Hauberg 2, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Sprechergruppe der Konferenz der Spitzenverbände beim DSB

Die neu gewählte Sprechergruppe der Konferenz der Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hielt am 12. und 13. Juni 2026 ihre Auftaktsitzung im Bundesstützpunkt des Deutschen Schützenbundes in Wiesbaden ab. Im Mittelpunkt der intensiven Diskussionen stand die Festlegung des Arbeitsprogramms für die kommenden vier Jahre. Für den DSB nahm Jörg Brokamp als stellvertretender Sprecher der Spitzenverbände teil.

„Das Gefühl von Schwerelosigkeit und Freiheit im Wasser ist durch nichts zu ersetzen“

Wasser war schon immer mein Element, zumindest so lange meine Erinnerung zurückreicht. Ich war eins dieser Kinder, das man mit blauen Lippen aus dem Wasser ziehen musste, weil ich einfach nicht genug vom Schwimmen bekommen konnte. Ich habe es geliebt, bei uns in Bruchköbel, wo ich aufgewachsen bin, im Freibad die Wasserrutsche hinunterzurasen, vom Sprungturm zu springen und endlos im Wasser zu plantschen. Zum Glück hatte ich eine Oma, die mich zwar nicht ins kalte Wasser geworfen, aber mich doch sorgenfrei hineinspringen hat lassen. Und einen Papa, mit dem ich jeden Sonntag ins Schwimmbad gehen konnte. Irgendwann, ich muss acht Jahre alt gewesen sein, wollte ich unbedingt die ganzen Schwimmabzeichen erwerben und habe an einem Tag die Prüfungen für Silber und Gold hintereinander abgelegt. Da sagte der Bademeister zu meinem Vater: „Vielleicht sollten Sie das Mädchen mal in einen Schwimmverein geben!“

Das war allerdings auch schon zu Beginn der 2000er-Jahre nicht ganz so einfach. Unser Heimatverein hatte sechs Monate Wartezeit. Also bin ich zu unserem DLRG-Ortsverein gegangen und habe dort trainiert. Das Training fand manchmal parallel mit den „normalen“ Schwimmern statt, und weil die Vereinstrainer sahen, was ich schon konnte, haben sie Gnade walten lassen und mich in der Warteliste vorgezogen, so dass ich doch recht bald ein Probetraining absolvieren durfte. Das war der Beginn einer Leidenschaft, aus der viel mehr wurde als ein Hobby.

Was für mich die Faszination des Schwimmens ausmacht, kann ich bis heute ganz deutlich beschreiben. Es ist dieses Gefühl von Schwerelosigkeit und die Möglichkeit, in eine ganz eigene Welt abzutauchen. Wir alle tragen einen imaginären Rucksack mit uns herum, der mit unseren To-Dos, Sorgen und Belastungen gefüllt ist. Für mich war das Schwimmen immer das beste Rezept, um die Sorgen des Alltags – ob es Ärger im Freundeskreis war oder das Lernen für die Schule oder das Studium – hinter mir zu lassen. In dem Moment, in dem ich das Wasser über mir zusammenfließen sah und nur noch das Rauschen in meinen Ohren hörte, hatte ich ein Gefühl von Freiheit, das durch nichts zu ersetzen ist. Es gibt mittlerweile Tage, an denen ich nur für 500 Meter ins Schwimmbad fahre. Für eine ehemalige Leistungsschwimmerin ist das eine Distanz, für die eigentlich das Umkleiden nicht lohnt. Aber ich weiß, dass es mir guttut.

Wasser sollte niemals bedrohlich sein

Mir ist bewusst, dass gerade freie Gewässer, bei denen man nicht auf den Grund schauen kann, manchen Menschen Unbehagen und sogar Angst bereiten. Ich bin dankbar dafür, dass das bei mir nie der Fall war. Wasser sollte, sofern man sich mit den Gefahren auseinandersetzt, die Wettereinflüsse wie Sturm oder Gewitter mit sich bringen, niemals bedrohlich sein. Während meiner Leistungssportkarriere bin ich in der Freizeit tatsächlich nie ins Schwimmbad gefahren, sondern habe nur in Seen oder im Meer gebadet, weil ich abseits des Sports Wasser zur Entspannung nutzen wollte. Aber ich habe Wasser niemals als etwas betrachtet, das in mir Ablehnung hervorruft, sondern immer die Freiheit genossen, die es mir ermöglicht.

Dass aus meiner Leidenschaft ein Beruf wurde, war rückblickend eine logische Entwicklung. Ich bin bewusst Stufe um Stufe nach oben geklettert. Der Fakt, dass Schwimmen für mich mit Leistung verbunden war, hat zu keiner Zeit dazu geführt, dass ich den Spaß daran verloren habe. Mental war ich immer bereit dazu, mein Bestes zu geben. Es mag manche überraschen, aber ich habe 95 Prozent meiner Trainingseinheiten positiv empfunden. Zu sehen, was sich aus dem Körper herauskitzeln lässt, wenn man mit der notwendigen Disziplin ans Werk geht, hat mich immer fasziniert. Es gibt ja dieses Klischee, dass Schwimmtraining vor allem langweilig ist. Natürlich ist es nur ein Mythos, dass wir die Kacheln zählen. Im Training muss man immer fokussiert sein. Aber wenn man stumpf seine Ausdauerbahnen zieht, können die Gedanken schon mal abschweifen. Ich habe dann meist darüber nachgedacht, was ich noch einkaufen muss oder wen ich schon lange mal wieder anrufen wollte. Und irgendwie war das immer entspannend.

Weltcup Antalya: Moritz Wieser knapp an Medaille vorbei

Moritz Wieser (Trostberg) hat in Antalya/TUR knapp seine erste Einzelmedaille im Weltcup-Circuit verpasst: Der 25-jährige Recurveschütze unterlag sowohl im Halbfinale als auch im Bronzematch knapp mit 4:6: „Das Halb- sowie Bronze-Finale bei einem 4:4 Punktestand nicht für mich zu entscheiden, schmerzt wirklich sehr. Der vierte Platz ist und bleibt ein Trostpflaster.“ Ebenfalls stark: Compoundschützin Katharina Raab (Wertach) belegte Rang sechs.

Die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung nutzen

Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit sind wichtige Bedingungen für eine nachhaltige Zukunft – sowohl in Deutschland und Europa. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie in Zeiten des Klimawandels und wachsender Ungleichheit verschiedene gesellschaftliche Bereiche, darunter der Sport, zu mehr Umweltgerechtigkeit beitragen können. Dazu haben wir das nachfolgende Interview mit dem Bundesumweltminister geführt.

