Kinder- und Jugendschutzkonzept, ein Antidiskriminierungs-Leitfaden, Schulungen und benannte Ansprechpersonen schaffen nachhaltige Strukturen und stärken den Zusammenhalt im Verein. Dafür wurde der Verein vom Bundeskanzleramt und der Deutschen Sportjugend mit dem Vereinspreis „Sport mit Haltung“ ausgezeichnet. Jetzt abstimmen für die Fußballabteilung des ESV Olympia Köln.
Sportmilliarde: So werden die Gelder für Schwimmbäder verteilt
Am 23. September hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages die geförderten Projekte des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“ (SKS - Schwimmbäder) bekanntgegeben. Das Programm ist ein Ableger des allgemeinen SKS-Programms, mit dem sanierungsbedürftige Sportstätten in ganz Deutschland aus Bundesmitteln gefördert werden und spezialisiert sich – wie der Name verrät – auf Schwimmbäder. Im allgemeinen SKS-Programm sind dagegen alle Arten von Sportstätten (Hallen, Plätze, Vereinsheime und auch Schwimmbäder) antrags- und förderberechtigt.
Für das allgemeine SKS-Programm wurden in der ersten Förderphase im Frühjahr 2026 bereits 329 Millionen Euro an über 300 Projekte verteilt, das Schwimmbad-Programm erhöht diese Gesamt-Fördersumme nun um 247 Mio. Euro.
Bereits fest eingeplant ist zudem eine zweite Runde des SKS-Programms mit vom Bund veranschlagten 333 Mio. Euro. Die Antragsphase dazu soll noch Ende Oktober 2026 starten. Damit lägen die Fördermittel der drei Programmrunden bei über 900 Millionen Euro. Demgegenüber steht ein vom DOSB bezifferter Sanierungsstau bei Sportstätten von mindestens 31 Milliarden Euro.
World Tour Target Sprint Bellinzona: Glanzvolles Saisonfinale - DSB-Team dominiert den Medaillenspiegel
Wenn der Startschuss nicht zu hören ist: Gehörlosensport bei der Schwimm-EM
Wer beim Gehörlosensport zuschaut, wird schnell feststellen: Dort läuft manches anders, vor allem dann, wenn es um Kommunikation und Signale geht. Denn wo hörende Sportler*innen auf einen Startschuss, einen Pfiff oder Zurufe reagieren, kommt es im Gehörlosensport auf das Sehen und die visuelle Wahrnehmung an. Akustische Signale werden durch visuelle oder teilweise auch taktile Signale ersetzt.
Beim Schwimmen zeigt sich das besonders deutlich: Statt eines Startschusses gibt eine Lichtsignalanlage das Startsignal. Das bekannte Ampelsystem macht den Beginn des Rennens für alle sichtbar. Im Training kann beispielsweise auch ein Antippen an Schulter oder Rücken ein vereinbartes Startsignal sein.
Dieses Prinzip findet sich auch in vielen anderen Sportarten im Gehörlosensport wieder. Was sonst zu hören ist, wird sichtbar oder spürbar gemacht: Im Fußball können beispielsweise Schiedsrichterzeichen über eine Fahne wahrgenommen werden, anstatt dass ein Pfiff das Signal gibt. Im Tanzsport können Vibrationen über den Boden dabei helfen, Rhythmus und musikalische Impulse wahrzunehmen. Und auch im Volleyball gibt es besondere visuelle Signale: So kann beispielsweise das Netz bewegt werden, um den Spieler*innen während des Spiels eine Information zu vermitteln. Je nach Sportart gibt es damit unterschiedliche Möglichkeiten, akustische Informationen so zu ersetzen, dass sie für die Sportler*innen sichtbar oder spürbar werden.
Gebärdensprache spielt entscheidende Rolle im Gehörlosensport
Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Gebärdensprache. Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen Sportler*innen, Trainer*innen und dem weiteren Umfeld und ist zugleich ein wichtiger Teil der Gehörlosenkultur. Wer genauer hinschaut, entdeckt deshalb im Gehörlosensport viele visuelle Zeichen und Kommunikationsformen, die sich vom Sport hörender Athlet*innen und von anderen Sportkontexten unterscheiden.
