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Bundeskabinett stimmt Entwurf des Sportfördergesetzes zu
Auf dem Weg, die Leistungssportförderung in Deutschland wieder auf Weltspitzenniveau zu führen, sind Politik und organisierter Sport am Mittwoch ein weiteres Stück vorangekommen. Der in den vergangenen Wochen erheblich überarbeitete Entwurf eines Sportfördergesetzes aus dem Bundeskanzleramt passierte auf der Sitzung in Berlin das Bundeskabinett und kann nun die nächsten notwendigen Schritte in Richtung Gesetzblatt in Angriff nehmen. Die zuständige Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Dr. Christiane Schenderlein, sagte in ihrer Stellungnahme: „Mit dem Sportfördergesetz bringen wir bereits im ersten Jahr dieser Legislatur eine der zentralen Reformen für den deutschen Spitzensport auf den Weg. Das ist ein Meilenstein. Unser Ziel ist klar: Wir wollen die Leistungsfähigkeit des deutschen Spitzensports stärken!“
Um dieses Ziel zu erreichen, hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als erster Ansprech- und Verhandlungspartner der Politik nach dem Erstentwurf im Herbst eine Reihe an optimierungsbedürftigen Punkten identifiziert, in einer ausführlichen Stellungnahme kommuniziert und in vertrauensvollen Gesprächen mit dem Bundeskanzleramt auf deren Umsetzung gedrängt. Das Gros dieser rund 20 Maßnahmen zur Verbesserung ist nun im Gesetzentwurf berücksichtigt; so ist zum Beispiel die Autonomie des Sports im Gesetzestext manifestiert, die Auswahl der zentralen Position der Agenturvorstände ist eine gemeinsame Entscheidung von Bundeskanzleramt und organisiertem Sport. Dennoch gibt es weiterhin Konfliktpotenzial, das spätestens in der Parlamentsbefassung zur Sprache kommen muss. „So bietet die fehlende Augenhöhe zwischen Politik und Sport im Stiftungsrat, dem wichtigsten Aufsichtsgremium der geplanten Leistungssportagentur, Anlass zur Sorge, dass die Politik letztlich den einfachen Weg wählt und Entscheidungen ohne Absprachen trifft, einfach weil sie die Macht dazu hat“, sagte Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB, „der heutige Tag ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müssen wir aber auf dem Weg bleiben und nicht auf politische Abwege geraten.“
Thomas Weikert, Präsident des DOSB, sagte: „Deutschlands Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind international konkurrenzfähig - unsere Förderung ist es leider bislang nicht. Der heute von der Bundesregierung beschlossene Entwurf für ein Sportfördergesetz ist deshalb ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Spitzensportsystem und einer leistungsfähigen Leistungssportagentur, und wir bedanken uns beim Bundeskanzleramt für die konstruktiven Gespräche der vergangenen Wochen. Allerdings bleiben auch weiterhin zentrale Spielräume ungenutzt. Wir brauchen: echte Augenhöhe zwischen Sport und Politik, unabhängige Agenturvorstände und weniger Bürokratie.“
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Fünf Learnings aus dem Dialogforum Sportentwicklung 2026
Ein voller Hörsaal, konzentrierte Diskussionen und spürbare Aufbruchstimmung: Auf dem Dialogforum Sportentwicklung kamen am 18. März im Campus Westend der Frankfurter Goethe-Uni knapp 500 Menschen aus Vereinen, Verbänden und Politik zusammen, um die Zukunft des organisierten Sports nicht nur zu diskutieren, sondern gemeinsam weiterzudenken. Unter dem Motto „Weil ihr es seid - Sport. Verein. Stärken.“ wurde sehr greifbar, wie groß der Wille ist, Verantwortung zu übernehmen, Perspektiven zu weiten und Veränderung aktiv zu gestalten. Die Breite der Themen - von barrierefreien Sportstätten über Ehrenamt, Physical Literacy und Vielfalt bis zur Zielstruktur 2035 und zum Breitensport der Zukunft - hat gezeigt, wie umfassend Sportentwicklung heute verstanden werden muss.
