Hauberg 2, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Para-Weltcup Novi Sad: Natascha Hiltrop führt deutsches Aufgebot an

Die dreifache Paralympics-Siegerin Natascha Hiltrop (Wiesbaden) führt das deutsche Team beim anstehenden Weltcup der World Shooting Para Sport (WSPS) im serbischen Novi Sad an. Für das hochkarätig besetzte internationale Event vom 21. bis 30. Juli nominierte der Deutsche Behindertensportverband (DBS) ein fünfköpfiges Aufgebot. Neben Hiltrop treten Tim Focken (Oldenburg), Tjark Liestmann (Klein Meckelsen), Philipp Zahner (Köln) und Cliff Junker (Zella-Mehlis) in Serbien an.

„Hochwertiger Leistungssport ist der Kern der Finals“

DOSB: Hagen, wenn du dich an die erste Ausgabe der Finals 2019 zurückerinnerst und siehst, was sich seitdem aus dem Format entwickelt hat: Was freut dich am meisten und was ist für dich die größte Überraschung?

Hagen Boßdorf: Die größte Freude bereitet sicherlich der Blick auf die Zahlen. 2019 sind wir mit neun Sportarten an zwei Tagen gestartet, in diesem Jahr werden es an vier Tagen 24 Sportarten sein. Wir werden rund 4.000 Athlet*innen am Start haben und 30 Stunden im TV und mehr als 100 in bis zu acht Streams übertragen werden. Mit diesen Dimensionen hätte ich vor sieben Jahren nicht gerechnet. Ich war von der Idee immer überzeugt, die Bündelung der Sportarten und die Unterstützung durch ARD und ZDF bieten ein sehr schlüssiges Konzept. Ich habe auch gehofft, dass die Finals eine hohe Strahlkraft entwickeln könnten, dass sie viele Menschen anziehen und hohe TV-Quoten erreichen würden. Aber dass wir so schnell in diese Dimensionen vordringen, ein solches Interesse bei Sportverbänden und Städten erzeugen würden, unbedingt dabei sein zu wollen, das hat mich schon überrascht.

Welche Auswirkungen hat dieses rasante Wachstum auf die Organisation des Events, und wo siehst du die Grenze für das Programm?

Es besteht Einigkeit unter allen Partnern des Systems, dass vier Tage die Obergrenze sind. Das ist für ein solches Format ein angemessener Zeitraum. Rund 20 Sportarten sind das, was das Format maximal verträgt. Aufwand und Nutzen müssen in einem sinnvollen Verhältnis stehen, ansonsten drohen manche Sportarten in der Sendedauer und der öffentlichen Aufmerksamkeit zu kurz zu kommen. Deshalb sehe ich, dass wir die Grenze für das Sportartenprogramm erreicht haben. Wo wir durchaus noch Potenzial haben, ist die Ausformung des Begleitprogramms. Wir haben in diesem Jahr mit den erstmals durchgeführten Schul-Finals von April bis Juni rund 14.000 Schülerinnen und Schüler erreicht, haben sie mit Sport und Vereinen in der Region in Verbindung gebracht. Für solche Themen sehen wir noch mehr Raum.

Dresden hat im vergangenen Jahr mit einem sehr kompakten Konzept und der Schönheit der Stadt als angemessene Kulisse gepunktet. Was wirft Hannover in diesem Jahr in die Waagschale?

Auch hier gibt es eine Konzentration auf ein sehr kompaktes Konzept, viele Sportstätten sind fußläufig in der Innenstadt erreichbar. Nur die ZAG arena am Stadtrand und das Steinhuder Meer rund 35 Kilometer nordwestlich liegen etwas abseits, aber das verleiht dem ganzen Konzept einen eigenen Charme, weil die Region sich in der Finanzierung sehr engagiert und wir deshalb bewusst diese Außenstandorte einbeziehen wollten.

Besonders auffällig ist in diesem Jahr der Mix aus Tradition und Moderne und die Vielfalt des Sportprogramms. Welche Neuerungen sind dir besonders wichtig?

Es gibt Kernsportarten für die Finals, das sind Leichtathletik, Schwimmen, Turnen und Triathlon. Bei allen anderen Sportarten schauen wir genau darauf, was sie an Besonderheiten einbringen können. Gibt es besondere Sportstätten, wie in diesem Jahr zum Beispiel die Leinewelle für das Rapid-Surfen oder im kommenden Jahr in Stuttgart die Strecke für BMX Race? Werden Tradition und Moderne in herausragender Weise verbunden, wie in Hannover zum Beispiel mit Breaking im Rathaus? Sind herausragende Athletinnen und Athleten am Start? Das Angebot vor Ort muss stimmig sein. Dann achten wir selbstverständlich auch darauf, dass die Mischung im TV-Programm zwischen traditionsreichen Sportarten und neuen Elementen passt. All diese Dinge haben wir im Blick, und ich glaube, dass wir damit einen richtigen Weg beschreiten.