DOSB: Herr Minister, wie priorisiert das Bundesumweltministerium (BMUKN) das Konzept der Umweltgerechtigkeit in seiner aktuellen Umweltpolitik? Und welche Rolle spielt Umweltgerechtigkeit in der ressortübergreifenden Zusammenarbeit, etwa mit dem Bundesgesundheitsministerium, den Bundesbauministerium oder dem Bundesverkehrsministerium?

CARSTEN SCHNEIDER: Wir alle haben im Kern doch die gleichen Bedürfnisse, wenn es um Umwelt und Natur geht. Wir wünschen uns saubere Luft zum Atmen, sauberes Wasser zum Trinken. Ein Ausflug ins Grüne gibt uns Kraft und Zuversicht. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass uns allen das unabhängig von Einkommen, Bildung, Alter, Geschlecht oder Herkunft möglich ist. Menschen, die in Quartieren mit mehr Lärm leben, brauchen umso mehr ein Stück Natur wie einen Park oder eine öffentliche Wiese in der Nähe.

Während die einen dort einfach die Seele baumeln lassen, sehen die anderen darin eine Einladung zu Bewegung und Sport. Das ist Gold wert für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden und das soll so bleiben. Mit Klimaschutz und Klimaanpassung bewahren wir uns und unseren Kindern auch solche grünen Kraftquellen. Womit wir wieder beim Stichwort Gerechtigkeit sind.

Im Zusammenhang mit Umweltgerechtigkeit werden unter anderem die sozialräumliche Verteilung von Umweltbelastungen wie Lärm und Luftverschmutzung sowie der Zugang zu Natur und Grünräumen diskutiert. Herr Minister, welche konkreten Schritte unternehmen Sie, um mehr Umweltgerechtigkeit aktiv in nationale Strategien und Förderprogramme zu integrieren?

Das Ziel von Umweltgerechtigkeit sind gesunde Umwelt- und Lebensverhältnisse für alle Menschen. Die Kommunen sind hier entscheidend, um Umwelt, Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung mit Grün- und Freiflächenentwicklung sowie Verkehr zusammenzudenken und danach zu planen. Aber auch der Bund macht viel. So schützt etwa das Immissionsschutzrecht Menschen vor Luftverschmutzung oder Lärm. Mit der Nationalen Wasserstrategie stellen wir uns Herausforderungen des Klimawandels wie Hitze- und Dürreperioden. Damit auch in Zukunft Wasser überall versorgungssicher und bezahlbar bleibt.

Naturnahe Grünflächen in der Stadt zu fördern, spielt im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt sowie bei der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung eine wichtige Rolle.

Wie beurteilen Sie die Rolle von Sportvereinen und -verbänden bei Maßnahmen für mehr Umweltgerechtigkeit? Können Sportorganisationen als aktive Partner bei der Umsetzung umweltpolitischer Ziele, etwa einer klimaangepassten Stadtplanung oder der Verbesserung der Lebensqualität in sozial benachteiligten Quartieren, eingebunden werden? Planen Sie beispielsweise Kooperationsformate, bei denen Sportorganisationen als Multiplikatoren für sozial-ökologische Transformation wirken können?

Der Sport hat da großes Potenzial- schon allein wegen der gesellschaftlichen Bedeutung von Sportvereinen: Sport verbindet uns - egal wie unterschiedlich wir sonst sind. Das Miteinander auf und neben dem Spielfeld tut uns individuell gut und stärkt den Zusammenhalt in unserem Land. Davon profitiert auch der Umweltschutz, der in einer gespaltenen Gesellschaft schnell unter die Räder gerät. Wer in der Natur Sport treibt, dem wird ihre Schönheit und Verletzlichkeit bewusst. Wir schützen, was wir schätzen – gerade der Sport ist auf eine gesunde Umwelt angewiesen. Das wissen Sportvereine und tragen durch Bildung und Aufklärung zum Umweltschutz bei. Wir sehen uns als Partner des nachhaltigen Sports und arbeiten schon lange mit den Sportorganisationen zusammen an einer nachhaltigeren Zukunft. Mit dem DOSB arbeiten wir - nach einer gemeinsamen Konferenz zu Klimaanpassung im Sport letztes Jahr - im Förderprojekt „Klima wandelt Sport“ daran, wie wir auch in Zukunft unter klimatisch veränderten Bedingungen – etwa mehr und längeren Hitzeperioden - Sport treiben können.

Welche Bedeutung sollte das Prinzip der Umweltgerechtigkeit bei einer möglichen deutschen Bewerbung um Olympische Spiele haben? Und sehen Sie die Chance, dass Deutschland mit einem konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewerbungskonzept eine internationale Vorreiterrolle übernimmt und zugleich eine positive Legacy schafft?

Ich bin ein Olympiafan und unterstütze voller Begeisterung die deutsche Bewerbung. Ich bin sicher, dass diese nur erfolgreich sein kann, wenn sie konsequent nachhaltig gedacht und geplant wird. Die Menschen in Deutschland wollen kein UFO, das hier für ein paar Wochen landet und dann weiterzieht. Olympia soll und wird dem Breiten- und Leistungssport einen starken Schub geben. Wir sind ja grundsätzlich gut aufgestellt für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland – wie man an dem gemeinsam entwickelten Portal nachhaltige-sportveranstaltungen.de und an erfolgreich durchgeführten Welt- und Europameisterschaften z. B. im Fußball oder Handball, bei den Special Olympics oder den World University Games sehen kann. Der Schub muss dann auch in die Breite gehen, nicht zuletzt in die Modernisierung der Sportstätten.

Wir reden über olympische und paralympische Spiele in 10 bis 20 Jahren - das ist kurz vor der Klimaneutralität, zu der sich Deutschland rechtlich verpflichtet hat. Da kann Deutschland zeigen, wie Olympia konsequent sozial, partizipativ und ökologisch organisiert werden kann. Wir sollten die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung vor Ort nutzen. In was für einer Umwelt und Gesellschaft wollen wir im Jahr 2040 leben – und was müssen wir tun, um dort hin zu gelangen? So ein Projekt kann Mut machen und Gemeinschaft schaffen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Welches konkrete Projekt würden Sie gerne umgesetzt sehen, um Sport und Umweltgerechtigkeit in Deutschland effektiv miteinander zu verbinden?

Mehr Natur, in der man sich bewegen kann. Städte mit besser vernetzten Grünzügen tun uns sportlich gut, sind grüne Lungen für die Klimaanpassung und sorgen für eine vielfältige Stadtnatur.