1. Mittelknappheit ist real - und sie verlangt klügere Strukturen
Die finanzielle Lage bleibt angespannt. Aber das Dialogforum hat sehr klar gezeigt: Nicht allein die Höhe der Mittel entscheidet, sondern auch ob sie klug, wirksam und zukunftsgerichtet eingesetzt werden. Weniger Bürokratie, smarter genutzte Sportstätten, digitale Verwaltungsstrukturen und Investitionen dort, wo viele Menschen erreicht werden, sind zentrale Hebel. Knappheit darf den Sport nicht kleiner machen - sie muss ihn innovativer, kooperativer und strategischer machen.
2. Ziele sind dann stark, wenn sie Bewegung auslösen
Die DOSB-Ziele 2035 waren auf dem Dialogforum nicht bloß Folie oder Fernziel, sondern gemeinsamer Arbeitsauftrag. Genau darin liegt ihre Stärke: Sie geben Richtung, schaffen Handlungsklarheit, machen Fortschritt messbar und bündeln Energie für den Weg nach vorn. Entscheidend ist nicht, dass von Beginn an alles perfekt ist. Entscheidend ist, dass wir loslaufen, Verantwortung übernehmen und Wirkung Schritt für Schritt sichtbar machen.
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Fachforen Sportentwicklung – einen Blick auf den Sport der Zukunft
„Bei politischen Entscheidungen und Maßnahmen zur Bewegungsförderung ist dringend der organisierte Sport als größter Bewegungsanbieter mitzudenken.“ So eröffnete Dr. Mischa Kläber, Leiter des Ressorts Breiten- und Gesundheitssport im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), eines der sieben Fachforen, die im Rahmen des 2. Dialogforums Sportentwicklung in den Gebäuden des Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt am Main stattfanden.
Weit mehr als 300 Personen kamen auf Einladung des DOSB am Donnerstagmorgen im Plenargebäude zusammen. Die Fachforen zu den Themen Bildung, Breiten- und Gesundheitssport, Ehrenamt, Geschlechtergleichstellung, Inklusion, Integration und Sportstätten starteten um 9.00 Uhr mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Bestandsaufnahmen.
„Der DOSB wird oft als der deutsche Arm des IOC wahrgenommen“
Seit sie während der Wendejahre 1989/90 ihr Volontariat beim Münchner Merkur absolvierte, ist Elisabeth Schlammerl, die in Journalistenkreisen nur Elli genannt wird, im Sportjournalismus unterwegs. Zunächst gut zehn Jahre als Redakteurin beim Merkur, anschließend viele Jahre als feste freie Reporterin für die FAZ und andere Medien, beschäftigte sich die 63-Jährige neben Fußball und Wintersport auch gern mit internationalen Multisport-Events. Seit 2017 ist die Münchnerin, die als Co-Autorin mehrere Sportbiografien schrieb, auch im Präsidium des Verbands Deutscher Sportjournalisten (VDS) tätig, aktuell als 1. Vizepräsidentin. Für unsere Serie „20 Jahre DOSB“, die bis zum Jubiläum am 20. Mai wöchentlich Themen aus dem Kosmos des Dachverbands des deutschen Sports beleuchtet, nimmt sie gewohnt kritisch und dennoch wohlwollend den Werdegang des DOSB unter die Lupe.
DOSB: Elli, kannst du dich daran erinnern, wann du das erste Mal bewusst beruflich mit Sportpolitik in Berührung gekommen bist?
Elisabeth Schlammerl: Oh, das muss zu Beginn meiner FAZ-Zeit Anfang der 2000er-Jahre gewesen sein. Damals hatte ich ein Interview mit Manfred von Richthofen, dem letzten Präsident des Deutschen Sportbundes vor der Fusion mit dem Nationalen Olympischen Komitee zum DOSB. Ich hatte mich bis dahin aber nicht wirklich mit den Institutionen in der deutschen Sportpolitik beschäftigt. An das Gespräch habe ich keine lebhaften Erinnerungen mehr, aber es ging sicher um die Fusion, die damals Manfred von Richthofen ja forcierte.
Die Fusion, die du ansprichst, war im Mai 2006. Welche Erinnerungen hast du daran?