Damit Kommunikation funktioniert, müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Trainer*innen müssen für ihre Sportler*innen gut sichtbar sein. Ungünstige Lichtverhältnisse, etwa wenn die Sonne direkt hinter den Trainer*innen steht, können die Kommunikation erheblich erschweren.
Gehörlosensport macht damit sichtbar, wie wichtig Barrierefreiheit und gute Kommunikation im Sport sind: Es geht nicht darum, den Sport anders zu machen, sondern darum, Informationen so zu vermitteln, dass alle sie wahrnehmen können.
Und wer bei der Schwimm-EM in Freiburg zuschaut, kann selbst einmal darauf achten: Welche Signale sind zu sehen, die sonst zu hören wären?
Passend dazu gibt es ein kurzes Video mit wichtigen Gebärden aus dem Schwimmsport. Die Bewegungen lassen sich dabei direkt beobachten und nachgebärden, denn Gebärdensprache lebt von der visuellen Kommunikation.
Flinten-EM Malakasa: Skeet Nachwuchs räumt bei ESC-Challenges ab
Enge Zusammenarbeit für mehr Prävention im Sportverein
Die Schnittstelle erleichtert Sportvereinen den Zugang zur Prävention der gesetzlichen Krankenkassen und verbindet das DOSB-Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT mit dem „Deutschen Standard Prävention“ der gesetzlichen Krankenkassen.
SPORT PRO GESUNDHEIT: Qualität sichtbar machen
Gesundheitsorientierte Bewegungsangebote gibt es in vielen Sportvereinen. Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT macht dabei auf einen Blick sichtbar: Hier steht Qualität im Mittelpunkt. Das vom DOSB gemeinsam mit der Bundesärztekammer entwickelte Qualitätssiegel zeichnet gesundheitsorientierte Sportangebote aus, die festgelegte Qualitätskriterien erfüllen. Für Teilnehmende bietet das Siegel damit eine wichtige Orientierung bei der Suche nach einem passenden Gesundheitssportangebot im Sportverein. Gleichzeitig unterstützt SPORT PRO GESUNDHEIT die Vereine dabei, ihre Gesundheitsangebote strukturiert und qualitätsgesichert umzusetzen und nach außen sichtbar zu machen.
Ein Antrag, zwei Qualitätsnachweise
Ein besonderer Mehrwert der seit zehn Jahren bestehenden Zusammenarbeit zeigt sich im Zertifizierungsprozess: Über die Serviceplattform SPORT PRO GESUNDHEIT können Sportvereine ihre Gesundheitssportangebote zur Prüfung einreichen und das Siegel des DOSB erhalten. Entsprechen die Angebote zudem den Anforderungen des Leitfadens Prävention, erhalten sie gleichzeitig den „Deutschen Standard Prävention“ der gesetzlichen Krankenkassen – mit einem gemeinsamen digitalen Prozess.
Die technische Schnittstelle zwischen DOSB und der Zentrale Prüfstelle Prävention reduziert dadurch den administrativen Aufwand für die Vereine und erleichtert ihnen den Zugang zum Präventionsbereich der gesetzlichen Krankenversicherungen. Für Sportvereine bedeutet das: Qualität nachweisen, sichtbar machen und Menschen für gesundheitsorientierte Bewegung gewinnen – mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand.
3D-WM Yankton: Judith Wenzl krönt sich zur Weltmeisterin
Alexander Zverev ist „Sportler des Monats“ September
Tennisprofi Alexander Zverev krönte seine herausragende Saison mit dem ersten US‑Open‑Titel seiner Karriere und wird dafür von 49,2 Prozent der abstimmenden Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten zum „Sportler des Monats“ September gewählt. Im Finale von New York setzte er sich gegen den US‑Amerikaner Ben Shelton in vier Sätzen durch und triumphierte als zweiter deutscher Spieler nach Boris Becker 1989 im Einzel der Männer. Für Zverev ist es bereits die zweite Auszeichnung als „Sportler des Monats“ in diesem Jahr, nachdem er nach seinem ersten Grand-Slam-Erfolg bei den French Open bereits zum „Sportler des Monats“ Juni gewählt worden war.