Faszination Fußball: Fünf Gründe für Deutschlands Lieblingssport

1. Einfach und überall spielbar

Fußball ist leicht zu verstehen und noch leichter zu spielen. Du brauchst keinen perfekten Platz und keine teure Ausrüstung. Ein Ball reicht, zur Not tut es sogar eine Dose. Zwei Jacken als Torpfosten und schon kann es losgehen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, die teure Ausrüstung oder spezialisierte Sportstätten benötigen, ist Fußball elementar. Genau diese Einfachheit sorgt dafür, dass fast jede*r den Sport kennt, selbst gespielt hat und das Geschehen auf dem Platz nachvollziehen kann. Ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Sportarten.

Breitensportlehrgänge Wiesbaden: Plätze frei bei KK-Gewehrlehrgängen

Einmal Dreistellung, zweimal Liegend! Bei drei Lehrgängen mit dem Kleikaliber-Gewehr, die allesamt im Bundesstützpunkt in Wiesbaden durchgeführt werden, sind noch Plätze verfügbar.

Junioren-WM Suhl: Die Bundestrainer stellen ihr Team vor

50 junge Sportlerinnen und Sportler haben die fünf verantwortlichen Bundestrainer für die Heim-WM der Junioren in Suhl (17. bis 26. Juni) nominiert. Wir haben Claudia Kulla (Gewehr), Jördis Grabe (Pistole), Detlef Glenz (Schnellfeuerpistole), Katharina Bechtel (Skeet) und Uwe Möller (Trap) gebeten, ihre jeweiligen Teams vorzustellen. Dies haben sie auf ganz unterschiedliche Art und Weise gemacht.

FITASC Europameisterschaft Compak Sporting Sologne: Sechs DSB-Schützen in Frankreich dabei

Die 31. FITASC Europameisterschaft im Compak Sporting bot Compak Sporting auf höchstem Niveau. Der Coursesetter Jamie Peckham präsentierte höchst technisch anspruchsvolle, abwechslungsreiche Stände, die von allen Teilnehmern - darunter ein Sextett aus Deutschland - höchste Konzentration abverlangte. Die Organisation verlief dabei weitestgehend reibungslos und schuf optimale Voraussetzungen für faire Wettkämpfe.

DSJ: Rekordbeteiligung beim H&N Förderpreis 2026 zeigt starke Jugendarbeit in den Vereinen

Der H&N Förderpreis setzt auch in diesem Jahr ein deutliches Zeichen für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit in den Landesverbänden und dem Deutschen Schützenbund. Mit insgesamt 151 eingereichten Bewerbungen aus 14 Landesverbänden verzeichnet der Wettbewerb so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor.

Ein Abend, der den Glauben an das Gute im Sport stärkte

Als Tabea Frohn ihre Rührung in Worte fasste, wurde es still in der Rotunde des Biebricher Schlosses. Mit Tränen in den Augen bedankte sich die Triathletin vom SC 53 Landshut in bewegenden Worten dafür, dass sie den Fair Play Preis des Deutschen Sports in der Kategorie Sport entgegennehmen durfte. Gestiftet wird die nicht dotierte Auszeichnung jährlich vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Verliehen wird sie seit 2016 im Rahmen des Biebricher Schlossgesprächs, zu dem die Deutsche Olympische Akademie (DOA) und das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) als Veranstalter am Donnerstagabend rund 130 Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zum zwölften Mal nach Wiesbaden geladen hatte. „Wir sind sehr dankbar, in solch einem würdigen Ambiente diese wichtigen Preise verleihen zu können“, sagte die DOA-Vorstandsvorsitzende Miriam Welte, Bahnrad-Olympiasiegerin und Mitglied des DOSB-Präsidiums, in ihrer Begrüßungsrede.

Schon Tage vor der Verleihung war Tabea Frohn „super aufgeregt“ gewesen, sie hatte in ihrem Kopf hin- und herbewegt, „was ich sagen will, wen ich treffen werde und wie das alles wohl werden wird. Ich bin eine Person aus einem kleinen Dorf, für mich ist so eine Auszeichnung neu und ungewohnt“, sagte sie im Vorgespräch mit dem DOSB. Und dann trat die 26-Jährige, die aus Bayern stammt und vor rund zwei Monaten aus beruflichen Gründen von Landshut nach Heidelberg umgezogen war, so selbstsicher und überzeugend auf, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Insbesondere ihr Appell für mehr Mut und Einsatz im Umgang mit Notfällen beeindruckte. „Wenn jemand Hilfe benötigt, geht es nicht darum, dass man alles richtig machen muss. Der einzige Fehler wäre, gar nichts zu tun“, sagte sie.

Erst beim Start der Wiederbelebung erkannte sie ihre Freundin

Natürlich könnte man einwenden, dass es Tabea Frohn als ausgebildeter Kinderkrankenschwester, die in der Heidelberger Universitätsklinik auf der Kinderintensivstation arbeitet, leichter gefallen sein dürfte als „normalen“ Menschen, an jenem 22. Juni 2025 die Aktion durchzuführen, für die sie am Donnerstag ausgezeichnet wurde. Auf dem Triathlon-Cup in Landshut hatte sie auf ihrem allerersten Mitteldistanz-Rennen auf der zweiten Runde der Laufstrecke eine Person in einem Graben liegen sehen, reglos und mit dem Gesicht im Wasser. „Viele sind einfach vorbeigelaufen. Für mich gab es keine Sekunde Zweifel, dass ich helfen musste. An meinen Wettkampf habe ich gar nicht mehr gedacht, der war mir in dem Moment vollkommen egal“, erinnert sie sich.

Dass die Person eine Vereinskollegin war, mit der Tabea Frohn gut befreundet ist und deren Identität zum Schutz der Privatsphäre geheim gehalten werden soll, wurde ihr erst klar, als sie bei ihr angekommen war und mit der Wiederbelebung begann. „Ich hatte aber gar keine Zeit, darüber nachzudenken, ich musste schnell handeln.“ Nachdem der Rettungswagen die Verunglückte abtransportiert hatte, entschied sich die Hobbyathletin nach einigen emotionalen Minuten zur Fortsetzung des Rennens. „Ich habe mir gedacht, ich bringe es für uns beide zu Ende, weil ich weiß, wie sehr sie auch für den Triathlon brennt. Freude hat es nicht gemacht, aber ich brauchte es, um runterzukommen.“ Nach dem Zieleinlauf fuhr sie per Fahrrad in die Klinik, um dort zu erfahren, dass die Freundin einen Hinterwandinfarkt erlitten hatte, aber stabilisiert werden konnte. „Mittlerweile hat sie sich gut erholt und darf auch wieder Sport treiben!“

Tabea Frohn würde „immer wieder so handeln”

