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Der Welt zeigen, dass mit dem deutschen Flag Football zu rechnen ist
Etwas Größeres als das, was in dieser Woche auf sie wartet, haben sie in ihren sportlichen Karrieren noch nie erlebt. Entsprechend intensiv ist die Vorfreude, die die Mitglieder der deutschen Nationalmannschaften im Flag Football ausstrahlen, wenn das Gespräch auf das Mega-Event kommt, zu dem vom 13. bis 16. August die jeweils 16 besten Frauen- und Männerteams der Welt im Düsseldorfer Stadtteil Garath gegeneinander antreten. Die Weltmeisterschaften in der kontaktarmen, weil tackle-freien Variante des American Football sind nicht nur die ersten Welttitelkämpfe ihrer Art in Deutschland. Sie bieten auch die erste Chance, sich ein Ticket für die Olympiapremiere des weltweit wachsenden Sports im Sommer 2028 in Los Angeles zu sichern. Kein Wunder also, dass die Protagonist*innen den Kick-off nicht erwarten können.
„Wir sind alle sehr hungrig, deshalb wird es höchste Zeit, dass es endlich losgeht“, fasst Jona Winkel die Stimmungslage im deutschen Lager zusammen. Der 35-Jährige ist seit 2023, als die Aufnahme von Flag Football ins Programm für Los Angeles Fakt wurde und der Sport dadurch in die Olympiaförderung rutschte, als Chefbundestrainer der Mann für das große Ganze, aber auch weiterhin Headcoach der deutschen Frauen. Bei den Männern hat diese Rolle seit Anfang vergangenen Jahres der Mexikaner Said Salazar Deciga inne. Auch er sagt: „Es ist deutlich zu spüren, dass die Mannschaft bereit ist, das große Ziel in den Fokus zu nehmen. Wir freuen uns riesig darauf, der Welt zeigen zu können, dass mit dem deutschen Flag Football zu rechnen ist.“
Sechs Teams pro Geschlecht starten in Los Angeles 2028
Die Ausgangslage für die „Road to L.A.“ ist klar. Nur je sechs Teams pro Geschlecht dürfen um die historischen ersten Flag-Football-Olympiamedaillen kämpfen. Die US-Mannschaften sind als Gastgeber automatisch qualifiziert, hätten aber auch sportlich damit wenig Probleme gehabt. Bei den Männern sind die Amerikaner die klar dominierende Nation, dahinter folgen Mexiko und Kanada. Bei den Frauen ist Mexiko amtierender World-Games-Champion und Kontinentalmeister, Weltmeister USA, Kanada und auch Australien agieren jedoch auf Augenhöhe. In Düsseldorf stehen – sollten die US-Teams unter den Top drei landen – noch zwei weitere Tickets pro Geschlecht zur Disposition. Wer leer ausgeht, muss sich im kommenden Jahr bei den fünf Kontinentalmeisterschaften unter die besten zwei noch nicht qualifizierten Teams vorkämpfen, um sich die Teilnahme an der finalen Qualifikationsstufe zu sichern. Im Mai 2028 spielen die daraus hervorgehenden zehn Teams pro Geschlecht in Montreal (Kanada) je zwei weitere Olympiatickets aus. Die jeweils acht Nationen, die dann noch ohne Fahrschein sind, fliegen nach Orlando weiter, wo Anfang Juni der letzte L.-A.-Platz vergeben wird.
DM Feldbogen Kellinghusen: Favoritensiege im Norden der Republik
Armbrust-EM Châteauroux: DSB-Schützen mit zahlreichen Medaillen
Aktuelle Förderungen für Sportstätten im Überblick
Die Übersicht über die Bundesförderprogramme für Sportstätten und Sporträume wurde aktualisiert. Sie bündelt zentrale Informationen zu Fördergegenständen, Antragsberechtigten, Förderquoten, Fristen und zuständigen Stellen.