Wie groß ist die Herausforderung, die Balance zu halten zwischen der Aufgabe, Versuchslabor für neue Sportformate zu sein, und der Pflege bekannter und bewährter Traditionen?

Das ist tatsächlich eine Herausforderung, weil es mit der Gesamtanzahl von Sportarten korrespondiert. Deshalb sind wir sehr am Austausch mit den Fachverbänden und dem DOSB interessiert, um Trends zu entdecken und erfolgreiche Athletinnen und Athleten zu würdigen, ohne dabei die traditionsreichen und beliebten Sportarten zu vernachlässigen. Diese Mischung wollen wir haben. Mein Gefühl ist, dass wir diese Balance grundsätzlich gut hinbekommen.

Welche Sportart(en), die bislang noch nicht Teil der Finals waren oder sind, wünschst du dir noch für das künftige Programm?

Beachvolleyball haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal dabei, das freut mich sehr. Was ich aus alter Verbundenheit zu diesem Sport gern ins Programm aufnehmen würde, ist Straßenradsport. Wir hatten schon Bahnrad, haben jetzt auch BMX, aber Straßenradsport fehlt noch. Leider ist das terminlich fast unmöglich. Die nationalen Meisterschaften werden europaweit in der Woche vor der Tour de France ausgetragen, die sind leider nicht flexibel. Wenn sich das für uns zufällig mal ergeben würde, dass es in beide Kalender passt, wäre das sehr schön.

Was bedeutet es für die Sommersportarten, dass ihre nationalen Meisterschaften derart in den Fokus rücken?

Die Bühne, die wir den Sportarten und ihren Athletinnen und Athleten geben können, ist außergewöhnlich. Die meisten sind selbst mit ihren internationalen Großereignissen auf einem anderen Level der öffentlichen Wahrnehmung unterwegs, und die Deutschen Meisterschaften außerhalb der Finals finden auf einem ganz anderen Niveau statt als die, die Teil der Finals sind. Dass wir eine so umfangreiche Live-Abdeckung liefern können, ist der größte Wert unseres Formats, deshalb wollen ja alle dabei sein. Wir mussten für diese Ausgabe 15 Sportarten ablehnen, die sich um eine Aufnahme beworben hatten.

Bogensport international: Florian Unruh beendet olympische Karriere

Florian Unruh, erfolgreichster deutscher Bogenschütze, beendet seine internationale olympische Karriere. „Ich habe meinen Rücktritt aus der WA 720 Nationalmannschaft zum Ende der Saison erklärt, weil es mit meiner familiären Situation leider nicht mehr vereinbar ist“, so der 33-Jährige, der am Wochenende bei Die Finals in Hannover zu bewundern ist.

Sportdeutschland trifft sich bei den Finals in Hannover

Für den DOSB bieten die Finals in Hannover eine besondere Plattform: Zum einen zeigt der DOSB großflächig die Kampagne zur Olympiabewerbung „Die Bewegung, die Deutschland jetzt braucht“. Sichtbar wird diese unter anderem beim Bogensport vor dem Rathaus, bei den Turn-Wettbewerben in der ZAG-Arena sowie beim Beachvolleyball auf dem Opernplatz. Zum anderen empfängt der DOSB die Medaillengewinner*innen der Olympischen Spiele von 1976 in Innsbruck (Winter) und Montreal (Sommer), die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Die Finals sind für den DOSB in diesem Sommer somit ein einmaliger Treffpunkt des deutschen Sports. 

Trotz ihrer unterschiedlichen Dimensionen weisen die Finals und die Olympischen und Paralympischen Spiele einige Gemeinsamkeiten auf. Beide Formate verschaffen Sportarten und Athlet*innen eine Bühne, die sie im regulären Sportalltag oft nicht erhalten. Während Olympische und Paralympische Spiele alle vier Jahre weltweit für Aufmerksamkeit sorgen, schaffen die Finals auch dank der umfangreichen Live-Berichterstattung von ARD und ZDF eine vergleichbare Sichtbarkeit für zahlreiche Disziplinen in Deutschland. 

Auch was die Ausrichtung der Spiele angeht, lässt sich ein Vergleich ziehen: Wie die Olympischen und Paralympischen Spiele passen sich auch die Finals den Gegebenheiten der Gastgeberstadt an. Bestehende Sportstätten werden genutzt, kurze Wege geschaffen und der Sport bewusst in den urbanen Raum geholt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. 2026 in Hannover liegt der Fokus auf den Wassersportarten, die durch die Austragung am Maschsee eine zentrale Rolle einnehmen. Und nicht nur der Spitzensport soll von den Finals profitieren: In diesem Jahr wurden erstmals „Schul-Finals“ ausgetragen, die der DOSB im Rahmen der Partnerschaft ebenfalls unterstützt. Knapp 15.000 Kinder und Jugendliche aus 88 Schulen wurden dabei aktiv in das Veranstaltungsgeschehen eingebunden. 