Fast ein Jahr nach dem Vorfall schaut Tabea Frohn, die 2020 ihrer Mutter, einer Langstrecken-Triathletin, nacheiferte und im Triathlon etwas gefunden hat, „in das ich meine komplette Leidenschaft investiere“, mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Stolz auf ihre Auszeichnung. „Als ich hörte, dass ich einen Preis bekommen soll, war das für mich erst einmal total unwirklich, weil mein Handeln für mich eine Selbstverständlichkeit war. Aber jetzt freue ich mich riesig darüber und hoffe, dass die Auszeichnung dazu beitragen kann, mehr Menschen einen Anstoß zu geben, in Notsituationen einzugreifen oder einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen, um sich besser vorbereitet zu fühlen.“ Ihre Laudatorin, das im vergangenen Jahr zurückgetretene Triathlon-Nationalkadermitglied Marlene Gomez-Göggel (33), sagte in ihrer Rede, die vielen Tränen in die Augen trieb: „Für Tabea war etwas selbstverständlich, was leider nicht mehr selbstverständlich ist: Den eigenen Erfolg hinter den Einsatz für andere zu stellen. Das ist vorbildlich!“

Tabea Frohn selbst glaubt im Übrigen nicht, dass ihre eigene Expertise entscheidend war, um damals einzugreifen. „Ich bin zum Glück so erzogen worden, dass es selbstverständlich ist, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen“, sagte sie mit Blick auf ihre Eltern und ihren Bruder, die in Wiesbaden den besonderen Moment mit ihr gemeinsam erleben konnten. Wie wenig selbstverständlich dieses Handeln heute ist, bekam sie im Winter dieses Jahres eindrücklich vor Augen geführt. Bei einem Laufevent im Münchner Olympiapark kollabierte auf der Hälfte der 15-Kilometer-Distanz ein Mann neben ihr. 20 Minuten reanimierte Tabea Frohn den Unbekannten, ehe er von Rettungskräften übernommen und abtransportiert werden konnte. „Leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist. Man sagte mir, dass seine Familie meine Daten bekommen hat, aber es hat sich nie jemand gemeldet.“ Ihrer Hilfsbereitschaft tut derlei mangelnde Wertschätzung aber keinen Abbruch. „Ich würde immer wieder so handeln. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich heute hier stehen und diesen Preis entgegennehmen kann!“

Weltcup Antalya: Compound-Frauenteam glänzt mit Bronze

Der Aufwärtstrend bei den deutschen Compound-Schützen hält an und hat sich beim Weltcup in Antalya/TUR (9. bis 14. Juni) in einer überraschenden Bronzemedaille manifestiert: Katharina Raab, Marie Marquardt und Jennifer Walter gewannen im Team die Bronzemedaille. Auch das Recurve-Mixedteam Katharina Bauer & Moritz Wieser kämpft um Bronze, dagegen mussten sich die Recurve-Teams jeweils mit Rang sechs begnügen.

DOSB zeigt Interesse an Ausrichtung der Europaspiele 2031

Nach Gesprächen mit den European Olympic Committees (EOC) hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sein grundsätzliches Interesse an der Ausrichtung der European Games 2031 bekundet. Dazu wurde fristgerecht zum 31. Mai ein „Letter of Interest“ eingereicht, der den Aussteller an keinerlei Verpflichtungen bindet. Eine Festlegung auf eine mögliche Ausrichterstadt ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angedacht. Die Entscheidung über die Vergabe der Europaspiele für 2031 soll im zweiten Quartal 2027 fallen, geplant ist die Übergabe der Ausrichterfahne bei der vierten Auflage der European Games im Juni 2027 in Istanbul. Für den DOSB wäre die Ausrichtung mit Blick auf die Nationale Strategie Sportgroßveranstaltungen interessant, weil sie sich gut in die Perlenkette mit dem Ziel der Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland im Zeitraum 2036 bis 2044 einreihen würde. Die Priorität des DOSB liegt in den kommenden Monaten aber auf der Auswahl des nationalen Kandidaten, die auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden getroffen wird.

Die Europaspiele wurden als Kontinentalwettbewerb im Jahr 2015 und damit deutlich später etabliert als die vergleichbaren Formate Asian Games, African Games, Pan American Games und Pacific Games, die zwischen 1950 und 1965 entstanden. Die Premiere fand in Aserbaidschans Hauptstadt Baku statt, 2019 war Minsk (Belarus) Ausrichter, vier Jahre später war die bisherige Rekordzahl von knapp 6.900 Athlet*innen in Krakau (Polen) zu Gast. Die sportliche Wertigkeit der Veranstaltung hat sich von Ausgabe zu Ausgabe erhöht. In Istanbul sind 26 Sportarten im Programm, 22 davon olympisch. In 21 dieser 22 Sportarten werden Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vergeben, was ein qualitativ hochwertiges Teilnahmefeld nach sich ziehen dürfte.

Junioren-WM Suhl: Der Zeitplan mit allen Finals

Am 17. Juni wird die Junioren-WM in Suhl um 18.30 Uhr mit einer Feier auf dem Marktplatz eröffnet. Einen Tag später beginnen die Wettkämpfe und ab 14.00 Uhr wird mit dem Finale der Luftpistolen-Juniorinnen bereits die erste Weltmeisterin gekürt. Alle 15 Finals in den olympischen Disziplinen mit Flinte, Gewehr und Pistole, die live bei Sporteurope.TV gestreamt werden, beginnen stets 30 Minuten vorher mit der Vorstellung und Vorbereitungszeit der Athletinnen und Athleten. Zuschauer sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

DSJ: Vorfreude auf „Faszination Lichtschießen“ in Suhl

Am 20. Juni 2026 veranstaltet die Deutsche SchützenJugend erneut den Wettbewerb „Faszination Lichtschießen“ im Schießsportzentrum Suhl. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaft im Sportschießen statt, bei der 70 Verbände aus 66 Nationen mit über 800 Athletinnen und Athleten in über 1.500 Starts vertreten sind. Für „Faszination Lichtschießen“ werden mehr als 140 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren erwartet.

Junioren-WM Suhl: "Wir wollen Spaß haben!"

Die 21 Jahre junge Aileen Pitschke (Erfurt, Pistole) und die 20-jährige Xenia Mund (München, Gewehr) sind ambitionierte Kadermitglieder des deutschen Teams bei der Junioren-WM in Suhl (17. bis 26. Juni). Kurz vor Beginn der WM äußern sie sich zur abschließenden Vorbereitung, zur Gegnerschaft und zu ihrem Ziel.

„Hitze ist längst kein reines Outdoor-Thema mehr“

DOSB: Liebe Miranda, du bist professionelle Badmintonspielerin und Teil der Nationalmannschaft. Neben deiner sportlichen Karriere engagierst du dich auch für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sport.

