DOSB dankt Dr. Christiane Schenderlein für die Zusammenarbeit
Die Abberufung von Dr. Christiane Schenderlein als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt zum gegenwärtigen Zeitpunkt kommt für den Deutschen Olympische Sportbund (DOSB) unerwartet.
Der DOSB dankt Frau Dr. Schenderlein für die gute und angenehme Zusammenarbeit trotz teils unterschiedlicher Interessen in den vergangenen 14 Monaten. Sie hat entscheidende Maßnahmen für den Sport in Deutschland auf den Weg gebracht und umgesetzt. Bei zentralen, sportpolitischen Vorhaben wie dem Sportfördergesetz, dem Zentrum für Safe Sport, der Sportmilliarde und der Olympiabewerbung sind wichtige Meilensteine für den Sport erreicht worden. Dabei war die Staatsministerin stets für den konstruktiven Austausch mit dem organisierten Sport offen.
Für ihre weiteren Aufgaben als Staatssekretärin im Gesundheitsministerium wünscht der DOSB Frau Dr. Schenderlein alles Gute und viel Erfolg. Durch die enge Verknüpfung der Themen Sport und Gesundheit baut der DOSB darauf, auch in Zukunft mit Frau Dr. Schenderlein, im Sinne einer gesünderen Bevölkerung, eng zusammenarbeiten zu können.
Angesichts weiterer richtungsweisender Entscheidungen für den Sport, insbesondere bei der Olympiabewerbung, muss so schnell wie möglich die Neubesetzung dieser für den Sport zentralen Position in der Bundesregierung erfolgen.
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Die „Mutter der Kompanie“ setzt auf Teamgeist und positive Energie
Ist es schmeichelhaft oder vermessen, als „Mutter der Kompanie“ bezeichnet zu werden, wenn man gerade erst seinen 25. Geburtstag gefeiert hat? Lena Hentschel lacht fröhlich, als sie diese Frage gestellt bekommt, überhaupt lacht sie sehr oft fröhlich während des Gesprächs. Und dann gibt die Wasserspringerin vom Berliner TSC eine Antwort, die wunderbar zu ihrem Charakter passt, weil sie Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Einschätzungsvermögen zusammenführt. „Ich nehme diese Rolle sehr gerne an, teile sie mir aber mit Elena Wassen. Wir bringen gern unsere Erfahrung ein, um unserem Team zu helfen, aber wir sehen uns deshalb nicht in hervorgehobener Position“, sagt die Berlinerin, die in dieser Woche mit dem Team des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV) zur Europameisterschaft nach Paris (31. Juli bis 16. August) reist (Zeitplan und Ergebnisse hier).
Nach den Olympischen Spielen 2021 in Tokio, wo Lena Hentschel mit ihrer mittlerweile zurückgetretenen Synchronpartnerin Tina Punzel (30/Dresden) die Bronzemedaille vom Dreimeterbrett gewann und damit den größten Erfolg ihrer Karriere feierte, hatte es im deutschen Wasserspringen einen umfassenden Generationswechsel gegeben. Seitdem zählt Lena zu den Führungsfiguren in einem von der Altersstruktur sehr homogenen Team, was sie insbesondere am Olympiastützpunkt in ihrer Heimatstadt spürt. „Da kommen immer wieder junge Sportlerinnen und Sportler zu mir und fragen mich nach meinen Erfahrungen. Ich teile diese sehr gern, das macht mir großen Spaß“, sagt sie. Ihre wichtigste Rolle sehe sie darin, gute Laune zu verbreiten. „Ich komme auch morgens um 6 Uhr vor einem harten Trainingstag mit einem Lächeln im Gesicht zum Frühstück. Das lasse ich mir nicht nehmen!“
Als Fünfjährige begann sie mit ihrem Sport
Der Hang zu positiven Emotionen liegt darin begründet, dass die 155 Zentimeter große Spitzenathletin sehr viel Dankbarkeit dafür empfindet, ihr größtes Hobby zum Beruf gemacht zu haben. Als Fünfjährige war sie, „weil ich eine Wasserratte war und bei meiner Oma im Garten nie aus dem Schwimmbecken gekommen bin, bis ich blau vor Kälte war“, in der Schwimm- und Sprunghalle im Europapark (SSE) in Berlin angemeldet worden. Ihr Vater, der Gewichtheber war, trainierte in einer benachbarten Halle, die Tochter, die einer Familientradition folgend den ungewöhnlichen und in der Pandemie zu entsprechenden Nachfragen animierenden zweiten Vornamen Corona trägt, fand sofort Gefallen an ihrem Sport. „Ich hatte das Glück, am Olympiastützpunkt in Berlin direkt großartige Vorbilder wie Patrick Hausding und Nora Subschinski vor der Nase zu haben, von denen ich sehr viel lernen durfte“, sagt sie.