Die Partnerschaft des DOSB mit den Finals steht noch am Anfang, dennoch ist die Perspektive klar: Der DOSB möchte sich auch in Zukunft einbringen und einen Teil dazu beitragen, die Finals weiterzuentwickeln. Diese bilden mit Blick auf das gemeinsame sportpolitische Ziel, Olympische und Paralympische Spiele wieder nach Deutschland zu holen, einen wichtigen Baustein. 

Mehr Infos zur Olympiabewerbung gibt es hier: https://dafuer-sein-ist-alles.de/

DM Sportschießen: Limitzahlen für die DM Sportschießen in München veröffentlicht

Die DSB-Sportleitung hat die Limitzahlen für die Deutsche Meisterschaft im Bereich Sportschießen, die in der Zeit vom 20. bis 30. August 2026 auf der Olympiaschießanlage in Garching Hochbrück bei München stattfinden wird, veröffentlicht.

Breitensportlehrgänge Wiesbaden: Das Kleinkaliber-Gewehr im Fokus

Gleich für drei Breitensportlehrgänge mit dem Kleinkaliber-Gewehr am Bundesstützpunkt in Wiesbaden stehen noch Plätze zur Verfügung: Zwei finden im September statt, einer im November.

U18-/U21-EM Rom: DSB-Team setzt sich ambitionierte Ziele

Erfolg macht süchtig! Und deshalb reisen die 20 deutschen Bogenschützen mit reichlich Motivation zur Nachwuchs-Europameisterschaften nach Rom/ITA (21. bis 25. Juli). Die zuletzt erzielten Ergebnisse bei Weltcups, Youth Cup und Rangliste lassen zumindest auf ein erfolgreiches Abschneiden hoffen.

Los Angeles 2028: Ticketregistrierung und Volunteers

In genau zwei Jahren treffen sich über 10.000 Athletinnen und Athleten und Millionen von Fans bereits zum dritten Mal in Los Angeles zu den Olympischen Spielen. Nach 1932 und 1984 ist die Millionenmetropole im US-Bundesstaat Kalifornien vom 14. bis 30. Juli 2028 zum dritten Mal Gastgeber des größten Multisport-Events der Welt.

Minijobs im Sport erhalten und Ehrenamt wertschätzen

Die Reform des Alterssicherungssystems gehört zu den wichtigsten politischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Angesichts des demografischen Wandels begrüßt der DOSB, dass die Bundesregierung die notwendigen Reformschritte angeht.

Mit Sorge blickt der DOSB jedoch auf die Empfehlung, Minijobs abzuschaffen. Im Sport sind derzeit rund 143.000 Menschen auf Minijob-Basis beschäftigt. Viele von ihnen engagieren sich als Trainer*innen oder Übungsleiter*innen neben einer bereits bestehenden Vollzeit- oder vollzeitnahen Beschäftigung. Hinzu kommen Studierende und Rentner*innen, die sich in Sportvereinen einbringen.

Die Finals Hannover: Wenn der Vater mit der Tochter...

Was haben der amerikanische Basketball-Superstar LeBron James und Compoundschütze Matthias Raab gemeinsam? Richtig, sie gehen mit ihrem Kind gemeinsam auf Punktejagd. James macht es mit Sohn Bronny bei den LA Lakers, Raab (56 Jahre) mit Tochter Katharina (27 Jahre) bei Die Finals in Hannover (23.-26. Juli). Wie es dazu kam, erzählen die Titelverteidiger im Mixed im Doppel-Interview.

„Man will einfach dabei sein bei den Finals“

Auf was sie sich freuen können in der Landeshauptstadt Niedersachsens, das war am Mittwochmittag bereits zu erahnen. Das Organisationsteam der „Finals 2026“ hatte zur Vorstellung des Programms für das Multisportevent, das vom 23. bis 26. Juli Deutsche Meisterschaften in 24 Sportarten in der Metropolregion Hannover zusammenbringt, auf die Dachterrasse der Staatsoper geladen. Auf dem Platz vor dem in den Jahren 1845 bis 1852 im spätklassizistischen Stil errichteten Blickfang sollen die Wettkämpfe im Beachvolleyball, Sportklettern und Stabhochsprung ausgetragen werden, die ersten Aufbauarbeiten waren bereits im Gange. „Ich kann mir jetzt schon vorstellen, was für eine tolle Kulisse wir hier haben werden. Ich hoffe, dass sehr viele Menschen zum Zuschauen kommen werden. Die Vorfreude ist riesig“, sagte Louisa Lippmann, nachdem sie den Blick über den Opernplatz hatte schweifen lassen.