Hinter Alexander Zverev folgt Para-Schwimmerin Tanja Scholz (35,2 %)auf Rang zwei. Die Athletin gewann bei der Para-Schwimm-EM im türkischen Kocaeli dreimal Gold über 50 Meter Brust (SB2), 150 Meter Lagen (SM4) sowie 50 Meter Freistil (S4) und stellte dabei drei neue Weltrekorde auf. Zudem sicherte sie sich Silber über 50 Meter Rücken (S4). Mit ihren Leistungen unterstrich sie eindrucksvoll ihre internationale Spitzenstellung. Rang drei geht an die deutsche Kanu‑Polo‑Nationalmannschaft der Damen (15,6 %), die bei der Heim‑WM in Duisburg überragende Auftritte zeigte. Im Finale gegen Frankreich setzte sich die Mannschaft klar mit 8:1 durch und feierte damit den Weltmeistertitel. Der Erfolg krönte eine starke Turnierleistung und bestätigte die herausragende Form des Teams.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Sporthilfe-Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
Für ihre Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
DM Auflage Hannover: Neue Deutsche Meister und ein besonderes Highlight
Vier Spitzenleute bei Frauen und Männern lassen auf goldene EM hoffen
Mit sieben Männern und fünf Frauen geht der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) in die Europameisterschaften, die vom 11. bis 18. Oktober in der Arena Stozice in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana ausgetragen werden. In allen Wettbewerben gelten die Team-D-Athlet*innen als Medaillenkandidaten. Die Bilanz der EM 2024 in Linz (Österreich) mit einmal Silber und dreimal Bronze soll nach Möglichkeit noch getoppt werden. Für dosb.de stellt Richard Prause den deutschen Kader vor und schätzt die Erfolgsaussichten ein. Der 58-Jährige, der in Oberhausen geboren wurde und in Hanau lebt, war von 1999 bis 2010 Bundestrainer der Frauen und Männer, von 2015 bis 2024 Sportdirektor des DTTB und wechselte im Anschluss in den neu installierten hauptamtlichen DTTB-Vorstand, zuständig für den Bereich „Sport“.
Sabine Winter (34/TSV Dachau): Sabine ist als Neunte der Weltrangliste die einzige Europäerin unter den Top 10 und damit eine sehr aussichtsreiche Medaillenkandidatin im Einzel. Ihre Geschichte wurde in den vergangenen Monaten oft erzählt und ist dennoch weiterhin faszinierend. Dass sie den Materialwechsel und die damit verbundene Umstellung ihres Spielstils in dieser Form umgesetzt hat, ist absolut außergewöhnlich und hat weltweit für Furore gesorgt. Sie hat auf einen sehr langsamen Anti-Topspin-Belag gewechselt, und das hat sie extrem weitergebracht. Sie lernt noch immer viel dazu, unter anderem gehört zum Prozess, dass sich die Gegnerinnen langsam auf die „neue“ Sabine einstellen. Sie arbeitet akribisch und mit höchster intrinsischer Motivation daran, die nächsten Schritte zu machen, um der Konkurrenz weiterhin voraus zu bleiben. Sabine hatte im Sommer zwar etwas mit einer Verletzung zu kämpfen, ist aber in der Zwischenzeit wieder voll im Training. Wenn sie eine starke Woche erwischt, kann sie ganz vorne landen.
Ying Han (43/KTS Zamek Tarnobrzeg): Dass sie überhaupt noch auf diesem Level antreten kann, ist die wohl größte Willensleistung, die ich im Tischtennis je gesehen habe. Im Januar 2024 hat sie sich die rechte Achillessehne gerissen. Das ist im Tischtennis, wo diese Sehne für die abrupten Richtungswechsel eine ganz entscheidende Stabilität bringt, die schlimmste Verletzung, davon erholen sich nicht allzu viele. Im Juli 2024 folgte dann der Riss der linken Achillessehne. Doch Ying Han hat damals gesagt, dass sie so nicht aufhören werde und sich zurückkämpfen wolle. Und das hat sie mehr als eindrucksvoll geschafft, sie ist mittlerweile wieder bis auf Platz 16 der Welt geklettert und will sich bei der EM als zweite Europäerin aus den Top 20 der Welt unbedingt zeigen. „Zum Glück habe ich keine drei Achillessehnen“, hat sie damals mit einem Augenzwinkern zu mir gesagt, und das charakterisiert ihre Einstellung perfekt. Sie zieht durch – und kann, wenn die Auslosung passt, sehr weit kommen.