Fecht-Weltmeisterin Larissa Eifler ist „Sportlerin des Monats“ Juli
Larissa Eifler ist „Sportlerin des Monats” Juli. Ihr Weltmeistertitel in Hongkong beendet eine zwölfjährige Durststrecke für den Deutschen Fechter-Bund und bedeutet das erste WM-Gold seit 2014. Als 33. der Weltrangliste angereist, kämpfte sich die Säbelfechterin mit einer beeindruckenden Serie durch das Turnier und bezwang unter anderem die französische Olympiasiegerin Manon Apithy. Im Finale gegen Sara Balzer drehte sie einen 1:6-Rückstand und sicherte sich schließlich mit 15:10 die Goldmedaille. Diese außergewöhnliche Leistung der gebürtigen Hessin und Wahl-Kölnerin würdigten nun auch die Sporthilfe-geförderten Athletinnen und Athleten mit 59 Prozent der Stimmen. Mit ihrer WM-Medaille qualifiziert Larissa Eifler sich außerdem für den Sporthilfe Club der Besten im September in Ägypten.
Hinter Larissa Eifler sichert sich die deutsche 7er-Rugby-Nationalmannschaft (22,4 %) Platz zwei bei der Sporthilfe-Wahl. Das Team feierte beim Heimturnier in Hamburg einen eindrucksvollen Sieg und verpasste nach dem dritten und letzten Turnier der Europameisterschaftsserie in Split mit Rang vier in der Gesamtwertung eine Medaille nur knapp. Das deutsche Gehörlosen-Herren-Tennisteam (18,6 %) konnte sich bei den World Deaf Team Championships im französischen Grenoble zum Teamweltmeister krönen: Urs Breitenberger, Luca Stehen und Cedric Kaufmann blieben im gesamten Turnierverlauf ungeschlagen und sicherten sich den Titel mit einem packenden 2:1-Finalsieg gegen Gastgeber Frankreich.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
Anders als bei Medien- oder Publikumswahlen entscheiden bei der Sporthilfe-Wahl zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- und Spitzenathletinnen und -athleten. Dadurch erhält die Auszeichnung ihre besondere sportliche Wertigkeit. Zu Beginn eines jeden Monats stellt die Sporthilfe den rund 4.000 geförderten Athletinnen und Athleten Kandidatinnen oder Kandidaten zur Wahl, die sich im Vormonat durch herausragende Leistungen empfohlen haben. Die Stimmabgabe erfolgt per Online-Voting.
„Es war und ist eine wilde Reise, die uns an Grenzen gebracht hat“
DOSB: Michael, welche Bedeutung hat die erste WM in Deutschland für euren Sport hierzulande?
Michael Schwarzer: Die mit Abstand größte, die ein Turnier in der noch jungen Geschichte unseres Sports je hatte. Wir haben schon einige internationale Events gespielt, aber noch nie zu Hause und vor allem auch noch nie mit der Aussicht auf die Qualifikation für Olympische Spiele.
Seit Flag Football 2023 ins Olympiaprogramm für Los Angeles aufgenommen wurde, ist sehr viel passiert in eurem Sport. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Entwicklungsschritte, die gegangen wurden?
Die vergangenen drei Jahre waren wirklich eine super spannende Zeit, die uns in einem Rekordtempo auf ein anderes Niveau gehoben hat. Wir waren anfangs ein normaler nicht-olympischer Fachverband, der über die Aufnahme ins Programm der World Games in die Förderung gerutscht ist. Und nun sind wir zumindest vorläufig ein olympischer Fachverband. Das war und ist eine wilde Reise, denn die notwendigen Strukturen aufzubauen, um den Förderrichtlinien des DOSB und des Fördermittelgebers Bundeskanzleramt gerecht zu werden, war eine Herausforderung, die uns an Grenzen gebracht hat. Wir mussten eine Bundesliga aufbauen, die es in der Form nicht gab, um ein Zuhause für den Regelspielbetrieb zu schaffen. Dazu galt es, das notwendige qualifizierte Personal für den Trainings- und Organisationsbereich zu finden, was sehr wichtig war, um auf internationalem Niveau mithalten zu können. Und wir konnten dank der Unterstützung des DOSB und der Politik auch in den Altersklassen U15 und U17 Jugend-Nationalkader als Unterbau für die A-Nationalmannschaften aufbauen.