Die 31-Jährige zählt zur Gruppe der Athlet*innen, die den Finals den besonderen Kick verleihen. „Es ist eine Zugangsvoraussetzung für die Fachverbände, dass die Besten ihres Sports an den Start gehen. Hochwertiger Leistungssport ist der Kern unseres Produkts“, betonte Hagen Boßdorf, Gründer und Geschäftsführer der „Finals“, im Gespräch mit dem DOSB. Olympionik*innen sind, auch um die Massen an die Sportstätten oder vor die mobilen Endgeräte zu locken, unter den rund 4.000 angekündigten Aktiven die wichtigste Zutat für den Sommer-Leckerbissen des deutschen Sports. Dass Beachvolleyball mit Assen wie Louisa Lippmann bei der sechsten „Finals“-Ausgabe erstmals zum Programm zählt, freut Boßdorf besonders. Und die in Hamburg lebende und trainierende Herforderin, die 2024 in Paris an der Seite der mittlerweile zurückgetretenen Rio-Olympiasiegerin Laura Ludwig ihre ersten Olympischen Spiele erlebt hatte, teilt diese Freude. „Auch für uns ist es etwas Besonderes, an dieser Aufmerksamkeit, die das Format bekommt, teilhaben zu können“, sagte sie.

Die Finals Hannover: Die größten Finals aller Zeiten

In wenigen Tagen starten die Finals 2026 Hannover. Vom 23. bis 26. Juli werden insgesamt 143 Deutsche Meistertitel in 24 Spitzensportarten vergeben, darunter allein 17 im Bogensport. Die Landeshauptstadt und die Region Hannover sowie das Land Niedersachsen sind bestens vorbereitet, der Aufbau der temporären Sportstätten beginnt und Deutschland erwarten vier Tage voller sportlicher Highlights.

DM Vorderlader Hannover & Wiesbaden: WM-Generalprobe für die Besten

Am kommenden Wochenende (17. bis 19. Juli) wird es in Hannover und Wiesbaden laut und rauchig: Dann ermitteln die besten Vorderladerschützen Deutschlands mit Gewehr und Pistole in Hannover bzw. Flinte in Wiesbaden ihre nationalen Titelträger.

DM Vorderlader Hannover & Wiesbaden: EM-Generalprobe für die Besten

Am kommenden Wochenende (17. bis 19. Juli) wird es in Hannover und Wiesbaden laut und rauchig: Dann ermitteln die besten Vorderladerschützen Deutschlands mit Gewehr und Pistole in Hannover bzw. Flinte in Wiesbaden ihre nationalen Titelträger.

Faszination Bogen: In ganz Europa verstreut…

…waren die Bogenschützen in den letzten Wochen. Während in Warendorf, quasi vor der Haustüre, die CISM-Weltmeisterschaft Bogen für Militärangehörige stattfand, durften Teile des Nationalkaders in Antalya den Weltcup absolvieren, und der Bogen-Nachwuchs wiederum fand sich im bulgarischen Ruse am Start beim European Youth Cup.

DM Lichtschießen Frankfurt/Main: Zweite nationalen Titelkämpfe für die Jüngsten

In diesem Jahr findet am 1./2. August in Frankfurt die zweite Deutsche Meisterschaft im Lichtschießen statt. Die Freude der Deutschen SchützenJugend (DSJ) ist groß, die Teilnehmenden, Betreuenden, Vereine und Gäste zur diesjährigen DM Lichtschießen begrüßen zu dürfen.

DM Sommerbiathlon Ruhpolding: Spannende KK-Titelkämpfe in der Chiemgau-Arena

Die Elite des deutschen Sommerbiathlons versammelte sich am vergangenen Wochenende zu einem sportlichen Highlight im bayerischen Chiemgau. In der weltbekannten Chiemgau-Arena in Ruhpolding, sonst als feste Kulisse für den winterlichen Biathlon-Weltcup dient, wurden die diesjährigen Deutschen Meisterschaften im Sommerbiathlon mit dem Kleinkalibergewehr (KK) ausgetragen. Die Traditionsstätte bot den Teilnehmern hervorragende Bedingungen und eine weltmeisterliche Atmosphäre vor einer eindrucksvollen Kulisse.