Nina Mittelham (29/TTC Berlin Eastside): Nina kam im vergangenen Jahr aus einer längeren Verletzung, hat sich nun als 29. der Welt wieder unter die Top 30 vorgeschoben. Wir rechnen uns für sie im Einzel gute Chancen aus. Sie ist eine der wenigen Spielerinnen in der Weltklasse, die beidseitig Spin-orientiert spielt. Dieser leichte, schnelle Stil ist zum Zuschauen sehr schön, weil man bei ihr diese Rotationsbereiche sehr gut sieht. Wir sind sehr gespannt, wie sie sich nach den vergangenen Monaten, in denen sie sehr gut gespielt hat, nun bei der EM präsentiert und ob sie die Bronzemedaille von vor zwei Jahren noch toppen kann. Bei der Heim-EM in München stand sie sogar im Einzel-Finale, als sie eine Verletzung stoppte.
Annett Kaufmann (20/DJK SV Kolbermoor): Annett befindet sich aktuell in der Konsolidierungsphase. Der Übergang vom Juniorinnen- in den Erwachsenenbereich ist nie einfach, und wenn man dann wie sie als Shootingstar gehandelt wird, wachsen die Erwartungen zusätzlich. Sie ist nun in der Top 50 der Welt angekommen, wird aktuell an Position 42 geführt. Ihr Spiel hat einige Elemente, die sie herausstechen lassen. Sie spielt ebenso super gegen das gegnerische Tempo wie sie selbst Tempo machen kann. Und sie ist eine Spielerin, die wächst, wenn sie an den Tisch geht. Es ist nach dem EM-Titelgewinn mit dem Team im vergangenen Jahr die erste Einzel-EM, bei der die Konkurrenz sie richtig auf dem Zettel hat, – ihr Einzel-EM-Debüt hat sie 2022 in München gegeben –, und wir sind sehr gespannt, wie sie damit umgeht. Aber sie sucht solche Herausforderungen und wird sich sicher noch weiter entwickeln.
Franziska Schreiner (24/TSV Langstadt): Sie ist eine Spielerin mit profunder Juniorinnenkarriere, die nun schon einige Jahre bei den Damen um den Durchbruch kämpft. In der Weltrangliste steht sie an Position 143. Das EM-Ticket hat sie sich im internen Ausscheidungswettkampf gesichert und damit absolut verdient. Nun kann sie frei aufspielen und versuchen, ihre Chance zu nutzen. Es ist Franzis dritte EM-Teilnahme nach 2022 und 2024.
Han/Winter: Das ist ein neues Doppel, das wir ausprobieren wollen. Ich bin überzeugt, dass das eine sehr spannende Formation ist, weil beide komplett unterschiedliche Systeme einbringen. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028, bei denen es keine Teamwettkämpfe für Männer und Frauen mehr gibt, sondern nur noch ein Mixed-Team, versuchen wir gerade einiges, und diese beiden auf Topniveau gemeinsam zu sehen, wird sicherlich sehr spannend werden.
Kaufmann/Mittelham: Die beiden haben schon bei der EM 2024 zusammen Doppel gespielt, nun bekommen sie die nächste Chance, weil wir von ihrem gemeinsamen Potenzial überzeugt sind. Die Kombination aus Links- und Rechtshänderin wird gern genutzt, und wir glauben, dass sie grundsätzlich sehr gut miteinander harmonieren können. Es wird sehr interessant zu verfolgen, ob sie es in Ljubljana umsetzen können.
Deutscher Engagementpreis: Jetzt für Hans Scholz abstimmen
Ziele 2035: Vom gemeinsamen Nordstern zur Umsetzung
Die sechs DOSB-Ziele 2035 bilden den langfristigen Nordstern für die Entwicklung von Sportdeutschland. Sie beschreiben eine gemeinsame Ambition bis 2035 – von mehr Bewegung und mehr Mitgliedschaften über mehr qualifizierte Menschen und moderne Sporträume bis hin zu sportlichem Erfolg sowie einem sicheren, vielfältigen und gesundheitsfördernden Sportumfeld.