Miranda Wilson: Ja, neben dem Leistungssport engagiere ich mich seit vielen Jahren für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sport. 2021 habe ich gemeinsam mit meinem damaligen Trainingspartner Kai Schäfer die Organisation BadmintONEarth gegründet, denn mir ist es wichtig, meine Stimme als Athletin aktiv für Themen zu nutzen, die für unsere Gesellschaft und den Sport essenziell sind - gerade mit Blick auf zukünftige Generationen. 

Wenn über Hitze im Sport gesprochen wird, stehen meist Sportarten im Freien im Fokus. Welche Bedeutung hat das Thema inzwischen generell für den Leistungs- und Spitzensport? 

Hitze ist längst kein reines Outdoor-Thema mehr. Auch im Leistungs- und Spitzensport spielt sie eine immer größere Rolle, weil sich Trainings- und Wettkampfbedingungen deutlich verändern. In heißen Hallen steigt die körperliche Belastung, die Regeneration zwischen intensiven Einheiten wird anspruchsvoller und das Verletzungsrisiko kann dadurch zunehmen. Deshalb gehört der bewusste Umgang mit Hitze heute fest zur professionellen Trainingssteuerung in allen Sportarten. 

Inwiefern erleben Badmintonspieler*innen die Auswirkungen von Hitze bei Training und Wettkämpfen? 

Auch im Badminton merken wir die Auswirkungen deutlich, vor allem bei Turnieren in den Sommermonaten oder in wärmeren Regionen wie Süd- und Ostasien. Hallen ohne Klimatisierung können sich stark aufheizen, die Luft steht oft und Spiele werden dadurch noch intensiver. Zusätzlich verändern sich die Flugeigenschaften des Federballs je nach Temperatur, was eine taktische Anpassung des Spiels erfordert. In großen, klimatisierten Arenen (häufig in Asien) kommt noch hinzu, dass Luftbewegungen einen sogenannten „Drift“ erzeugen, der das Spiel taktisch komplett verändern kann. 

Welche speziellen Herausforderungen bringt Hitze in einer Hallensportart wie Badminton mit sich? 

Viele unterschätzen, dass Hallensportarten wie Badminton ebenfalls stark von Hitze betroffen sind. Oft fehlt die Luftzirkulation, und die Wärme bleibt in der Halle „stehen“. Gleichzeitig erfordert Badminton als schnellster Rückschlagsport ein hohes Maß an Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit, was dadurch auch den Kreislauf stark belastet. In einem Wettkampf wird Hitze somit schnell zu einem entscheidenden Leistungsfaktor. 

Junioren-WM Suhl: Eröffnungsfeier und Livestream von allen Finals

Die 50 jungen deutschen Athletinnen und Athleten des Deutschen Schützenbundes fiebern der Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl (17. bis 26. Juni) entgegen. Beim sportlichen Höhepunkt des Jahres wollen sie ihre Top-Form abrufen und im Idealfall das Finale der besten Acht erreichen. Diese werden live und kostenlos bei Sporteurope.TV gestreamt.

Philipp Buhl und der Segler-Verband segeln wieder auf der gleichen Welle

Das Gespräch ist fast beendet, da bittet Philipp Buhl darum, noch einen wichtigen Gedanken äußern zu dürfen. „Niemand hat Lust auf Streit. Alle Parteien, die involviert sind, haben das gleiche Ziel: sportlichen Erfolg! Wenn alle an einem Strang ziehen, dann werden wir dieses Ziel auch erreichen“, sagt der 36-Jährige. Es klingt wie ein verbaler Schlussstrich unter eine Phase seiner Karriere, die den Segel-Weltmeister von 2020 abseits seines Sports extrem viel Energie gekostet hat. Eine Phase, in der er kurz davor war, seine Karriere zu beenden und den Traum von einer olympischen Medaille endgültig aufzugeben. Doch diese Phase, die er als „die wahrscheinlich schwierigste meiner Karriere“ einordnet, ist überwunden, Philipp Buhl will nach vorn schauen und seine gesamte Kraft wieder dem widmen, was er so sehr liebt: seinem Sport.

Ganz ohne Rückschau allerdings ist der Vorausblick nicht zu bewältigen. Was also war passiert? Philipp Buhl, geboren in Immenstadt im Allgäu, wohnhaft in Sonthofen und mit Zweitwohnsitz an seinem Trainingsort Kiel ausgestattet, ist unbestritten Deutschlands bester Segler in der Klasse ILCA 7, die bis 2020 als Laser Standard firmierte. Sein in Melbourne (Australien) gewonnener WM-Titel verewigte ihn in den Geschichtsbüchern des Segelsports, und auch wenn ihm der ganz große Törn bei den Olympischen Spielen bislang nicht gelang – Rang fünf in Tokio 2021 ist bei drei Teilnahmen sein bestes Resultat –, hat sich der Europameister von 2012 national wie international einen Status erarbeitet, der außer Frage steht. Die WM als Saisonhöhepunkt gilt alljährlich als beste Möglichkeit, um die Zugehörigkeit zum Nationalkader zu untermauern. Da Philipp diese Chance freiwillig ausließ und dann bei der Europameisterschaft mit Platz 14 den geforderten Leistungsnachweis (Top acht) und weitere individuell vereinbarte sportfachliche Kriterien nicht erbrachte, entschied der Deutsche Segler-Verband (DSV), den Routinier für die Saison 2026 nicht in den Förderkader aufzunehmen, was den Athleten letztlich dazu veranlasste, seine Kampagne fortan in Eigenregie fortzusetzen.

Tiefpunkt im Januar, Hilfe vom bayerischen Verband

Was das bedeutet, versucht er möglichst plakativ zu beschreiben. „Der Tiefpunkt war im Januar, als mir klar war, dass ich auf mich allein gestellt war. Ich musste schauen, wie ich mir die notwendige Logistik organisieren und die Kosten dafür aufbringen konnte“, erinnert er sich. Eine rettende Hand reichte ihm Bastian Henning, Landestrainer im Bayerischen Segel-Verband, der den für den Norddeutschen Regatta Verein (NRV) Hamburg startenden Philipp angesichts von dessen weiterhin bestehender Mitgliedschaft im Segelclub Alpsee-Immenstadt in die Förderung aufnahm und ihm dadurch Zeit verschaffte, einen Grundplan für das erste Halbjahr 2026 zu entwickeln. „Dafür bin ich extrem dankbar. Dennoch blieb ziemlich viel Training auf der Strecke, weil ich mich um logistische Dinge und Sponsorenakquise kümmern musste“, sagt Philipp, der für eine Olympiakampagne zusätzlich zur Verbandsförderung eine deutlich sechsstellige Summe für Material, Expertencoaches und Logistik aufbringen muss.