Wie hat sich die Zahl der Mitglieder und Vereine über die vergangenen Jahre entwickelt?
In einem Tempo, das uns ehrlich gesagt ein wenig über den Kopf gewachsen ist. Wir gehören weltweit zu den Top drei der am schnellsten wachsenden Sportarten, bei den Frauen ist es meines Wissens die am schnellsten wachsende. Es geht überall steil bergauf. Vor der Aufnahme ins olympische Programm hatten wir 780 Mitglieder in 52 Mannschaften, laut der aktuellen Erhebung von Mai 2026 sind wir nun bei 8784 Mitgliedern in 601 Mannschaften. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, haben wir uns mit den Landesverbänden zusammengetan, um zu ergründen, welche Schritte wir gemeinsam gehen konnten. Zum Beispiel musste eine komplette Trainerausbildung implementiert werden, denn es gab schlicht keine Trainerinnen und Trainer, die auf Flag Football spezialisiert waren. Man muss aber die Tackle-Variante und Flag Football unbedingt differenziert betrachten. Das ist der Grund dafür, dass es bislang noch keine A-Lizenz-Inhaber in Deutschland gibt. Strukturell sind wir an manchen Stellen noch nicht so weit, wie wir sein müssten und sein wollten, so ehrlich müssen wir sein.
Welches Potenzial siehst du für den Flag Football im Vergleich zum Tackle-Football in Deutschland?
Der Anstieg wird so lange anhalten, bis der Markt gesättigt ist. Und das kann noch eine ganze Weile dauern. Der Einstieg in den Flag Football ist um ein Vielfaches einfacher als in die Tackle-Variante, denn Flag Football ist deutlich weniger verletzungsträchtig, und man benötigt keine komplette Schutzausrüstung. Das Potenzial ist riesig, vor allem mit Blick darauf, Kinder und Jugendliche an den Sport heranzuführen, aber die Strukturen müssen natürlich mitwachsen. Und was das Zuschauerpotenzial angeht, ist die Tackle-Variante klar dominierend, daran werden auch die Olympischen Spiele nichts ändern. Flag Football ist kein gewachsener Fernsehsport.
Die gesamte Organisation der Ausrichtung der WM übernimmt die Agentur D-Sports. Wie seid ihr als Verband dennoch in die Organisation eingebunden?
Tatsächlich gar nicht. Das lokale Organisationskomitee organisiert alles für alle 32 teilnehmenden Mannschaften. Wir konnten uns nicht einmal selbst ein Hotel buchen. Als bekannt wurde, dass es die WM in Düsseldorf geben wird, haben wir mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen unsere Hilfe für die Akquise von Freiwilligen angeboten. Ansonsten haben wir mit der Ausrichtung als Verband nichts zu tun.
Welche Rolle spielt die Stadt Düsseldorf für den Flag Football?
Eine ganz entscheidende, denn die Stadt hat sehr stark dafür geworben, diese WM ausrichten zu dürfen. Mit den Firecats gibt es in Düsseldorf im Frauenbereich ein absolutes Vorzeigeteam, das viel für das positive Image unseres Sports tut. Außerdem ist Düsseldorf seit 2022 Standort des Hauptquartiers der NFL in Deutschland. Insofern ist die Stadt extrem wichtig für den Flag Football.
In welcher Form unterstützt die NFL die Entwicklung des Flag Footballs in Deutschland?
Seit die NFL Deutschland ihr Büro in Düsseldorf hat, haben wir als Verband endlich Ansprechpartner, die die Probleme und Strukturen in Deutschland kennen. Amerikaner sind von den Vereinsstrukturen, die es hier gibt, schnell überfordert, so etwas gibt es in den USA nicht. Dank der NFL Deutschland, die mit Personal und finanziellen Mitteln wie zum Beispiel über das Projekt „Flag Up“, das Schulen oder Vereinen komplette Ausrüstungssets zur Verfügung stellt, unterstützt, ist Flag Football an die Schulen gekommen. Daraus generieren unsere Vereine eine Menge neuer Mitglieder.