Ich weiß noch, dass viel darüber diskutiert wurde, ob die Entscheidung der Zusammenlegung richtig ist. Aber auch in der Zeit hatte ich nicht allzu viel mit Sportpolitik zu tun, dafür gab und gibt es bei der FAZ Fachleute. Mein Kontakt zum DOSB intensivierte sich erst, als Alfons Hörmann Präsident wurde. Ihn kannte ich aus dem Deutschen Skiverband, dadurch hatten wir eine Verbindung. Und spätestens seit meinem Einstieg in das VDS-Präsidium habe ich viel mit dem DOSB zu tun.
Wie hat sich deine Wahrnehmung des Dachverbands des deutschen Sports verändert? Wofür steht der DOSB in deinen Augen, was sind unsere wichtigsten Aufgaben?
Ganz eindeutig, sich als Gegenpol zur Politik um die Förderung des Leistungs- und Breitensports zu kümmern. Ich glaube, das müsste der DOSB oftmals noch deutlicher tun, als er es macht. Durch meine Arbeit im VDS habe ich allerdings mehr Einblicke hinter die Kulissen und kann auch ein bisschen verstehen, dass das nicht immer ganz einfach ist. Man ist als Verband eben abhängig vom Geldgeber, da kann man vielleicht nicht immer so agieren, wie man es sollte.
Wo, deinem Eindruck nach, tut der DOSB das nicht?
Der DOSB müsste sich stärker für seine Athletinnen und Athleten einsetzen. In den vergangenen Monaten gab es einige Vorfälle - ich erinnere da ans Turnen, den Modernen Fünfkampf oder jetzt an Eisschnelllauf und Skibergsteigen -, bei denen ich mir ein klareres Eingreifen des DOSB gewünscht hätte. Mir ist bewusst, dass es die Verbandsautonomie gibt, aber der Eindruck, dass die Sportlerinnen und Sportler manchmal allein gelassen werden, ist nicht zu leugnen. Außerdem müsste es in der Sportförderung deutlich schneller vorangehen. Es wird schon so lange über ein Sportfördergesetz diskutiert, dass man kaum noch glaubt, dass es wirklich kommt. Dass wir es brauchen, zeigen die zunehmend ausbleibenden Erfolge bei Olympischen Spielen. Und da wäre eine sichtbarere Führung durch den Dachverband sicherlich hilfreich.
Wie beurteilst du aus Sicht einer Journalistin den kommunikativen Auftritt des DOSB?
Grundsätzlich als durchaus gut. Während der Olympischen Spiele macht ihr manchmal schon zu viel. Ich bin aber der Meinung, dass es insbesondere nach den Spielen gern etwas offensiver sein könnte, da habe ich manchmal den Eindruck, dass der DOSB etwas abtaucht. Man soll die Menschen auch nicht nerven, aber etwas mehr Sichtbarkeit abseits der Großereignisse könnte nicht schaden.
Sein Beruf und seine Berufung: Netzwerken für den Sport
Ein wenig müde blinzelt Marc Zwiebler in die Kamera, als er sich zum digitalen Gespräch aus Berlin meldet. Als Vater drei Jahre sowie drei Monate alter Kinder, der eine eigene Firma führt, sind kurze Nächte Standard für den 42-Jährigen. Aber was sind schon Äußerlichkeiten gegen das, was ein Mensch an intrinsischer Motivation auszustrahlen in der Lage ist! Und dass er da viel zu bieten hat, daran lässt der Mann, der viele Jahre die deutsche Nummer eins im Badminton war und Deutschland in der schnellsten Rückschlagsportart der Welt dreimal bei Olympischen Spielen vertrat, keinen Zweifel. Die Energie, mit der sich Marc Zwiebler für Zukunftsthemen begeistert, wirkt ansteckend.
Anlass des Gesprächs war die Serie, in der wir seit Jahresbeginn monatlich die aktuell zwölf Menschen große Gruppe der Persönlichen Mitglieder im DOSB beleuchten. Aber sehr schnell wird klar, dass der in Bonn geborene Wahl-Berliner den Blick über den Rand der Sportblase hinaus nicht nur bevorzugt, sondern auch als das größte Bonuspaket betrachtet, das er seit nunmehr dreieinhalb Jahren in die Verbandsarbeit einbringen kann. „Ich glaube, dass das Potenzial bei den Persönlichen Mitgliedern genau darin liegt, neue Perspektiven zu eröffnen, die über das Sportsystem hinausgehen. Wir alle haben unsere Netzwerke, die wir nutzen können, um Inhalte, die für den DOSB und den Sport in seiner Gesamtheit wichtig sind, außerhalb des Sports zu verbreiten“, sagt er.