„Ein sportliches Großereignis, das die Stadt nachhaltig geprägt hat“

Fast scheint es, als habe Harry Bodmer auf dieses Gespräch 37 Jahre lang gewartet. Kaum ist die Begrüßung beendet, sprudeln die Erinnerungen aus ihm nur so heraus. Und sofort wird deutlich, welche Bedeutung ein Sportgroßereignis in der eigenen Heimat für das Leben eines Leistungssportlers haben kann. „Es war eine mega Veranstaltung und in meiner Karriere das Größte, was ich erleben durfte. Einen solchen Spirit, der rund um dieses Ereignis herrschte, habe ich bei keinem anderen Wettkampf gespürt“, sagt der 60-Jährige, der sich an viele Einzelheiten noch so deutlich erinnert, als wären sie gestern passiert. Die World Games 1989 in Karlsruhe haben, so muss man es sagen, Harry Bodmers Leben geprägt wie kaum etwas anderes.

An diesem Sonntag sind es noch genau drei Jahre, bis die 13. Ausgabe der Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten eröffnet wird. Diese soll vom 19. bis zum 29. Juli 2029 stattfinden, und erneut ist Karlsruhe Austragungsort. Erstmals kommt eine Stadt zum zweiten Mal als Gastgeber zum Zuge, und die „3 Years to go“-Schwelle nimmt der DOSB, der das Team Deutschland entsenden wird, zum Anlass, einmal auf die erste Ausgabe in der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs (aktuell knapp 310.000 Einwohner) zurückzuschauen. Dass Harry Bodmer diese Spiele in bester Erinnerung hat, ist kaum verwunderlich. Im Einzelwettbewerb des Kunstradfahrens konnte er mit dem Titelgewinn einen wichtigen Beitrag zum starken Abschneiden des Teams der damaligen BRD leisten, das mit 18 Gold-, 13 Silber-, und 27 Bronzemedaillen hinter Italien auf Rang zwei der Gesamtwertung landete und dabei die meisten Medaillen holen konnte.

Harry Bodmer bekam ein Glückwunsch-Telegramm von Kanzler Kohl

Von seinem Wettkampf ist Bodmer, der heute in Rottweil lebt, insbesondere die Atmosphäre in der Europahalle, die 1983 eingeweiht worden war und sechs Jahre später das Herz der Spiele darstellte, in bester Erinnerung geblieben. „Unsere Wettkämpfe im Einer und Zweier der Männer und Frauen und im Radball fanden am letzten Wochenende der Spiele statt und waren an allen drei Tagen ausverkauft. Die Stimmung war unglaublich, wir wurden total gefeiert und haben bis auf den Zweier der Frauen auch alle Wettbewerbe gewonnen“, sagt er. Der Hallenradsport war schon damals eine deutsche Domäne. 1988 hatte Harry Bodmer bei den Weltmeisterschaften in Ludwigshafen die Goldmedaille gewonnen und sich damit die Qualifikation für die World Games in Karlsruhe gesichert, bei denen seine Sportart erstmals ins Programm aufgenommen werden sollte. „Ich habe nach dem WM-Titel ein Glückwunsch-Telegramm von Bundeskanzler Helmut Kohl bekommen. Auch in Ludwigshafen war die Halle immer ausverkauft. Kunstradfahren hatte durchaus einen hohen Stellenwert im deutschen Sport“, erinnert er sich.

Während Harry Bodmer 1989 als 23-Jähriger bereits Aktivensprecher seiner Sportart war und sich mit den 1981 ins Leben gerufenen World Games durchaus intensiv befasst hatte, war die Nominierung für Antje Grundheber eine komplette Überraschung. Die Rettungsschwimmerin, die damals noch unter ihrem Geburtsnamen Antje Hole antrat, war 1988 bei den Europameisterschaften als 17-Jährige erstmals für einen internationalen Wettkampf nominiert worden. „Als ich dann die Qualifikation für die World Games geschafft habe, war das gigantisch. Ich stamme aus Sinzig, für mich waren diese Spiele wie eine andere Welt. Von den meisten Sportarten, die dort ausgetragen wurden, hatte ich vorher noch nie gehört“, sagt sie im Gespräch mit dem DOSB.

Auch die heute 55-Jährige, die in Ingolstadt eine Praxis für Kieferorthopädie führt, konnte sich mit einer Goldmedaille in der Siegerliste verewigen. Im kombinierten Schwimmen über 100 Meter (50 Meter Freistil, 15 Meter Tauchen, 35 Meter Puppenretten) siegte sie in Weltrekordzeit. „Ich war nie auf Titel fixiert, ich weiß nicht, wie viele Medaillen ich in meiner Karriere gewonnen habe“, sagt sie, „aber dieser World-Games-Titel war für mich natürlich etwas ganz Besonderes.“ Was Antje Grundheber rückblickend bedauert: Dass sie die besondere Atmosphäre der Spiele nicht intensiver ausgekostet hat. „Meine Schwester Birgit, die auch im Nationalteam war, hat das anders gemacht. Sie hat am Jugendlager teilgenommen, darauf habe ich verzichtet, weil unsere Wettkämpfe erst in der zweiten Woche der Spiele stattfanden und ich mich darauf konzentrieren wollte. Wenn ich heute noch einmal die Chance hätte, an World Games teilzunehmen, würde ich viel mehr links und rechts schauen. Als 18-Jährige habe ich daran aber gar nicht gedacht, ich war nur in der Halle oder im Hotel“, sagt sie.