Die Faszination der Vielseitigkeit
Die besondere, weltweit geschätzte Atmosphäre, die der Sportpark Soers in Aachen für den Pferdesport entwickeln kann, hat Julia Krajewski schon früh schätzen gelernt. 17 Jahre war sie alt, als 2006 zum bislang letzten Mal die damals noch als Weltreiterspiele bekannten Weltmeisterschaften in Deutschland ausgetragen wurden. „Ich war damals mit meinen Eltern am Geländetag zu Fuß unterwegs und habe die Stimmung auf mich wirken lassen. Aachen war schon damals wahnsinnig beeindruckend und ist es bis heute geblieben“, sagt die Vielseitigkeitsreiterin, die in dieser Woche vor einer ganz besonderen Herausforderung steht. Im Zuge der Heim-WM, die von diesem Dienstag bis zum 23. August ausgetragen wird, geht sie im Einzel und mit der Mannschaft auf Medaillenjagd. „Eine WM in Aachen als Sportlerin erleben zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Natürlich ist der Druck hoch, weil das Publikum Erfolge von einheimischen Reitern sehen will. Aber damit kann ich umgehen und freue mich riesig auf die kommenden Tage“, sagt die 37-Jährige.
Ihr Name ist auch Pferdesport-Laien spätestens seit den Olympischen Spielen 2021 in Tokio ein Begriff. Als erste Frau in der Geschichte der Vielseitigkeit, die aus den Teildisziplinen Dressur, Geländeritt und Springen besteht, konnte die Niedersächsin mit ihrer 2023 vom Leistungssport zurückgezogenen Stute Amande de B’Neville Olympiagold gewinnen. „Olympiasiegerin bleibt man für immer, damit kann jeder etwas anfangen“, sagt sie, „die Dinge funktionieren zwar auch danach nicht von allein, aber man bekommt mehr Möglichkeiten, mit Sponsoren oder Pferdebesitzern zu arbeiten.“ Besonders gefreut habe sie sich darüber, dass ihr Triumph viele Mädchen und Frauen dazu inspiriert hat, ebenfalls den Weg in den Pferdesport zu suchen. „Ich habe viele Zuschriften bekommen, auch aus Ländern, in denen es nicht selbstverständlich ist, dass Frauen im Pferdesport aktiv sind“, sagt sie. Persönlich habe sie vor allem in puncto Selbstvertrauen profitiert. „Der Olympiasieg hat mir gezeigt, dass ich ganz oben mithalten kann, er hat mich gelassener werden lassen.“
Vor vier Jahren gewann Julia WM-Gold mit dem Team
Aus sportlicher Sicht ist WM-Gold in der Reitwelt genauso hoch angesehen wie olympisches Gold, auch weil die Welttitelkämpfe ebenfalls nur alle vier Jahre ausgetragen werden. Deshalb strebt Julia, die 2022 in Pratoni del Vivaro (Italien) Gold mit dem Team und Silber in der Einzelwertung gewinnen konnte, in Aachen erneut nach der doppelten Krönung. „Mit dem Team ist eine Medaille absolut drin, für eine Einzelmedaille muss die Tagesform stimmen und vieles perfekt laufen“, lautet ihre ehrliche Selbsteinschätzung. Wenn sie ihr Ziel, in jeder Teildisziplin die bestmögliche Leistung zu bringen, erreicht, dürfte ein Abschneiden wie vor vier Jahren zumindest im Bereich des Machbaren liegen.
Dass in der Vielseitigkeit die Mannschaftswertung, die aus den Einzelergebnissen zusammengesetzt wird, Priorität besitzt und in gewissen Konstellationen das persönliche Abschneiden zurückgestellt werden muss, ist für Julia Krajewski noch nie ein Problem gewesen. „Ich habe es früh gelernt, dass zuerst geschaut wird, wie die beste Teamleistung geliefert werden kann. Wenn das bedeutet, dass man zum Beispiel mit einem eher vorsichtigen Ritt im Gelände die persönlichen Medaillenchancen schmälert, aber das Resultat des Teams absichern kann, ist das für mich fein. Wenn das Team eine Medaille gewinnt, gewinnt in der Regel auch mindestens ein Teammitglied eine Einzelmedaille. Und davon profitiert mal der eine und mal die andere. Im Team fängt man sich gegenseitig auf, deshalb ist eine Teammedaille etwas sehr Besonderes“, sagt sie auch mit Blick auf ihre ersten Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro, als sie mit Samourai du Thot das Streichergebnis lieferte, aber dennoch Teamsilber gewann.