Lange sprang Lena von Brett und Turm gleichermaßen, bis im Alter von 13 Jahren festgestellt wurde, dass sie angeboren lockere Schultergelenke hat. „Daraufhin wurde entschieden, dass Turm nicht das Richtige für mich ist.“ Seitdem spezialisiert sie sich auf die Ein- und Dreimeterwettkämpfe, für die Maximalkraft wichtiger ist als Schnellkraft, um beim Absprung die notwendige Höhe zu erreichen. Das jedoch ist nur ein Teilelement eines jeden Sprunges, der sich aus vielen Einzelteilen zusammensetzt. „Für mich liegt die Faszination des Wasserspringens darin, dass man sehr viele Elemente innerhalb weniger Sekunden zu einem möglichst reibungslosen Ablauf komprimiert“, sagt sie. Dazu gelte es, im Training jeden Sprung wie einen Baukasten zu betrachten, ihn in seine Einzelteile zu zerlegen und diese zielgerichtet und unabhängig voneinander einzustudieren. Insbesondere die Eintauchphase steht dabei im Fokus. „Beim Fußball haben die Fans meist nicht die Spielzüge vor Augen, die zu einem Tor geführt haben, sondern das Tor selbst. Bei uns entspricht das der Eintauchphase, mit der man auch bei den Wertungsrichtern entscheidende Prozente gutmachen kann.“
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Team D Awards gehen an fünf Athlet*innen
Mit den Team D Awards würdigen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Behindertensportverband (DBS) Athlet*innen, die bei den Olympischen und Paralympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 nicht nur sportlich überzeugt, sondern die Menschen auch mit ihren Geschichten, ihrem Auftreten und ihrer Persönlichkeit begeistert haben.
Gewürdigt werden dabei insbesondere Momente, die über Medaillenerfolge hinaus bewegt, emotional berührt oder beeindruckt haben. In den Kategorien „Olympics“, „Paralympics“, „Rookie“ und „Legende“ hatten Fans die Wahl zwischen zuvor von DOSB und DBS nominierten Athlet*innen. Über die Gewinner*innen entschieden sie im öffentlichen Voting vom 6. bis 15. Juli auf der Website von Team D mit Tausenden abgegebenen Stimmen.
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„Wir werden bereit sein, wenn die Welt zu Besuch kommt“
Als Gegenspieler war Humphrey Kayange gefürchtet. Seine beeindruckenden Körpermaße – 198 Zentimeter lang, 105 Kilogramm Kampfgewicht – wusste der Kenianer im 7er-Rugby gewinnbringend einzusetzen. Er ist der drittbeste Scorer seines Heimatlandes, das er als Kapitän anführte, in dessen Rugby-Geschichte. Als Gesprächspartner ist der 43-Jährige dagegen alles andere als furchteinflößend. Im DOSB-Interview lacht der organische Chemiker, der seit Frühjahr 2025 der Coordination Commission des IOC für die Olympischen Jugendspiele in Dakar (Senegal/31. Oktober bis 13. November) vorsteht, viel und freundlich. Und er schafft es mühelos, die Vorfreude auf das erste IOC-Event auf dem afrikanischen Kontinent über das Internet nach Deutschland zu übertragen.
DOSB: Humphrey, Dakar 2026 wird das erste olympische Großevent der Sportgeschichte auf dem afrikanischen Kontinent sein. Was ist die wichtigste Botschaft, die du dir von diesen Spielen erhoffst?