Was ihm ebenfalls half, war der Fakt, dass die Bundeswehr seine Sportförderstelle auf DSV-Initiative trotz fehlendem Kaderstatus für sechs Monate verlängerte. „So konnte ich mir einen Zeithorizont bis zum August stecken, um bei der EM und bei der WM einen Leistungsnachweis zu erbringen und damit in den Förderkader des DSV zurückzukehren“, sagt er. Dass ihm dies schon bei den kontinentalen Titelkämpfen in Split (Kroatien) im vergangenen Monat gelingen würde, damit hätte er nicht gerechnet. „Die Zielvorgabe, es in einem topbesetzten Feld unter die besten drei zu schaffen, war schon ziemlich spicy“, sagt er. Andererseits habe er über die vergangenen Jahre gelernt, dass er unter Druck oft besser performe. „Im Training und bei unbedeutenderen Regatten setze ich deshalb den Druck künstlich hoch, um genau das zu üben.“ Offensichtlich mit Erfolg: Vor Kroatiens Küste gewann er in einem als kompliziert bekannten Revier die Silbermedaille.

Die Bedeutung dieses Erfolgs kann Dom Tidey am besten einordnen. Der 50-Jährige ist seit November 2024 Chefbundestrainer im DSV, nachdem er zuvor viele Jahre in seiner Heimat Großbritannien als Athlet und Coach aktiv war und seit 2021 erfolgreich das deutsche iQFOiL-Team betreut hatte. Seine Hauptaufgabe ist es, die Leistungsfähigkeit aller Athlet*innen und des Trainerteams für die olympischen Bootsklassen – zehn sind es aktuell, ob der DSV in allen starten wird, ist noch unklar – sicherzustellen. Aktuell zählen acht Athlet*innen zum Olympiakader (OK), 28 zum Perspektivkader (PK), zehn zum Nachwuchskader 1 und weitere 26 zum Nachwuchskader 2. „Als EM-Zweiter kehrt Philipp direkt in den Perspektivkader zurück“, sagt Tidey, der den Konflikt der vergangenen Monate sehr besonnen und nüchtern betrachtet.

Fünf Tipps für Deinen Einstieg ins Tennis

Tennis begeistert Millionen Menschen weltweit, sei es auf den großen Bühnen der Grand-Slam-Turniere und Olympischen Spiele oder auf den Plätzen des örtlichen Sportvereins. Wenn Du selbst aktiv werden möchtest, findest Du mit diesen fünf Tipps den passenden Einstieg.

Ausprobieren statt lange Überlegen 

Wenn Du mit Tennis anfangen möchtest, musst Du nicht sofort Mitglied werden oder in eine komplette Ausrüstung investieren. Viele Sportvereine bieten Schnuppertrainings, Aktionstage oder Einsteigerkurse an. Schläger und Bälle können dort häufig ausgeliehen werden. So findest Du unkompliziert heraus, ob Dir Tennis Spaß macht und zu Dir passt.

Unser Tipp: Nutze ein Schnuppertraining und probiere Tennis einfach aus!

Vereine erleichtern den Einstieg 

Der einfachste Weg zum Tennis führt meist über einen Sportverein. Dort findest Du nicht nur Tennisplätze und Trainingsmöglichkeiten, sondern auch erfahrene Trainer*innen, die Dich bei den ersten Schritten begleiten. In Einsteigerkursen und Trainingsgruppen lernst Du die Grundlagen des Sports und triffst auf Menschen mit ähnlichen Voraussetzungen. So kannst Du erste Erfolgserlebnisse sammeln und dabei Teil einer sportlichen Gemeinschaft werden.

Unser Tipp: Frage bei einem Tennisverein in Deiner Nähe nach Einstiegsangeboten!

Sportabzeichen in Sachsen: Deutliches Plus im Jahr 2025

DOSB: Wie bewertet ihr die Zahlen aus der Statistik 2025?

Johanna Moritz: Das Sportabzeichenjahr 2025 war in Sachsen zweifelsohne ein voller Erfolg. Wir sind stolz auf einen Zuwachs von rund 10,5 Prozent und damit knapp 2.000 zusätzliche abgelegte Sportabzeichen. Das ist eine bundesweit herausragende Entwicklung. Dieses Ergebnis zeigt das große Engagement aller Beteiligten in den Vereinen, Schulen sowie Kreis- und Stadtsportbünden und unterstreicht die hohe Bedeutung des Deutschen Sportabzeichens in Sachsen.

Worauf führt ihr die Steigerung der Zahlen zurück?

Die steigenden Teilnahmezahlen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer gemeinsamen Kraftanstrengung vieler engagierter Menschen. Ein besonderer Dank gilt den engagierten Ehrenamtlichen sowie den hauptamtlichen Mitarbeitenden in den Kreis- und Stadtsportbünden. Sie sorgen mit ihrem Einsatz dafür, dass das Deutsche Sportabzeichen vor Ort sichtbar bleibt und Menschen zum Mitmachen motiviert werden.

Die Beteiligung der Schulen hat deutlich zugenommen. Dies zeigt, wie wichtig die enge Zusammenarbeit zwischen dem organisierten Sport und den Bildungseinrichtungen ist. Die gewachsenen Teilnahmezahlen belegen, dass diese Vernetzung bei uns in Sachsen sehr gut funktioniert.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der sachsenweite Sparkassen-Sportabzeichenwettbewerb, der viele Schulen, Vereine sowie Kreis- und Stadtsportbünde zu besonderen Leistungen anspornt. Wer sich das ganze Jahr mit großem Engagement für das Deutsche Sportabzeichen einsetzt, erhält dadurch öffentliche Wertschätzung. Diese Anerkennung wirkt motivierend und setzt vielerorts zusätzliche Kräfte frei.

Die Sportabzeichen-Zahlen in Sachsen zeigen: Wenn engagierte Menschen, Schulen und der organisierte Sport an einem Strang ziehen, kann viel bewegt werden.

Deutsches Sportabzeichen bringt 2025 noch mehr Menschen in Bewegung

Das Deutsche Sportabzeichen für Menschen mit und ohne Behinderungen bleibt auf Erfolgskurs: Im Jahr 2025 wurden bundesweit 577.570 Sportabzeichen verliehen. Das sind 27.202 mehr als im Vorjahr und entspricht einem Plus von fast fünf Prozent. Die aktuelle Entwicklung zeigt: Das Deutsche Sportabzeichen ist ein wirksamer Motor für Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft – in der Schule, im Verein und vor Ort.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen. Mit 431.945 erfolgreichen Abnahmen verzeichnet diese Gruppe einen Zuwachs von 5,56 Prozent gegenüber 2024 und trägt damit maßgeblich zur positiven Gesamtentwicklung bei.