Bundestrainer Thomsen fehlt wegen eines Reitunfalls
In diesem Jahr sind neben ihr der vierfache Olympiasieger Michael Jung (43/Horb) mit Chipmunk, Malin Hansen-Hotopp (48/Hürup) mit Carlitos Quidditch, Libussa Lübbeke (25/Warendorf) mit Caramia und Christoph Wahler (32/Uelzen) mit D'Accord für das Team nominiert. Reservereiter ist Arne Bergendahl (35/Hamminkeln) mit Bronco. Welche vier Duos für den Teamwettbewerb nominiert werden, entscheidet sich kurzfristig. Nicht dabei ist einer, der Julia Krajewski für persönliche Gespräche besonders fehlen wird: Peter Thomsen. Der Bundestrainer erholt sich noch immer von den Folgen eines Reitunfalls im Juni, der 65-Jährige wird vom Franzosen Rodolphe Scherer vertreten. „Das funktioniert gut und hat sich schnell eingespielt. Wir sind nach Peters Ausfall noch einmal enger zusammengerückt und wollen nun für ihn Medaillen holen“, sagt Julia.
Wer die Pferdewirtschaftsmeisterin fragt, worin für sie die Faszination der Vielseitigkeit liegt, erhält eine Antwort, die erahnen lässt, wie tief ihre Leidenschaft für den Sport sitzt, und wie verantwortungsbewusst sie gleichzeitig für die Beziehung zum Sportpartner Pferd eintritt. „Die Herausforderung ist, die Pferde so umfassend und komplex zu trainieren, dass sie alle drei Disziplinen in etwa gleich gut beherrschen. Die Pferde sind quasi Triathleten, sie sind Alleskönner, die Ausdauer im Gelände, Ausdruck in der Dressur und Technik im Springen in sich vereinen“, sagt sie. Immer wieder aufs Neue überrasche sie die Intelligenz der Tiere, die innerhalb weniger Stunden zwischen den Herausforderungen umschalten könnten. „Das ist jedes Mal beeindruckend und deshalb strategisch auch sehr spannend.“
Während in Zeiten, als die Vielseitigkeit noch unter Military firmierte, manchmal geunkt wurde, dass deren Protagonist*innen im Reiten zwar vieles ein bisschen, aber nichts richtig beherrschen würden, hat sich das Ansehen längst gewandelt. „Die besten Vielseitigkeitsreiter halten mittlerweile auch in Wettkämpfen in den Spezialdisziplinen mit der Weltspitze mit. Das Niveau ist wahnsinnig hoch und wird in der Szene respektiert und anerkannt“, sagt Julia, die persönlich keine Lieblingsdisziplin hat. „Das ist pferde- und situationsabhängig. Das größte Talent habe ich wohl in der Dressurarbeit. Beim Springen hat es etwas länger gedauert, bis ich mich sicher fühlte, aber das geht mittlerweile auch problemlos.“ Das größte Augenmerk legt sie sowohl bei sich selbst als auch beim Pferd auf die körperliche Fitness. „Ausdauer- und Konditionsarbeit ist die Basis. Die konditionelle Grundlage beim Pferd muss gut sein, das dient der Gesunderhaltung. Erst danach schauen wir, ob das Pferd mehr Gymnastik oder mehr Sprungtraining braucht. Individualität zu beachten ist extrem wichtig.“
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Extremhitze verändert den organisierten Sport
Besonders sichtbar wurde dies in den vergangenen Wochen bei der Tour de France. Erstmals in der Geschichte des Rennens wurde eine Etappe aufgrund extremer Hitze verkürzt, nachdem für Teile der Strecke die höchste Hitzewarnstufe ausgerufen worden war. Gleichzeitig bereiteten sich die Organisatoren auf weitere Einschränkungen bis hin zu möglichen Etappenabsagen vor, sollte sich die Wetterlage weiter verschärfen. Die Gesundheit von Athlet*innen, Helfer*innen und Zuschauer*innen stand dabei im Mittelpunkt der Entscheidungen.