Nach dem Karriereende suchte er bewusst Abstand vom Sport
Womit wir dann auch schon mitten im Thema wären. Denn das, was andere Mitglieder der Gruppe kritisieren, ist auch Marc Zwiebler aufgefallen. „Die Möglichkeiten, die wir haben, werden an manchen Stellen noch deutlich zu wenig genutzt“, sagt er. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere im Jahr 2017 hatte er bewusst Abstand vom Sport gesucht, „weil Sport bis dahin mein gesamtes Leben bestimmt hatte und ich herausfinden wollte, was es sonst noch für mich geben kann.“ Den Kontakt komplett abreißen zu lassen, sei aber nicht infrage gekommen, „denn ich wollte dem Sport für das, was er für mich bewirkt hat, gern etwas zurückgeben.“ So engagierte er sich im Exekutivkomitee des Badminton-Weltverbands, war Mitglied im Präsidium von Athleten Deutschland und der Athletenkommission im DOSB.
„Doch auf die Rolle eines Persönlichen Mitglieds war ich trotzdem nicht vorbereitet, als ich vor vier Jahren gefragt wurde, ob ich mir eine Mitarbeit vorstellen könnte, und wenn ich ehrlich bin, weiß ich bis heute nicht ganz genau, was von mir erwartet wird“, sagt er. Zu wenige Präsenztreffen mit der gesamten Gruppe, dazu ein Informationsfluss, der aus seiner Sicht sehr stark auf E-Mail-Verkehr und zu wenig auf direkte Kommunikation aufgebaut sei - die Potenziale, die in der Diversität der Gruppe liegen, würden dadurch zu wenig gehoben. „Und das ist keineswegs eine einseitige Kritik am DOSB, der versucht, uns bestmöglich einzubinden. Das liegt zu großen Teilen daran, dass die meisten Persönlichen Mitglieder sehr viele andere Dinge zu tun haben und ihrer Holschuld deshalb nicht immer nachkommen können“, sagt er.
Neue Förderrunde: „Sanierung kommunaler Sportstätten - Schwimmbäder“
Im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ startet der Bund einen weiteren Projektaufruf speziell für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder (SKS-Schwimmbäder). Ziel ist die umfassende Modernisierung von Hallen- und Freibädern, die Steigerung der Energieeffizienz sowie der Abbau baulicher Barrieren.
Für den Aufruf 2026 stehen 250 Millionen Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bereit. Projektskizzenkönnen von Kommunen ausschließlich digital über das Förderportal des Bundes easy‑Online bis zum 19. Juni 2026 eingereicht werden. Über die Auswahl entscheidet im Anschluss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages.
Auch in dieser Förderrunde haben Vereine keine eigene Antragsberechtigung. Aber erneut können die Kommunen auch Anträge für Sportstätten Dritter, z.B. Vereine stellen und damit für eine Förderung infrage kommen. Interessierte Vereine sollten daher umgehend auf ihre kommunalen Mandatsträger zugehen, um Projektskizzen über die Kommune einreichen zu können.
Gefördert werden öffentlich zugängliche kommunale Schwimmbäder einschließlich typischer baulicher Bestandteile und zweckdienliche Folgeeinrichtungen. Projektskizzen zu Schwimmbädern, die bereits zum ersten SKS-Aufruf 2025/2026 eingereicht wurden, können ohne Neueinreichung übernommen werden. Dazu ist lediglich eine formlose Erklärung per E-Mail mit der Skizzen-ID, dem Namen der einreichenden Kommune und dem Projekttitel an sks-schwimmbaeder(at)pd-g.de nötig.