Im Laufe dieses Jahres wurde die Ausgangslage zu allen sechs Zielen umfassend analysiert. Die IST-Analysen zeigen, wo Sportdeutschland heute steht, wie groß die Strecke bis 2035 ist und an welchen Stellen eine Fortschreibung des Bestehenden allein nicht ausreichen wird. Parallel wurden die Analysen in unterschiedlichen Beteiligungsformaten mit den Mitgliedsorganisationen weiterbearbeitet – unter anderem beim Dialogforum Sportentwicklung, im Netzwerk der Sportentwickler*innen sowie zuletzt in der ZukunftsArena. Daraus sind strategische Hebel, zahlreiche Maßnahmenideen und weiterführende Entwicklungsfragen hervorgegangen.
Vom Ziel zur Umsetzung
Für die nächste Phase werden die unterschiedlichen Ebenen der bisherigen Arbeit noch klarer miteinander verbunden:
- die sechs Ziele 2035 als gemeinsamer langfristiger Orientierungsrahmen,
- die IST-Analysen als gemeinsame Datengrundlage,
- strategische Hebel, die größere Veränderungen ermöglichen können,
- konkrete Maßnahmenideen für unterschiedliche Organisationstypen,
- Pilot- und Entwicklungsfragen, die zunächst weiter geprüft oder erprobt werden,
- sowie verbindliche Beiträge, die der DOSB oder eine Mitgliedsorganisation jeweils für sich übernimmt, beziehungsweise die durch die zuständigen Gremien gemeinsam beschlossen werden.
Damit wird zugleich deutlicher, was die Maßnahmenplanung leisten soll: Sie soll Orientierung und Inspiration geben und sichtbar machen, welche unterschiedlichen Beiträge im organisierten Sport möglich sind. Denn die Strukturen, Aufgaben und Voraussetzungen von DOSB, Landessportbünden, Spitzenverbänden und Verbänden mit besonderen Aufgaben unterscheiden sich. Entsprechend können auch die jeweiligen Beiträge zur Erreichung der Ziele unterschiedlich aussehen.
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Waffenrecht: DSB beantwortet umfangreichen Fragenkatalog
3D-WM Yankton: DSB-Quartett mit Medaillenchancen
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Thomas Weikert kandidiert nicht mehr als DOSB-Präsident
Liebe Sportfreundinnen und Sportfreunde,
„an den Scheidewegen unseres Lebens stehen keine Wegweiser“, dieses Zitat wird dem großartigen Charlie Chaplin zugeschrieben. Ich bin wahrlich kein Schauspieler, und als Regisseur habe ich mich trotz meiner Rolle als Präsident im DOSB auch nie gefühlt. Ich kann aber nachempfinden, was Chaplin meinte, denn auch ich habe mich nun einige Monate mit der Entscheidung getragen, ob ich am 5. Dezember auf der Mitgliederversammlung noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren soll. Heute nun ist der Tag, an dem ich euch mitteilen möchte, dass ich es nicht tun werde.
Bevor ich zu den Gründen dafür komme, möchte ich betonen, woran es nicht gelegen hat. Mein Präsidiumsteam ist mir in den vergangenen fünf Jahren, die wir in mehr oder minder identischer Besetzung für das gekämpft haben, was uns wichtig war, fest ans Herz gewachsen. Ich habe mich auch in meinen vorangegangenen Führungsämtern im Deutschen Tischtennis-Bund und im Tischtennis-Weltverband nie als Anführer gesehen. Ich bin kein Lautsprecher, niemand, der grundlos auf den Tisch haut. Ich sage meine Meinung, aber entschieden wird im Kollektiv. Und auch wenn mir bewusst ist, dass manche mir deshalb Führungsschwäche und Profillosigkeit vorhalten, sehe ich darin die Ursache, dass ich mit mindestens 90 Prozent derjenigen, mit denen ich im organisierten Sport arbeiten durfte, gut ausgekommen bin. Das ist mir wichtiger als im Alleingang erzwungene Achtungserfolge, und deshalb danke ich meinem Präsidiumsteam von Herzen für die gemeinsame Zeit.
