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Eliteschule des Sports Stuttgart erhält Verstärkung
Die Eliteschulen des Sports (EdS) stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen Nachwuchsleistungssport und Bildung her. Von den derzeit 43 Eliteschulen des Sports in ganz Deutschland befinden sich sieben in Baden-Württemberg.
Das bundesweite System ermöglicht mehr als 11.000 Schüler*innen aus dem Nachwuchsleistungssport eine optimale Vereinbarung von schulischem Alltag und sportlicher Höchstleistung. So werden Eliteschüler*innen regelmäßig für den Sport von der Schule freigestellt, Lehrpläne um den Sport herumgeplant, Klausuren nach Möglichkeit online angeboten und nicht besuchter Unterricht durch Nachführung kompensiert. Diese Flexibilität ist für den Nachwuchs essenziell, damit er sowohl im Sport als auch in der Schule seine bestmögliche Leistung zeigen kann.
Die Eliteschulen stehen eng mit den jeweiligen Olympiastützpunkten in Verbindung. Unabdingbares Kriterium des DOSB für eine Aufnahme als Eliteschule des Sports ist ein gut erreichbarer Olympiastützpunkt und der Zugang zu dessen Serviceleistungen wie Physiotherapie, Ernährungsberatung, Sportpsychologie und Laufbahnberatung. Der Olympiastützpunkt in Stuttgart bietet dem Otto-Hahn-Gymnasium genau diesen wertvollen Zugang.
„Wir sind sehr stolz darauf, mit unserer kontinuierlichen und professionellen Arbeit und unserem beherzten Einsatz für das Gelingen der Vereinbarkeit von Schule und Leistungssport, unseren jugendlichen Leistungssportler*innen einen Rahmen erarbeitet zu haben, in dem ihre schulischen, sportlichen wie auch persönlichen Entwicklungspotentiale bestmöglich unterstützt und wir dafür nun vom DOSB mit dem Titel „Eliteschule des Sports“ ausgezeichnet werden.“ so Mathias Hilbert der Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums.
Das Otto-Hahn-Gymnasium ist bereits seit 1995 eine Partnerschule des nahegelegenen Olympiastützpunkts Stuttgart und leistet insbesondere in den Sportarten Tennis, Hockey, Basketball und Leichtathletik wichtige Arbeit. Durch die neue Zugehörigkeit zur EdS Stuttgart kann diese Zusammenarbeit in Zukunft ausgebaut und vertieft werden. Das wiederum kommt den Schüler*innen zugute, die sich über noch bessere Bedingungen freuen dürfen.
Der WM-Titel als Eintrittskarte zum Kreis der Elite
Ob es wirklich eine gute Idee ist, Ende dieser Woche die Reise nach Indiana anzutreten, das wird Anna Elendt erst wissen, wenn sie es ausprobiert hat. In Carmel, einer 100.000-Einwohner-Stadt nördlich von Indianapolis, steht für die Weltelite im Schwimmen von Freitag bis Sonntag die erste Station der Weltcupsaison 2025 an. „Ich bin zwar voll im Training und auch schon wieder gut in Form. Aber ob ich wirklich top vorbereitet bin, stellt sich dann erst im Wettkampf heraus“, sagt die 24-Jährige. Die Chance, in ihrer Wahlheimat USA den ersten Auftritt nach dem größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere zu genießen, will sich Anna Elendt aber nicht entgehen lassen.
Ende Juli war sie in Singapur auf ihrer Paradestrecke 100 Meter Brust Weltmeisterin geworden, in deutscher Rekordzeit von 1:05,19 Minuten ließ sie Kate Douglass (USA) und die Chinesin Tang Qianting hinter sich und schnappte sich eine Goldmedaille, die nicht nur in deutschen Medien als Sensation gefeiert wurde. Neun Wochen danach kann die Spitzenathletin von der SG Frankfurt den Erfolg noch nicht recht einordnen. „Ich muss ehrlich sagen, dass er noch immer nicht so richtig angekommen ist“, sagt sie. Direkt nach der Rückkehr aus Asien nach Austin, wo sie seit 2020 lebt, wurde sie an ihrem Arbeitsplatz beim Financial-Technology-Konzern Ouro zurückerwartet, wo sie in Teilzeit als Projektmanagerin jobbt. „Zeit, um das alles zu verarbeiten, hatte ich nicht.“
Was der überraschende Triumph bewirkt hat, kann Anna Elendt deshalb auch noch nicht vollumfänglich einschätzen. Sie werde von ihrem Umfeld nicht anders behandelt als ohne WM-Gold auf dem Konto. Auf der Arbeit hätten einige erst durch eine Meldung im Intranet zu ihrem Titelgewinn überhaupt erfahren, dass sie Leistungsschwimmerin ist. „Aber ich habe festgestellt, dass ich für mich jetzt das Gefühl habe, wirklich zu den Besten dazuzugehören.“ Der WM-Titel als Eintrittskarte zum Kreis der Elite - für Anna Elendt, die in Austin seit einiger Zeit mit der Pro-Gruppe von US-Starcoach Bob Bowman trainiert, fühlt sich die neue Wertschätzung an wie eine ausgiebige warme Dusche nach einem langen Marsch bei Kälte und Regen durch unwegsames Gelände.