Der erste SKS-Aufruf 2025/2026 verzeichnete bereits eine außerordentlich hohe Nachfrage. Über 3600 Interessenbekundungen mit einer beantragten Gesamtfördersumme von über 7,5 Milliarden Euro bei bereitgestellten 333 Millionen Euro unterstreichen den weiterhin bestehenden Handlungsbedarf. Neben dem jetzt gestarteten Aufruf SKS-Schwimmbäder ist voraussichtlich im Herbst dieses Jahres noch eine zweite SKS-Fördertranche über weitere 333 Millionen Euro vorgesehen. Weitere Informationen zum Projektaufruf können der Seite des zuständigen Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung entnommen werden.
Weitere Informationen zum Projektaufruf können der Seite des zuständigen Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung entnommen werden.
Sportvereine als Schlüssel für mehr Bewegung - starke Impulse aus Frankfurt
Rund 65 Vertreter*innen aus Sport, Wissenschaft und Politik kamen zusammen - und schnell wurde klar: Wer mehr Bewegung in die Gesellschaft bringen will, kommt an den Sportverbänden und -vereinen vor Ort nicht vorbei. Bereits am Vormittag setzte das “Gesundheitspolitische Frühstück” wichtige Akzente. Im Talk mit Cornelia Goldapp aus dem Bundesministerium für Gesundheit und DOSB Ressortleiter Dr. Mischa Kläber wurde besonders hervorgehoben, dass Sportvereine ein enormes Potenzial besitzen, Sport und Bewegung in den Kommunen sichtbar zu machen und Menschen direkt zu erreichen. Gerade im Hinblick auf das DOSB-Ziel 2035 mehr Menschen in Bewegung zu bringen, kommt ihnen eine zentrale Rolle zu. Dabei wurde deutlich, dass eine wirksame Gesundheitsförderung und Prävention nur im Zusammenspiel aller Ebenen gelingen kann - Bund, Land, Kommune. Bundesweite Beschlüsse müssten in den Ländern zwar nach Länderbedarf, aber verbindlich umgesetzt und berücksichtigt werden, um ihre volle Wirkung entfalten zu können.
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Die schicke Schleife um das Paket: Genrikh Gartung vor dem ersten WM-Start
Wer sich umhört in der Eiskunstlauf-Szene, kommt an ihm nicht vorbei. Den Namen Genrikh Gartung müsse man sich merken, der 18-Jährige sei das größte Talent, das die Deutsche Eislauf-Union (DEU) aktuell im Einzellaufen in ihren Reihen habe, heißt es. Der junge Mann, der einem dann im digitalen Gespräch gegenübersitzt und freundlich lächelt, als er diese Einschätzung hört, macht nicht den Eindruck, unter der Last dieser Worte zusammenzubrechen. „So etwas stärkt mich, wenn die Menschen positiv über mich sprechen. Lob ist immer schön, ich freue mich darüber“, sagt Genrikh Gartung. Und so startet er in dieser Woche mit dem guten Gefühl in den bislang größten Wettkampf seiner noch jungen Karriere, eigentlich nur gewinnen zu können.
Bei der WM in Tschechiens Hauptstadt Prag ist der amtierende deutsche Meister der einzige Einzelstarter, den die DEU aufs Eis schickt. Man könnte in einer so herausgehobenen Position Druck verspüren oder die eigenen Erwartungen in ungesunde Höhen schrauben. Man kann aber auch einfach locker bleiben und sich auf die erste WM-Erfahrung im Seniorenbereich freuen, wie Genrikh es sich vorgenommen hat. „Ich bin ganz ruhig und entspannt, und natürlich auch stolz, dass ich als einziger Einzelstarter für Deutschland antreten darf“, sagt er. Neben ihm nicken Ria Schiffner und Niko Ulanovsky bestätigend. Die beiden betreuen das Toptalent als Trainerduo, seit der in Nischni Tagil geborene Genrikh, dessen Tante seit 30 Jahren in Deutschland lebt, vor drei Jahren aus Russland nach Oberstdorf kam, um sich dort voll auf den Sport zu konzentrieren.