Dieser Dank gilt aber in kaum minderer Form auch dem DOSB-Vorstand, mit dem ich stets vertrauensvoll zusammengearbeitet habe, den Mitarbeitenden im DOSB, den vielen Partnern in den Mitgliedsorganisationen und den treuen Unterstützer*innen des Team D und des DOSB. Auch mit dem größten Teil von euch habe ich, trotz mancher Differenzen, die gerade in einem emotionsgeladenen Umfeld wie dem Sport vollkommen normal sind, sehr gern zusammengearbeitet. Ich weiß, und das war ein gewichtiges Argument gegen die nun getroffene Entscheidung, dass ich diese Zusammenarbeit vermissen werde. Ich habe es geliebt, mich für das Wohlergehen des Sports einzusetzen, und auch wenn ich noch nicht sagen kann, in welcher Form ich das zukünftig tun werde, ist für mich klar, dass ich einen Teil meiner Kraft auch weiterhin dafür einbringen möchte.
Diese Vorrede führt mich nun aber zur Begründung meiner Entscheidung. Ich werde am 15. November, also noch vor der Mitgliederversammlung, 65 Jahre alt. Das ist zwar heute längst kein biblisches Alter mehr, aber ich spüre, dass ich nicht mehr die Kraft aufbringen kann, mich noch einmal vier Jahre mit Vollgas – und nichts anderes hätte der DOSB verdient – den Aufgaben eines Präsidenten zu widmen. Ihr mögt mich für naiv erklären, aber ich gebe zu, dass ich vor meiner Amtsübernahme nicht einschätzen konnte, welcher Arbeitsaufwand notwendig ist, um der Aufgabenfülle gerecht zu werden. DOSB-Präsident zu sein, ist ein Vollzeitjob. Und ich bitte zu bedenken, dass es sich trotzdem um ein – zumindest bis zum Ende dieses Jahres – unbezahltes Ehrenamt handelt. Das wusste ich zwar vorher; wie viel Energie notwendig ist, um es mehr als anständig auszufüllen, wusste ich nicht. Die Belastung habe ich als enorm empfunden, und ich kann sie mir, auch mit Blick auf meine Familie, nicht weitere vier Jahre zumuten.
„Wenn man anfängt, an das Ausscheiden zu denken, hat man schon verloren“
Mit neun Frauen und zwei Männern startet der Deutsche Judo-Bund (DJB) in die Weltmeisterschaften in Aserbaidschans Hauptstadt Baku, die vom 4. bis 11. Oktober ausgetragen werden. Anders als bei Olympischen Spielen, wo pro Gewichtsklasse nur eine Kämpferin pro Nation zugelassen ist, können Miriam Butkereit (32) und Giovanna Scoccimarro (28) im 70-kg-Limit beide um Gold kämpfen. Wer deshalb interne Spannungen erwartet, wird spätestens im gemeinsamen Gespräch eines Besseren belehrt. Die beiden Weltklasse-Athletinnen – Olympia-Silbergewinnerin Butkereit ist Fünfte der Weltrangliste, Scoccimarro wird an Position 20 geführt – gehen sehr respektvoll und freundschaftlich miteinander um. Ganz so, wie es in dem japanischen Kampfsport, der als „der sanfte Weg“ beschrieben wird, üblich ist.
DOSB: Im Judo gibt es auf der Weltserie mit Grand Prix und Grand Slam einige wichtige Turniere. Welchen Stellenwert hat die WM im Vergleich damit für euch?
Giovanna Scoccimarro: Grand Slam und Grand Prix sind wichtige Turnierserien, bei denen wir Punkte für das Olympiaranking sammeln. Aber man kann sie vergleichen mit Weltcups oder Rennen wie in der Formel 1. Die WM ist unser Saisonhöhepunkt, wer hier Gold gewinnt, bekommt 2000 Punkte für die Rangliste. Also hat sie in diesem Jahr den höchsten Stellenwert.
Miriam Butkereit: Dazu kommt Ende des Jahres noch das Masters, ein Einladungsturnier für die besten 36 der Weltrangliste. Bei der WM sind theoretisch die Top 100 der Welt startberechtigt, so dass das Masters ein noch ausgewählteres Teilnahmefeld hat. Dort gibt es für den Sieg 1800 Punkte, bei der EM im Vergleich dazu nur 700.
Die WM findet in Baku statt. Gastgeber Aserbaidschan ist eine begeisterte Judo-Nation. Was erwartet ihr euch vom Austragungsort und welche Rolle spielt die Atmosphäre in der Halle?