DOSB-Vorständin Michaela Röhrbein sagt: “Das Deutsche Sportabzeichen zeigt, wie wir Menschen über Generationen hinweg für Bewegung begeistern können. Die steigenden Zahlen bei Kindern und Jugendlichen sind ein starkes Signal – zugleich liegt eine große Chance darin, ältere Menschen noch stärker zu erreichen. Denn Bewegung kennt kein Alter: Sie stärkt Gesundheit, Selbstvertrauen, Teilhabe und Gemeinschaft. Genau damit zahlt das Sportabzeichen auf unsere Ziele 2035 ein: mehr Menschen in Bewegung bringen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Sport stärken.”

EM-/WM-Qualifikation Schale: Teil eins ist in den Büchern

Teil eins der WM-& EM-Qualifikation der Flintenschützen ist in den Büchern: In Schale nahmen insgesamt 144 Athletinnen und Athleten die Waffe in die Hand, um in den verschiedenen Altersklassen die erste Rangliste zu absolvieren. Dabei gab es an der Spitze bekannte Namen, aber auch einige Überraschungen.

„Ich kann wirklich nur jedem ans Herz legen, sich ehrenamtlich zu engagieren“

DOSB: Julian, herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Auszeichnung. Welchen Stellenwert hat ein solcher Preis verglichen mit Titeln oder Auszeichnungen, die du im Leistungssport schon gewinnen konntest?

Julian Köster: Natürlich möchte ich als Sportler Titel und Erfolge auf dem Spielfeld feiern. Trotzdem freue ich mich sehr über diese Auszeichnung und bin wirklich stolz darauf. Besonders wichtig ist mir aber, dass sie die Athletinnen und Athleten von Special Olympics Deutschland und Menschen mit geistiger Behinderung noch ein Stück sichtbarer macht. Es kennen noch immer zu wenig Menschen die Organisation und die großartige Arbeit, die dort geleistet wird.

Du kannst leider aus privaten Gründen nicht persönlich den Preis entgegennehmen. Wie geht es dir gesundheitlich?

Mir geht es gesundheitlich zum Glück wieder gut. Nach dem Verletzungsschock im April und der überstandenen Reha konnte ich schon wieder auf der Platte stehen und meine letzten Spiele für den VfL Gummersbach absolvieren (Julian wechselt nach dieser Saison zum THW Kiel, d. Red.). Leider kann ich nicht persönlich in Biebrich dabei sein, was ich sehr bedauere. Umso mehr freut es mich, dass mein Freund und Special-Olympics-Athlet Thomas Wendt vor Ort ist. Er hat mir schon zugesichert, dass er alles regeln wird. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Der Fair Play Preis des Deutschen Sports würdigt in jedem Jahr herausragende Aktionen, die für Mitmenschlichkeit stehen. Welche Szene aus deiner Karriere ist dir in Verbindung mit Fair Play am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben?

Das Schöne ist, dass sowohl der Handball als auch der Sport bei Special Olympics sehr von Fair Play geprägt sind. Natürlich denke ich, wenn ich „Fair Play Preis“ höre, zuerst an Andi Wolff, der vor zwei Jahren ebenfalls damit ausgezeichnet wurde. Damals hatte er sich bei der WM 2023 in zwei Aktionen dafür eingesetzt, dass gegnerische Spieler nicht zu Unrecht mit Zeitstrafen belegt wurden. Aber eigentlich steht diese Haltung für den Handball insgesamt. Woche für Woche erlebt man solche Gesten – egal ob im Jugendbereich, bei den Amateuren oder im Profisport. Genau das erlebe ich auch bei Special Olympics. Natürlich wollen alle gewinnen und ihr Bestes geben. Aber gleichzeitig stehen Respekt, Miteinander und gegenseitige Unterstützung immer im Vordergrund. Das macht für mich Fair Play aus.

Handball gilt als extrem harter, aber trotzdem sehr fairer Sport. Warum gelingt im Handball dieser Spagat anscheinend besser als anderswo?

Weil diese Werte von Anfang an vorgelebt werden. Es spielt keine Rolle, ob man mit Freunden in der Halle steht oder ein Champions-League-Finale spielt. Respekt vor dem Gegner und den Schiedsrichtern gehören im Handball einfach dazu. Dass das so ist, ist leider nicht selbstverständlich. Schön wäre es natürlich, wenn das in allen Sportarten und auch im Alltag gelebt werden würde.

Den Sonderpreis erhältst du für dein langjähriges Engagement für Special Olympics Deutschland. Wie kam es dazu, dass du dich für diese tolle Organisation einsetzt?

Begonnen hat alles mit einem Fotoshooting für die Landesspiele 2024 von Special Olympics NRW in Münster. Kurz zuvor hatte ich die Special Olympics World Games 2023 in Berlin verfolgt. Darüber wurde damals sehr viel berichtet. Ehrlicherweise muss ich aber sagen, dass ich vorher kaum Berührungspunkte mit Special Olympics hatte. Die Bilder und Geschichten haben mich beeindruckt. Kurz darauf wurde ich zu einer Veranstaltung eingeladen. Damals hat es terminlich leider nicht gepasst, aber nach den Gesprächen mit Verantwortlichen von Special Olympics war für mich klar, dass ich das unbedingt selbst erleben möchte. Bei den Landesspielen in Münster war ich dann einen Tag vor Ort und sofort begeistert – von der Atmosphäre, den Emotionen und Leistungen der Athletinnen und Athleten und der Freude, die überall zu spüren war. Dort habe ich auch mein erstes inklusives Handballtraining geleitet. Ich war vorher ehrlich gesagt nervös, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. Aber die Sportlerinnen und Sportler haben mich direkt aufgenommen, als würde ich schon lange dazugehören. Dieses Gefühl hat mich nachhaltig beeindruckt. Seitdem freue ich mich über jedes Special-Olympics-Event, bei dem ich dabei sein darf.

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Die Europameisterschaften können kommen! Das ist eine Erkenntnis des European Youth Cup in Ruse/BUL: Die deutschen Nachwuchs-Bogenschützen sorgten für eine Medaillenflut und zwar sowohl mit dem Recurve- als auch mit dem Compoundbogen, sowohl im Einzel als auch im Team.