Bei der Junioren-WM Anfang März belegte er Rang elf
„Er ist wirklich ein entspannter Typ, der gut mit Drucksituationen umgehen kann“, sagt Ria. Zumindest dann, wenn er nicht als Mitfavorit in einen Wettkampf startet. Bei der Junioren-WM Anfang März in Tallinn (Estland), die das Team als Generalprobe für den Saisonhöhepunkt eingestuft hatte, zeigte er im Kurzprogramm Nerven, verbaute sich mit Rang 17 alle Medaillenchancen, kämpfte sich aber mit der sechstbesten Kür auf Gesamtrang elf vor. „So etwas gehört dazu. Aber in Prag ist er der jüngste Starter im Feld und kann ganz locker ohne Druck antreten. Er soll Erfahrungen sammeln und das genießen“, sagt die Trainerin. Natürlich wäre die Qualifikation für das Kür-Finale, das die besten 24 des Kurzprogramms erreichen, ein schönes Ziel. „Aber es geht in erster Linie darum, dass er mit einem positiven Gefühl von seiner ersten WM nach Hause reisen kann. Er wird hoffentlich noch viele große Meisterschaften bestreiten und aus dieser Erfahrung viel lernen“, sagt Niko, der im Interview auch als Dolmetscher fungiert.
Genrikh lernt aktuell fleißig die deutsche Sprache, hat dreimal in der Woche Unterricht. Die großen Sätze sind allerdings noch für den Sport reserviert; auf dem Eis sind die kraftvollen Sprünge seine große Stärke. „In der vergangenen Woche hat er im Training erstmals den Vierfach-Salchow gestanden“, sagt Niko. Auch Flip, Lutz und Toeloop funktionieren vierfach, fehlt nur noch der Rittberger. „International könnte es irgendwann sogar in Richtung Fünffachsprünge gehen“, vermutet der Coach. Für seinen Schützling geht es aber erst einmal darum, weitere Vierfachsprünge in seine Programme einzubauen.
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„Die beste Sportart ist die, die am meisten Spaß macht“
Sport fördert die Gesundheit. Sport hält fit. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Diese Erkenntnis klingt nicht neu, doch, dass Sport glücklich macht und einen direkten Beitrag zur mentalen Gesundheit trägt, sogar essenziell für das mentale Wohlempfinden in der heutigen Gesellschaft ist, hingegen schon. Stimmt das? Diese Frage stellen wir Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider. Er ist Professor am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und erforscht die Effekte von Sport und Bewegung auf unser Gehirn.
DOSB: Herr Schneider, wenn wir uns bewegen und Sport treiben dann halten wir uns Fit, trainieren unsere Muskeln und unsere Ausdauer. In Ihrem Buch „111 sportliche Impulse, die schlau und glücklich machen“ zeigen Sie wie Sport glücklich macht. Wie erklären Sie das?
Prof. Dr. Dr. Stefan Schneider: Sport macht auf zweierlei Weise glücklich. Einerseits gibt es ein kurzfristiges Glücklichsein nach dem Sport. Den inneren Schweinehund überwunden zu haben, etwas geleistet zu haben und stolz auf sich zu sein. Auf der anderen Seite bietet Sport eine wunderbare Möglichkeit, sich mit der eigenen Körperlichkeit auseinanderzusetzen, auch mal an Grenzen zu gehen, auch mal Schmerzen zu empfinden.
Und dieser Schmerz macht dann glücklich?
Vor vielen Jahren hat es ein Kollege mal auf den Punkt gebracht: als er gesagt hat: “Sport ist wie mit dem Kopf gegen die Wand hauen. Es fühlt sich so gut an, wenn der Schmerz nachlässt.” Nach dem Sport fühlen wir uns wohl und glücklich. Weil wir etwas geschafft haben ... und auch, weil der Schmerz nachlässt! Auch dient Sport der mentalen Erholung. Gerade in Jobs, die in hohem Maße mit Stress verbunden sind, schaltet der denkende Teil des Gehirns irgendwann ab. Da Sport andere Gehirnareale benutzt, nämlich den motorischen Kortex, gibt es einen Erholungseffekt. Genauso fördert Sport die Konzentrations- und die Aufmerksamkeitsfähigkeit. In der Schule, im Studium und auch im Job.
Reicht Spazierengehen in der Mittagspause aus, um sich mental gut zu fühlen, oder muss es eine intensive Sporteinheit sein?