Auch in Deutschland hat die Hitzewelle Auswirkungen auf den Sportbetrieb. Zahlreiche Sportvereine und Veranstalter reagierten in den vergangenen Wochen mit angepassten Trainingszeiten in den frühen Morgen- oder Abendstunden, zusätzlichen Trink- und Kühlmöglichkeiten sowie Änderungen bei Turnieren und Laufveranstaltungen, um die gesundheitlichen Belastungen für Teilnehmende und Ehrenamtliche zu reduzieren.
Zwei Stars, ein Ziel: Die Boom-Disziplin zum EM-Gold führen
Die deutsche Leichtathletik hat in den vergangenen Monaten so einige Geschichten geschrieben, die es rechtfertigen, mit großer Vorfreude und ebensolcher Titelhoffnung auf die Europameisterschaften zu schauen, die vom 10. bis 16. August in der mittelenglischen Stadt Birmingham ausgetragen werden. Es gibt jedoch keine andere Disziplin, in der die Medaillenträume so gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt sind wie im 3.000-Meter-Hindernislauf. Wie passend also, dass sich die beiden Mittelstreckenstars, die die nationalen Rekorde über diese Distanz halten, in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt zu ausführlichen Mediengesprächen stellten, um den Boom zu ergründen und ihre Zielstellungen zu untermauern.
Dass es einen Boom gibt, darin sind sich Gesa Felicitas Krause und Frederik Ruppert einig. Auch wenn Frederik, der Ende Mai beim Diamond-League-Meeting in Rabat (Marokko) als erster Europäer die magische Acht-Minuten-Marke knackte und in 7:57,80 Minuten den Europarekord pulverisierte, ihn nicht auf seine Disziplin beschränken würde. „Grundsätzlich sehe ich, dass viele deutsche Leichtathleten in den vergangenen Jahren deutliche Leistungssteigerungen erreichen konnten. Die Trainingsmethodik und das Material haben sich so sehr verbessert, dass körperliche Voraussetzungen nicht mehr die entscheidende Rolle spielen“, sagt der 29-Jährige von der LAV Stadtwerke Tübingen. Und bessere Leistungen sorgten dafür, dass die Konkurrenz mitgezogen würde. „2025 war es zum Beispiel Mo Abdilaahi, der uns mit seinem deutschen Rekord über 5.000 Meter inspiriert hat“, sagt er. Gesa, die für den Verein Silvesterlauf Trier an den Start geht, sieht das ähnlich. „Konkurrenz belebt nun einmal das Geschäft, und je mehr starke Leute wir haben, desto besser. Das ist auf den 3.000 Meter Hindernis aktuell sehr gut zu beobachten“, sagt die 33-Jährige, die 2019 in Doha (Katar) in 9:03,30 Minuten den aktuell geltenden deutschen Rekord aufstellte.
Gesa holt überzeugend den deutschen Meistertitel
Bei den deutschen Meisterschaften am 25./26. Juli in Bochum-Wattenscheid wurde das vor allem im Frauenrennen deutlich. Gesa Krause siegte in Meeting-Rekordzeit von 9:24,40 Minuten. Hinter ihr reihten sich drei weitere Titelträgerinnen der vergangenen vier Jahre ein: ihre Vereinskollegin Olivia Gürth (24/9:27,08), Lea Meyer (28) vom VfL Löningen in 9:30,96 und Adia Budde (21/LAV Stadtwerke Tübingen) in 9:43,41. Dagegen musste das deutsche Topduell bei den Männern ausfallen. Während Karl Bebendorf (30) vom Dresdner SC über seine Stammstrecke trotz eines Sturzes in 8:21:01 Minuten seinen siebten DM-Erfolg feierte, zog Ruppert den Härtetest über die flachen 5.000 Meter vor und gewann dort dank seiner immensen Spurtstärke nach einem Bummelrennen in 14:08,18 Minuten. „Das war schon gut so“, sagte Bebendorf, den mit Ruppert eine dicke Freundschaft verbindet, „es reicht, wenn wir dann bei der EM aufeinandertreffen.“
TAFISA European Sport for All Games – Was steckt dahinter?