Olympische Spiele Los Angeles 2028 - das solltest Du wissen

In genau zwei Jahren treffen sich über 10.000 Athlet*innen und Millionen von Fans bereits zum dritten Mal in Los Angeles zu den Olympischen Spielen. Nach 1932 und 1984 ist die Millionenmetropole im US-Bundesstaat Kalifornien zum dritten Mal Gastgeber des größten Multisport-Events der Welt.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für euch zusammengetragen, damit ihr bereits heute bestens informiert seid.

„Zverev geht jetzt auf den Court in der tiefen Überzeugung, das Match zu gewinnen“

DOSB: Michael, wie bewertest du mit dem Blick des Bundestrainers auf den Grand-Slam-Titel in Paris und die Finalteilnahme am gestrigen Sonntag in Wimbledon die Entwicklung, die Alexander Zverev in den vergangenen Wochen genommen hat?

Michael Kohlmann: Ich möchte diese Entwicklungsphase nicht auf die vergangenen zwei Monate beschränken, sondern etwas weiter fassen. Meines Erachtens hat Sascha Ende 2025 damit begonnen, ein paar sehr wichtige Anpassungen vorzunehmen und dadurch noch besser zu spielen. In diesem Jahr hat er bislang elf Turniere gespielt und stand nur beim Masters in Rom und beim 500er in Acapulco nicht im Halbfinale. In Paris hat er sich dann für diese konstant guten Leistungen mit seinem ersten Grand-Slam-Titel gekrönt, und diesen Schwung konnte er nach Wimbledon mitnehmen. Man darf nicht vergessen, dass er dort bis zu diesem Jahr noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen war. Nun stand er im Finale. Das ist herausragend.

Und er wurde dort nur von Jannik Sinner gestoppt, der Nummer eins der Weltrangliste, der in den entscheidenden Phasen des Finales der etwas bessere Mann war. Wie hast du dieses Endspiel erlebt?

Genauso. Sinner war vor allem im dritten und vierten Satz in den entscheidenden Phasen der etwas energischere Spieler. Insbesondere die langen Rallies hat er mehrheitlich für sich entschieden, was auf dem Niveau den Ausgang eines Matches prägt. Dennoch fand ich es schön zu sehen, dass Sascha nach der Niederlage nicht komplett frustriert war, sondern auch positiv wirkte. Mir hat insbesondere seine Aussage im Interview auf dem Court gefallen, dass er erst mit 29 Jahren wirklich daran glaube, auch in Wimbledon den Titel gewinnen zu können. Ich bin sicher, dass er das ernst meint. Wimbledon war bislang das Grand-Slam-Turnier, wo er sich am meisten von der Weltspitze entfernt wähnte, weil Rasen nicht sein liebster Belag ist und er sich in London bislang immer recht schwer getan hatte. Nun hat er die Überzeugung, dass er auch dort nach ganz oben gehört. Das finde ich schön.

Liegt das darin begründet, dass ihm in Paris endlich der so lange ersehnte Grand-Slam-Titelgewinn gelungen ist? Was löst ein solcher Triumph vielleicht auch an mentalen Fesseln, die er sich selbst angelegt hatte?

Mentale Fesseln finde ich ein wenig zu drastisch formuliert. Er hat sich sicherlich in einigen Phasen seiner Karriere ein wenig zu sehr unter Druck gesetzt, weil er diesen Grand-Slam-Titel unbedingt wollte. Schon als Teenager hat er ja davon gesprochen, alle vier Grand-Slam-Turniere gewinnen und Nummer eins der Welt werden zu wollen. Dass man sich dann zehn Jahre später auch mal infrage stellt, weil man die Ziele noch nicht erreicht hat, ist nachvollziehbar. Dennoch sehe auch ich in dem Triumph von Paris eine Art Brustlöser. Sascha wird immer extrem ehrgeizig sein und seine Ziele mit vollem Eifer verfolgen. Aber ich denke, er hat nun etwas mehr Leichtigkeit in seinem Spiel, und vor allem vertraut er noch mehr in seine Stärke. Man hat das in Wimbledon zum Beispiel in seinem dominanten Viertelfinale gegen seinen Angstgegner Taylor Fritz gesehen oder im souveränen Halbfinalsieg gegen den britischen Publikumsliebling Arthur Fery. Er geht jetzt auf den Court in der tiefen Überzeugung, das Match zu gewinnen. Das hat ihm bis Paris in manchen Phasen ein wenig gefehlt. Da wirkte es bisweilen so, als wolle er möglichst nichts falsch machen. Das, was ihm manche als Passivität ausgelegt haben, hat er nun in eine dominantere, selbstbewusstere Spielweise umgesetzt.