Humphrey Kayange: Diese Botschaft lautet: Alles ist möglich! Wir reden schon sehr lange darüber, wann Afrika bereit sein kann, ein olympisches Event auszurichten. Nun ist es endlich so weit, und ich bin mir sicher, dass die Erfahrungen, die wir machen werden, den gesamten Kontinent nach vorn bringen werden. Für mich ist es eine große Ehre, das miterleben und meinen Teil dazu beitragen zu können.
Als ehemaliger Olympionike: Was bedeutet es für Athlet*innen aus Afrika, dass die olympische Bewegung nun erstmals auch auf ihrem Kontinent ankommt?
Als langjähriger Leistungssportler weiß ich, wie bereichernd es ist, in alle Teile dieser Welt reisen und dort über den Sport, der die Menschen vereint, Kontakte knüpfen zu können. Für die afrikanischen Athletinnen und Athleten ist es etwas sehr Besonderes, diesmal diejenigen zu sein, die als Gastgeber die Welt empfangen. Es wird ihnen ihr Leben lang in Erinnerung bleiben und viel Antrieb dafür geben, so etwas noch einmal zu erleben. Ich bin aber gleichfalls sicher, dass es für all diejenigen, die zum ersten Mal nach Afrika reisen werden, eine Erfahrung sein wird, die die Karriere prägt und verändern kann.
Worin kann Afrika im Allgemeinen und der Senegal als Gastgeber im Besonderen von diesen Spielen am meisten profitieren?
Senegal ist einer der Schlüsselmärkte im Westen Afrikas. Das Land hat mit diesen Spielen die große Chance zu beweisen, dass seine Infrastruktur höchsten Ansprüchen genügt, und sich nachhaltig für die Ausrichtung weiterer Großereignisse – auch abseits des Sports – ins Gespräch zu bringen. Das Vermächtnis dieser Spiele für Afrika im Allgemeinen wird sein, dass der Kontinent sieht, was möglich ist und was er sich zutrauen kann. Die Erfahrungen, die die in die Organisation der Spiele eingebundenen Menschen machen, werden in die afrikanischen Länder und in das Ökosystem des afrikanischen Sports hineingetragen. Und die vielen Jugendlichen, die an den unterschiedlichen Bildungsprogrammen teilnehmen, werden diese Erfahrungen ebenfalls weitertragen. Das ist extrem wichtig für den Sport in Afrika.
Je näher die Spiele rücken, desto mehr ist sicherlich auch die Vorfreude greifbar. Welche Anzeichen dafür hast du in den Gastgeberstädten wahrgenommen?
Ich war vor wenigen Wochen das letzte Mal in Dakar, und es ist großartig zu sehen, welchen Fortschritt die Vorbereitungen gemacht haben. Als 365 Tage vor dem Beginn der Spiele die Countdown-Uhr in der Innenstadt enthüllt wurde, war die Atmosphäre schon total elektrisierend. Nun, da wir am Donnerstag die 100-Tage-Marke erreichen, steigt die Anspannung natürlich noch einmal. Wenn wir im September das olympische Feuer begrüßen dürfen, werden alle Augen auf diese Spiele gerichtet sein. Uns allen ist klar, dass bis dahin noch eine Menge an Arbeit wartet, aber mein Gefühl ist schon jetzt, dass der Senegal bereit ist, die Jugend der Welt zu empfangen. Der Enthusiasmus ist deutlich zu spüren.
Wie gelingt es dir, deine Rolle als Chair der Coordination Commission bestmöglich auszufüllen? Wie häufig bist du vor Ort?
Nicht allzu häufig, aber das ist auch nicht notwendig. Das lokale Organisationskomitee hat alles im Griff, ich erhalte regelmäßig Updates und bin natürlich für alle Gespräche stets verfügbar. Natürlich ist es notwendig, regelmäßig zu schauen, dass alles planmäßig läuft, deshalb war ich Ende Juni zuletzt in Dakar und werde Ende August noch einmal dort sein. Aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass die Unterstützung der lokalen Behörden und der Regierung des Senegal außergewöhnlich sind. Alles läuft nach Plan, die Fertigstellung der benötigten Sportanlagen und Unterkünfte wird sich nicht verzögern. Wir werden bereit sein, wenn die Welt zu Besuch kommt.