Was sind die TAFISA European Sport for All Games?
Die TAFISA European Sport for All Games sind das europäische Festival für Breitensport und traditionelle Spiele und Sportarten. Die Veranstaltung stellt Bewegung, Teilhabe, Begegnung und kulturellen Austausch in den Mittelpunkt und macht den Sport für Menschen jeden Alters erlebbar. Das Festival wird von der Limerick Sports Partnership gemeinsam mit dem Weltbreitensportverband TAFISA ausgerichtet.
Wann findet das Festival statt?
Die TAFISA European Sport for All Games finden 2026 in ihrer dritten Ausgabe in Limerick, Irland, statt. Die Veranstaltung läuft vom 7. bis 10. August. An verschiedenen Orten in Limerick können Besucher*innen traditionelle Sportarten und Spiele kennenlernen, Vorführungen erleben und zahlreiche Angebote selbst ausprobieren.
Welche Sportarten und Spiele sind mit dabei?
Das Programm umfasst rund 50 Sportarten und Spiele aus ganz Europa. Dazu gehören unter anderem:
- Fassrollen
- Gymnastik
- Hufeisenwerfen
- Pétanque (Boule-Spiel)
- Serbisches Ringen
- Tamburello
- Tanz
- Tauziehen
Vorführungen und Mitmachangebote laden Interessierte dazu ein, die unterschiedlichen Sportarten und Spiele selbst auszuprobieren.
Wer kann teilnehmen?
Die Spiele richten sich ausdrücklich an Menschen jeden Alters. Familien, Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Vereine und Gemeinschaftsgruppen sind eingeladen, die Angebote kennenzulernen und selbst aktiv zu werden.
Außerdem wurden Sportvereine dazu aufgerufen, Teil der Veranstaltung zu werden und traditionelle Sportarten oder Spiele aus ihren Ländern zu präsentieren. Auch deutsche Sportvereine konnten sich darum bewerben.
Wer ist für die deutsche Delegation dabei?
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) entsendet eine Delegation nach Limerick, um Sportdeutschland mit traditionellen Sportarten und Breitensportangeboten zu repräsentieren.
Nach abgeschlossener Bewerbungsphase fiel die Entscheidung auf den SV Oberelspe e.V. Die Garde- und Showtanzgruppe „Grüne Funken Oberelspe“ reist mit acht Personen unter dem Slogan „Unser Tanz erzählt Tradition. Unsere Reise führt nach Irland“ zu dem Festival in Limerick.
Was ist das Ziel des Festivals?
Die European Sport for All Games wollen zeigen, dass Sport und Bewegung allen Menschen offenstehen, unabhängig von Alter, Leistungsniveau oder sportlichem Hintergrund.
Im Mittelpunkt stehen die Begegnung von Menschen und Kulturen, die Förderung von Bewegung und Teilhabe sowie die Bewahrung und Vermittlung traditioneller Sportarten und Spiele. Die verschiedenen europäischen Delegationen geben Einblicke in ihre Sport- und Bewegungskultur und laden Besucher*innen zum Mitmachen ein.
Damit leistet das Festival einen Beitrag zu einer aktiven, inklusiven und lebendigen Sportkultur und macht zugleich das gemeinsame europäische Kulturerbe traditioneller Sportarten und Spiele sichtbar.
Weitere Informationen rund um das Festival gibt es hier.
Sportabzeichen mit den Kleinsten: Warum Bewegung Kinder stark macht
Schon kurz nach 8.30 Uhr herrschte oberhalb des Seeparkstadions bei Sonnenschein reges Treiben. Kinder einer Kita-Gruppe des Kinder- und Familienzentrums Sprungbrett in Freiburg rannten, balancierten, sprangen und lachten. Doch statt Leistung und Bestzeiten standen bei den Kleinsten Abenteuer und Fantasie im Mittelpunkt. „Wir begleiten den Hasen Hoppel und den Igel Bürste auf ihrem Weg durch den Eichenwald zu ihrer Freundin Frau Eule. Sie hat heute Geburtstag. Unterwegs warten spannende Abenteuer auf uns, aber gemeinsam schaffen wir das“, rief Sina Müksch von der Badischen Sportjugend den Kindern zu.