Wenn wir auf eine physische Anpassung schauen, dann brauchen wir einen überschwelligen Reiz. Das wissen wir aus der Trainingswissenschaft. Da muss es schon etwas intensiver werden als Spazierengehen. Wenn es jedoch um das Thema mentale Gesundheit oder Glücklichsein durch Sport und Bewegung geht, ist es entscheidend, dass es Spaß macht. Ob das jetzt eine moderate Intensität ist oder eine hohe Intensität, ob das Radfahren ist, Spazierengehen, Laufen, Schwimmen oder der Kraftraum. Entscheidend ist, dass es Spaß macht, und dass ich in dem Moment in der Lage bin, mental abzuschalten und dann gibt es eben diese positiven Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit und auf das emotionale Wohlbefinden.
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„Sport hat eine weltpolitische Dimension, die immer bedeutsamer wird“
Ann Kathrin Linsenhoff war ehrlich beeindruckt. „Dass diese Veranstaltung so gut besucht ist, zeigt, wie sehr uns allen die Sportentwicklung am Herzen liegt“, sagte die Sportbeauftragte des Landes Hessen, die 1988 in Seoul mit der Dressurreit-Equipe Olympiagold gewonnen hatte, während sie bei ihrer Begrüßungsrede für den abendlichen Frühlingsempfang ihren Blick über die sehr gut gefüllten Sitzreihen im Hörsaal 2 auf dem Campus Westend der Frankfurter Goethe-Universität schweifen ließ. Nahezu 500 Menschen waren am Mittwoch der Einladung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) gefolgt, um auf dem Dialogforum Sportentwicklung über die Herausforderungen zu diskutieren, die in den kommenden Jahren auf den organisierten Sport warten. Die Quintessenz eines spannenden Tages lautete: Es kommen schwierige Zeiten, aber die Sportverantwortlichen haben sowohl die Lust als auch die Energie, diese zu meistern.
„Wir machen Zukunft für den Sport. Weil ihr es seid - Sport. Verein. Stärken“ lautete das Motto, unter das der Geschäftsbereich Sportentwicklung (GBS) des DOSB die Zusammenkunft gestellt hatte. Als roter Faden, der sich durch die Diskurse des zwischen 10.00 und 17.00 Uhr angesetzten Tagesprogramms zog, dienten die „DOSB-Ziele 2035“, die auf der Mitgliederversammlung 2025 einstimmig beschlossen worden waren und hier nachzulesen sind. Die Präsidiumsmitglieder Kerstin Holze und Miriam Welte setzten in ihrer gemeinsamen Begrüßungs-Keynote, in der sie die sechs Ziele erläuterten, den Ton für den Tag, indem sie feststellten, dass „der Sport oft zu leise ist, wenn es zu unterstreichen gilt, wie wichtig er für die Gesellschaft ist.“ Und dafür warben, „dass es nicht die Frage ist, ob sich der Sport verändern muss, sondern wie wir diese Veränderung gestalten.“
Den Teilnehmenden schien, das wurde schnell deutlich, sehr bewusst zu sein, dass es auf diese Frage eine Vielzahl an Antwortmöglichkeiten geben kann. Und so entwickelten sich die im Nachmittagsprogramm geplanten zwölf Sessions zu unterschiedlichen Themenbereichen (das komplette Programm ist hier zu finden) zum erhofften Höhepunkt des Dialogforums. Einziger Wermutstropfen war, dass aus Zeitgründen nicht mehr als zwei unterschiedliche Sessions besucht werden konnten. Denn wer erlebte, in welcher Intensität zum Beispiel in der Gruppe „Zielstruktur: Sport und Bewegung in Deutschland 2035“ nicht nur über die sechs Vorhaben, sondern vor allem über Maßnahmen zu deren Erreichen diskutiert wurde, hätte gern mehr Zeit dafür gehabt. Und wer spürte, wie energiegeladen und zielführend in der Gruppe „Zukunft des Breitensports 2040 - ein Minilabor“ Visionen für das gemeinsame Sporttreiben in 15 Jahren entworfen wurden, dem wurde klar, wie viel Innovationskraft in Vereinen und Verbänden steckt.