Kopf, Herz und Bauch sind endlich wieder Freunde

Zu Hause ist es am schönsten? Ricarda Funk ist ein wenig zwiegespalten, wenn sie an das kommende Wochenende denkt. Natürlich freut sie sich riesig auf den Heimweltcup auf dem Augsburger Eiskanal, zu dem vom 12. bis 14. Juni (Infos und Zeitplan hier) rund 250 Slalomkanut*innen antreten werden. „Dass Freunde und Familie bei einem Weltcup vor Ort sind, passiert ja nur in der Heimat, und das genieße ich sehr“, sagt die Einerkajak-Olympiasiegerin von Tokio. Aber dass alle immer von Heimvorteil sprechen, behagt ihr nicht uneingeschränkt. „Der Druck wird dadurch nicht weniger, denn alle erwarten Bestleistungen, wenn man zu Hause antritt. Doch auch wenn es ein Vorteil ist, auf der Bahn Rennen zu fahren, auf der man täglich trainiert, so weiß man auch genau, was an welcher Stelle schief gehen kann. Der Kopf muss also auf jeden Fall mitspielen“, sagt die 34-Jährige, die im vergangenen Jahr intensiv erfuhr, was es bedeutet, wenn der mentale Stress auf ungesunde Art Grenzen sprengt.

In einem emotionalen Post auf ihren Social-Media-Kanälen hatte Ricarda vor einigen Wochen eine Art verbalen Schlussstrich unter eine Phase ihres Lebens gezogen, in der Selbstzweifel einen Transformationsprozess in Gang gesetzt hatten. „Es fühlt sich gut an, wenn Kopf, Herz und Bauch Freunde sind. Ein Gefühl, das ich letztes Jahr vermisst hatte“, schrieb sie. Im Gespräch mit dem DOSB erläutert die Sportsoldatin vom KSV Bad Kreuznach, was sich hinter dieser Botschaft verbirgt. „Nach meinem Olympiasieg 2021 in Tokio bin ich sofort in die Vorbereitung auf die Spiele in Paris eingestiegen. Ich habe keine Pausen gemacht, sondern war total darauf fixiert, in Paris meinen Erfolg zu bestätigen“, sagt sie. Als das wegen eines Fahrfehlers kurz vor Schluss, der sie auf Rang elf zurückwarf, misslungen war, fiel die Spitzenathletin in das berüchtigte Post-Olympia-Loch. „Nach Paris war eine Leere in mir, ich wusste nicht mehr, wohin ich wollte und warum ich das Ganze überhaupt noch mache“, sagt sie. Der Kopf habe all das infrage gestellt, was sie sich mit ihrem Herz für den Leistungssport erarbeitet hatte.

Im vergangenen Jahr erwog Ricarda sogar ein Karriereende

In dieser Zeit erwog Ricarda sogar, die aktive Karriere zu beenden. „Ich habe wirklich sehr hart mit mir gekämpft“, sagt sie. Rückblickend sei sie allerdings dankbar für diese Phase. „Es ist nicht so, dass ich das unbedingt gebraucht hätte, aber es hat geholfen, um Muster aufzubrechen und Dinge in Bewegung zu setzen. Menschen brauchen Balance. Mein Mobilé hing unfassbar schief, das musste ich justieren. Ich schaffe mir jetzt Raum für Dinge, zu denen ich früher konsequent Nein gesagt habe.“ So habe sie mit der Hilfe von Freunden, Familie und der Sportpsychologie ein neues Mindset erarbeitet, das darauf abzielt, durch mehr Erholung und das Zulassen von Genuss eine bessere Balance zwischen An- und Entspannung zu finden. „Ich habe im Training einiges verändert, setzte vermehrt auf Regeneration. Ich hoffe, dass ich von dem maßlosen Getriebensein auf der Jagd nach Medaillen zu einem ausgewogeneren Umgang mit mir und meinen Zielen finde. Am Ende ist das gesünder, als immer nur den nächsten Erfolg im Blick zu haben, denn dieses Hamsterrad hat sich nicht gut angefühlt“, sagt sie.

Was im Umkehrschluss natürlich nicht bedeutet, dass sie fortan ambitionslos in ihre Wettkämpfe starten würde. „Natürlich möchte ich auch weiterhin Rennen gewinnen. Aber mein wichtigstes Ziel ist es, an den Start zu gehen, völlig in der Sache aufzugehen und einen Flow zu erleben. Dann damit zufrieden zu sein, was auch immer herauskommt, wäre ein Gefühl, das ich genießen würde. Ich glaube, dass man leichter über sich hinauswachsen kann, wenn man komplett frei im Kopf ist.“ So offen über ihre psychischen Belastungen zu sprechen, sei ihr nicht schwer gefallen. „Höhen und Tiefen gehören gleichermaßen zum Sport dazu, es ist nicht immer Glanz und Gloria. Und ich finde es wichtig, dass wir darüber reden“, sagt sie, wohlwissend, dass die Hürde, sich dahingehend zu öffnen, für manche noch immer zu hoch ist. „Das sollte so nicht sein. Das psychologische Element wird im Leistungssport noch immer zu häufig unterschätzt, obwohl es auf höchstem Niveau unabdingbar ist, sich damit auseinanderzusetzen.“

An die Olympischen Spiele 2028 denkt sie noch gar nicht

Für Ricarda bedeutet die neue Herangehensweise, nur noch in kleinen Schritten vorauszuplanen. „Immer nur groß zu denken hat mich erdrückt, dadurch war ich emotional so unglaublich erschöpft. Mir tut es gut, einfach nur im Moment zu leben. Mein Antrieb ist die Liebe und Leidenschaft für den Sport“, sagt sie. An die nächsten Olympischen Spiele, die in zwei Jahren in Los Angeles anstehen, denke sie deshalb noch gar nicht, auch wenn sie unter den fünf Ringen gern einmal erleben würde, wie sich Erfolg und Erlebnis paaren. „Ich habe es ja leider zerstückelt erlebt. In Tokio habe ich Gold gewonnen, aber es durften wegen Corona keine Zuschauer dabei sein. In Paris war die Atmosphäre unglaublich, aber ich hatte nicht den erhofften Erfolg. Es wäre schon schön, wenn ich noch einmal beides gemeinsam haben könnte“, sagt sie.

In diesem Jahr steht sportlich die WM in Oklahoma City im Fokus, die vom 20. bis 25. Juli angesetzt ist. Im Mai war das Nationalteam für zwei Wochen in den USA vor Ort, um sich mit den Begebenheiten vertraut zu machen. „Die Strecke war komplett neu für mich, was ungewöhnlich ist. Meist kehrt man im Lauf seiner Karriere immer wieder an dieselben Orte zurück. Umso mehr habe ich es genossen, meinen Horizont zu erweitern. Ich habe mich in meine Kindheit zurückversetzt gefühlt“, sagt Ricarda, die sich wünscht, dass dem Saisonhöhepunkt mehr Wertschätzung entgegengebracht würde. „Olympische Spiele sind für unsere Sportart die einzige Chance, mal von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Alles, was zwischen den Spielen passiert, ist ein anderes Game, da wird man kaum gesehen, obwohl eine WM für uns fast so wertvoll ist wie Olympia“, sagt die viermalige Weltmeisterin.