Was folgte, war das Mini-Sportabzeichen mit Hoppel und Bürste. Ein Bewegungsangebot für Drei- bis Sechsjährige, das spielerisch die Freude an Bewegung vermittelt. Die Kinder meisterten verschiedene Bewegungsabläufe und körperliche Herausforderungen. Ganz nebenbei schulten sie wichtige motorische Fähigkeiten in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. „Es motiviert Kinder und ist in eine Bewegungsgeschichte eingebettet. Daran haben sie Spaß und können sich ausprobieren“, erklärt Studentin Müksch, die bei der Badischen Sportjugend Freiburg ihr Praxissemester absolviert und dort insbesondere für das Mini-Sportabzeichen zuständig ist. „Am Ende bekommen alle eine Urkunde und einen Anstecker, das motiviert zusätzlich und alle gehen mit einem Lächeln nach Hause.“
Para-Weltcup in Novi Sad: DBS-Team gewinnt Bronze im Liegendschießen
Herausragende Frankfurter Sportjournalistin starb mit 68 Jahren
Evi Simeoni berichtete mehr als 40 Jahre in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unter anderem über Rudern, Formel 1, Ski alpin, Gewichtheben, Ringen und über den Pferdesport, der ihr ganz besonders am Herzen lag. Bekannt war sie aber vor allem für ihre stets sorgfältig recherchierten Reportagen über die Geschichten hinter den Athlet*innen, Trainer*innen und allen Beteiligten im Sport, ganz besonders in der internationalen Sportpolitik. „Sosehr ihr Herz auch pochend schlug für die Leistungen der Menschen, für die kraftvolle Synchronisation der Ruderer im Achter, für den Mut der Abfahrtsläufer, für die Schnelldenker in den Formel-1-Cockpits und die Eleganz von Pferd und Reiter bei schwierigsten Pirouetten, so sehr zog es sich zusammen, wenn Evi Simeoni nur den Hauch der Manipulation spürte“, schrieb FAZ-Sportchef Anno Hecker in seinem Nachruf.
Evi Simeoni berichtete von Olympischen Spielen, von Weltmeisterschaften, von Sessions des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und prägte den Stil des FAZ-Sportteils. Dabei schreckte sie nicht vor den schwierigen Themen des Sports zurück, sondern brachte mit ihrem kritischen Blick Ungereimtheiten, Missstände und Angriffe auf die Werte des Sports zutage. Sie war bekannt für ihr einfühlsames, aber auch hartnäckiges Nachfragen, bis wirklich alle Details ausrecherchiert und sattelfest waren, um dann in ihrem eleganten Sprachstil zu berichten, was zu berichten war. Dabei blieb sie stets fair und gab den Menschen die Möglichkeit, sich zu erklären. Für ihre exzellente journalistische Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet und war zweimal Sportjournalistin des Jahres. Darüber hinaus machte sie sich auch einen Namen als Autorin von mehreren Büchern.
Auch IOC- und DOSB-Ehrenpräsident Thomas Bach war von ihrer herausragenden journalistischen Leistung beeindruckt: „Evi Simeoni war eine der ganz Großen im deutschen Sportjournalismus. Sie hat sich den Themen einfühlsam zugewandt und ihren Gesprächspartnern aufgeschlossen zugehört, um sich dann ihre eigene Meinung zu bilden. Man konnte spüren, wie ihr manche Themen auch selbst nahe gegangen sind und sie emotional aufgewühlt haben. Ihre große sprachliche Ausdruckskraft hat ihren journalistischen und literarischen Werken Nachdruck und Tiefe verliehen. Ich werde sie vermissen.”
Evi Simeoni wurde 68 Jahre alt. Der DOSB wird ihr ein ehrendes Andenken bewahren.