Ist das die wichtigste Umstellung, die du beobachtet hast, oder was genau hat sich seit Ende 2025 noch verändert?

Er spielt einfach etwas offensiver, geht häufiger ans Netz und wirkt in seinen Aktionen grundsätzlich ein wenig zwingender und überzeugter. So eine Umstellung braucht Zeit, das ist kein Prozess von Monaten, eher von Jahren. Genauso lange wird in der Szene ja schon darüber diskutiert, ob es diese Umstellung brauchte, damit Sascha maximalen Erfolg haben kann. Ich bin überzeugt davon, dass er im vergangenen halben Jahr einen sehr wichtigen Schritt gegangen ist.

Wird das reichen, um Jannik Sinner irgendwann in einem großen Finale zu besiegen? Zverevs letzter Sieg gegen den Italiener ist fast drei Jahre her, die vergangenen zehn Duelle hat er verloren.

Das ist so, aber es waren schon ein paar enge Matches dabei. Ich denke an das Finale von Wien im vergangenen Jahr, das stand auf Messers Schneide. Und auch gestern war Sascha vor allem deshalb enttäuscht, weil er gespürt hat, dass mehr drin gewesen wäre. Aber klar ist: Er muss sein Toplevel erreichen, um Leute wie Sinner und auch Carlos Alcaraz, wenn der irgendwann von seiner schweren Handgelenksverletzung zurückkommt, im Halbfinale oder Finale zu schlagen. In solchen Matches musst du die wenigen Chancen nutzen, die dir solche Gegner geben, da gibt es nicht sieben oder acht Möglichkeiten, sondern nur zwei oder drei, um das Match in seine Richtung zu ziehen. Das ist Sascha gestern nicht gelungen. Dennoch zählt er zu den ganz wenigen Spielern auf der Tour, die die Klasse haben, Sinner und Alcaraz wirklich gefährlich zu werden.

Triumph statt Abschied: Die wunderbare Wandlung des Marvin Dogue

Dieser Sommer hätte ganz anders aussehen können. „Ich hätte mir Zeit genommen, um mein BWL-Studium zu beenden, und nebenbei in irgendwelchen Studentenjobs Geld zu verdienen versucht“, sagt Marvin Dogue. Doch anstelle von Aushilfsjobs in Potsdam sieht das Programm des 30-Jährigen für die kommenden Monate Reisen in die Türkei und nach China vor, wo er bei den Saisonhöhepunkten seiner Sportart als frischgebackener Gesamtweltcupsieger um Medaillen mitkämpfen möchte. Und wenn Marvin die Monate, die hinter ihm liegen, in einem Satz zusammenfasst, dann klingt das so: „Im Nachhinein kann ich schon sagen, dass ich Glück gehabt habe!“

Glück hat bekanntlich der Tüchtige, und dass er seit vielen Jahren alles dafür gibt, im Modernen Fünfkampf zur Weltspitze zu zählen, würde niemand dem deutschen Vorzeigeathleten absprechen. Dennoch stand Marvin Dogue im vergangenen Jahr vor der Entscheidung, seine Karriere vorzeitig zu beenden. Zum einen waren es die ständigen Querelen auf nationaler Ebene, auf der sich zwei Dachverbände parallel um ihre Verantwortungsbereiche stritten und den Athletinnen und Athleten die Ausübung ihres Berufs erschwerten, die ihn zermürbten. Zum anderen stellte sich die Frage, ob er im fortgeschrittenen Leistungssportleralter noch in der Lage wäre, die Neuerungen in seiner Sportart in einer Form umzusetzen, die ihn konkurrenzfähig würde bleiben lassen.

Im Zuge der Olympischen Spiele von Tokio 2021 hatte der Weltverband entschieden, das Springreiten als Disziplin zu streichen und durch einen Hindernislauf zu ersetzen. Nachdem im Jahr 2009 Schießen und Laufen bereits zum sogenannten Laser Run zusammengefasst worden waren, markierte die Abkehr vom Pferdesport einen echten Paradigmenwechsel. „Das Erlernen einer komplett neuen Disziplin hatte einen deutlichen Einfluss auf unsere Sportart, und auch ich war mir nicht sicher, ob ich den Anschluss an den Nachwuchs würde halten können. Der Fünfkampf hat sich seit den Olympischen Spielen in Paris um 50 Prozent verändert“, sagt Marvin angesichts der Tatsache, dass die Olympiastarter von Paris 2024 noch im Reiten antreten mussten, die nachfolgende Generation aber seit der im November 2021 getroffenen Entscheidung, den Hindernislauf einzuführen, nur noch die neue Disziplin trainierte und deshalb gut zwei Jahre Vorsprung hatte. Deshalb schien das Karriereende eine realistische Option zu werden, „auch wenn ich eigentlich nicht mit etwas aufhören wollte, worin ich richtig gut war und was mir sehr viel Spaß machte. Aber wenn du dich jeden Tag im Training fragst, wofür du die ganzen Mühen überhaupt auf dich nimmst, ist das auch nicht gerade leistungsfördernd“, sagt er rückblickend.