Miriam: Die Hallen sind eigentlich überall gleich, ob das in Frankreich, Brasilien oder Aserbaidschan ist. Aber es macht schon einen Unterschied, wenn viele Zuschauer da sind, die dann auch noch judobegeistert und sachkundig sind. Es ist ein schönes Gefühl, das aufzusaugen und mitzunehmen, auch wenn die Leute nicht mich anfeuern.
Giovanna: Das sehe ich genauso, es ist toll, wenn die Leute etwas vom Judo verstehen. Wenn dann bei einem schönen Ippon ein Raunen durch die Ränge geht, dann löst das schon etwas in mir aus. Das ist cooler, als vor leeren Tribünen zu kämpfen.
Bei den Männern Aserbaidschans sind mit Richard Trautmann und Slavko Tekic zwei in Deutschland sehr gut bekannte Trainer in Verantwortung. Spielt das für euch als Team Deutschland eine Rolle?
Miriam: Für das Team macht das gar keinen Unterschied. Die beiden haben auch keinen Vorteil davon, dass sie unsere Männer so gut kennen, denn man kann heute jeden Kampf auf Video schauen und sich online auf alles vorbereiten. Ich persönlich freue mich immer, die beiden wiederzusehen. Slavko kenne ich noch gut aus meiner Anfangszeit in Hamburg, da ist es immer schön, mal ein bisschen miteinander zu sprechen und zu hören, wie es bei ihnen so läuft.
Giovanna: Vielleicht würden wir es auch anders sehen, wenn wir Männer wären, weil Richard die Männer auch betreut hat. Aber ich glaube, selbst für die spielt es keine Rolle, zumal auch aus der Zeit kaum noch einer dabei ist.
Der DJB geht mit neun Frauen und zwei Männern in die Einzelwettbewerbe der WM. Inwiefern spiegelt dieses Verhältnis das aktuelle Leistungsvermögen von Frauen und Männern wider?
Giovanna: Es ist zumindest kein Zufall, es liegt schon daran, dass die WM auf die Top 100 der Welt begrenzt ist, da fallen aktuell leider einige unserer Männer raus. Es gab in den vergangenen Jahren bei den Männern einige Trainerwechsel und einen ziemlichen Umbruch. Vielleicht müssten sie ein paar mehr Turniere auf europäischer Ebene kämpfen, um wieder mehr Punkte für die Rangliste zu sammeln. Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 hoffen wir natürlich, dass es besser wird, denn wir wollen da auch im Mixed-Team-Wettbewerb eine Medaille holen.
Miriam: Bei der WM dürfen wir trotzdem ein gemischtes Team stellen, da dürfen drei zusätzliche Starter nominiert werden, was bei Olympia nicht geht. Für uns ist es deshalb kein Nachteil, dass wir im Einzel so besetzt sind. Wir freuen uns, dass wir mit einem kompletten Frauenteam an den Start gehen und die Nominierungskriterien geschafft haben. Bei den Männern sind es sicher mehrere Faktoren, an denen sie auch zu arbeiten versuchen. Aber es ist nie leicht, eine Lösung zu finden, die alle besser macht.
Ihr habt beide bereits eine WM-Medaille im Einzel gewonnen, Giovanna 2023 Silber, Miriam im vergangenen Jahr Bronze. Was bewirkt ein solcher Erfolg für das Selbstvertrauen?
Miriam: Klar ist es schön zu wissen, dass man einen solchen Erfolg schon einmal geschafft hat. Aber jeder Wettkampf beginnt bei null, man muss sich immer wieder neu erfinden, es kommen neue Gegnerinnen, neue Konstellationen. Man kann davon, dass man mal irgendwann eine WM-Medaille gewonnen hat, keine Rückschlüsse auf das aktuelle Turnier ziehen.
Giovanna: Im Moment des Triumphes bewirkt so eine WM-Medaille schon etwas, sie steigert das Selbstbewusstsein, man geht gestärkter in die nächsten Turniere. Aber sie ist kein Booster für ewig, das Mindset ändert sich dadurch nicht grundlegend. Judo ist dazu auch viel zu facettenreich und komplex, du weißt nie, was passiert.