Hindernislauf passt gut zu Marvins körperlichen Voraussetzungen

Nachdem ihm jedoch von Verbandsseite und der Bundeswehr, die ihn als Sportsoldat fördert, im Herbst 2025 eröffnet wurde, dass man ihn gern weiterhin im Bundeskader sähe, entschied sich der gebürtige Ludwigshafener, der in Bayern aufwuchs und als 13-Jähriger ans Internat des Bundesstützpunkts Potsdam wechselte, für die Fortsetzung der Karriere. Auch deshalb, weil er im Training gemerkt hatte, dass die neue Disziplin gut zu seinen körperlichen Voraussetzungen passen könnte. „Ich bin koordinativ durchaus begabt und kann im Obstacle Run meine Körpergröße von 1,90 Metern gewinnbringend einsetzen, zum Beispiel, indem ich sehr weit springe.“ Das Reiten, „das bei mir immer eine Hopp-oder-Topp-Disziplin war“, vermisse er nicht. Seine Paradedisziplin Fechten ist von den Veränderungen nicht berührt, dazu kam die glückliche Fügung, dass die Distanz im Schwimmen, das Marvin als seine schwächste Disziplin einordnet, von 200 auf 100 Meter verkürzt war. „Dadurch bin ich auch dort anschlussfähiger geworden.“

Marvin Dogue, der bei seiner Olympiapremiere für das Team Deutschland in Paris Rang acht belegt hatte, kann nachvollziehen, dass Traditionalisten mit den Veränderungen im Fünfkampf hadern. Er selbst ist jedoch der Meinung, dass die Attraktivität seines Sports nicht gelitten, sondern im Gegenteil eher zugenommen habe. „Beim Reiten passierten doch häufiger Fehler, auch die Ästhetik hat manchmal gelitten. Der Hindernislauf sorgt für eine ganz andere Dynamik, die Zuschauer werden die ganze Zeit über gut unterhalten“, sagt er. Dass sich die Szene verändert habe, weil andere Arrivierte sich für ein Karriereende entschieden oder mit der jüngeren Konkurrenz in ihren Nationalteams nicht mehr mithalten konnten, wolle er nicht verhehlen. „Aber es muss ja nicht schlecht sein, dass es jetzt eine Menge neuer Gesichter gibt“, sagt er.

Weltcup Kairo: Die 300m-Gewehrschützen mit „Ersatz-WM“

Zunächst war die Enttäuschung groß, dass die 300m-Gewehrschützen nicht an der WM in Doha/KAT teilnehmen, nun ist der Enttäuschung Freude gewichen: Denn auch die Großkaliberschützen über die lange Distanz küren in diesem Jahr ihre Weltmeister, zwar nicht in Doha, sondern in Kairo/EGY.

Bundesliga Luftpistole: Der SV Waldkirch zieht seine Mannschaft zurück

Wenn am 10. Oktober 2026 der erste Wettkampf der neuen Bundesligasaison Luftpistole startet, fehlt ein bekannter Name: der des SV Waldkirch. Der Verein meldete seine erste Mannschaft ab, „aufgrund unerwarteter, sehr kurzfristiger personeller Ausfälle und Änderungen bei einigen Schützen“, wie es in der offiziellen Mitteilung heißt.

Weltcup Madrid: Leon Zemella hervorragender Vierter

Leon Zemella (Tecklenburg) hat bei seinem dritten Weltcup mit Platz vier sein mit Abstand bestes Ergebnis erzielt: Der 20-Jährige musste sich in Madrid/ESP im Halbfinale und im Bronzematch lediglich Olympiasiegern geschlagen geben und zeigte sich hochzufrieden.

Weltcup Lonato: Kathrin Murche wird starke Fünfte

Beim Flinten-Weltcup in Lonato/ITA war wieder einmal Verlass auf Deutschlands beste Trap-Schützin: Kathrin Murche, Europameisterin 2025, belegte in einem starken und großen Teilnehmerfeld den guten fünften Platz: „Alles in allem bin ich zufrieden“, so ihr Fazit.