Nach Olympia in Paris dachte sie ans Aufhören
Einen solchen hatte sie im übertragenen Sinn nach den Olympischen Spielen von Paris zu überstehen. Das bittere Aus im Vorlauf nagte lange an der so lebensfrohen Athletin, die mit ihrer lockeren, stets positiven Art normalerweise eine der Stimmungsaufhellerinnen im deutschen Team ist. „Ich habe danach sogar ans Aufhören gedacht, denn ich war so frustriert, dass ich meine Leistung nicht abrufen konnte, obwohl ich mich super gefühlt habe“, sagt sie rückblickend. Geholfen habe ihr ein klarer Schnitt im gewohnten Trainingsablauf. „Ich habe zwei Monate bis auf Joggen gar nichts gemacht, bin dann mit einer Einheit pro Woche gestartet und habe Woche für Woche um eine Einheit gesteigert, bis ich wieder bei acht bis neun angekommen war und gemerkt habe, dass ich noch einmal voll angreifen will“, sagt sie.
Und genau das hat Anna Elendt seit vergangenem Herbst getan. Ende des vergangenen Jahres schied sie nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums in Sportmanagement und Wirtschaft zwar aus dem College-Team der University of Texas aus, die Trainingsmöglichkeiten dort darf sie jedoch auch weiterhin ausgiebig nutzen. „Ich muss jetzt zwar die Miete für mein Apartment, die medizinische Betreuung und die Verpflegung komplett selbst zahlen. Aber das Umfeld hier ist so herausragend, dass ich mich entschieden habe, zumindest so lange in Austin zu bleiben, wie ich Schwimmen als Hochleistungssport betreibe“, sagt sie. Zwar vermisse sie ihre Familie und ihre Freunde weiterhin sehr, außerdem hat sie in den USA noch immer nichts gefunden, das das von ihr so geliebte Ahoj-Brausepulver ersetzen kann. Aber das Prickeln, das sie im Training mit der Weltelite täglich spürt, ist mehr als eine Kompensation für das, was ihr fehlt.
„Generell gilt: Immer auf den eigenen Körper hören!“
DOSB: Frau Professorin Joisten, der Herbst läutet die kalte, dunkle Jahreshälfte ein. Warum ist es so wichtig, gerade jetzt das Sporttreiben nicht zu vernachlässigen?
Christine Joisten: Generell fördert regelmäßige Bewegung die Herz-Kreislauf-Gesundheit, stärkt das Immunsystem und den Bewegungsapparat, verbessert den Stoffwechsel und die Psyche – Effekte, die in der Erkältungssaison und bei weniger Tageslicht besonders wertvoll sind. Als Ziel sollten 150 bis 300 Minuten pro Woche moderate oder 75 bis 150 Minuten wöchentlich intensive Bewegung plus zwei Krafteinheiten in der Woche erreicht werden.
Ist im Herbst und Winter Sport im Freien oder in der Halle besser, und was sind die wichtigsten Unterschiede im Hinblick auf gesundheitliche Effekte?
An sich wirkt beides erst einmal gleichermaßen gut. Draußen profitiert man zusätzlich von Tageslicht, was der zirkadianen Stabilisierung, also einem gesunden 24-Stunden-Rhythmus sowie der Stimmung zuträglich ist, drinnen von planbarer Temperatur und rutschfestem Untergrund. Kälte erhöht allerdings den Wärmeverlust und kann Leistung mindern, wenn man unzureichend aufgewärmt ist. Deshalb im Freien bewusst wärmen und auf Funktionskleidung achten. Drinnen ist das Verletzungsrisiko durch Ausrutschen oder Unterkühlung geringer, auf engerem Raum besteht aber eine höhere Infektionsgefahr zur Erkältungszeit. Entscheidend ist aber vor allem die Regelmäßigkeit, nicht der Ort.
Was ist beim Aufwärmen für Sport im Freien in den kommenden Monaten besonders zu beachten?
Es empfiehlt sich ein dynamisches Warm-up, zum Beispiel durch Mobilisieren und lockeres Antraben, über zehn Minuten. Danach kann man den Hauptteil starten, aber in den ersten Minuten etwas langsamer angehen. Sinnvoll ist auch, die Kleidung nach dem Zwiebelprinzip zu wählen: Funktionsunterwäsche, isolierende Schicht, wind-und wasserdichte Außenschicht, trockene Socken, Handschuhe und Mütze.
Muskelverletzungen wegen zunehmender Kälte sind eine Gefahr. Was tun, wenn die Muskeln nach dem Sport schmerzen oder sich tatsächlich eine Verletzung zeigt?
Leichte Muskelschmerzen nach ungewohnter Belastung sind meist harmloser Muskelkater. Er entsteht durch kleinste Faserschäden und Entzündungsreaktionen, die sich in den folgenden zwölf bis 72 Stunden bemerkbar machen. In diesem Fall helfen aktive Erholung, sanftes Dehnen, Wärme, lockeres Auslaufen oder Radfahren. Der Schmerz ist zwar unangenehm, verschwindet aber folgenlos von selbst nach einigen Tagen. Treten jedoch starke, stechende Schmerzen während oder unmittelbar nach der Belastung auf, möglicherweise begleitet von einer Schwellung, einem Hämatom oder Bewegungseinschränkung, deutet dies auf eine Muskelverletzung hin. Dies sollte ärztlich abgeklärt werden. Als Erstmaßnahme sollte die betroffene Extremität entlastet und vorsichtig gekühlt werden, begleitet von Kompression und Hochlagerung.
Der Herbst gilt als Hochzeit für Erkältungen. Was lässt sich tun, um diese zu vermeiden, und wie schützt man sich beim Sport im Freien optimal?
Im Herbst steigt das Risiko für Erkältungen deutlich an, deshalb lohnt es sich, vorbeugend auf einige Punkte zu achten. Wichtig sind eine gute Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen und Hustenetikette, ausreichend Schlaf sowie eine abwechslungsreiche, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung. Beim Sport selbst gilt: Lieber maßvoll trainieren, anstatt in Phasen von Müdigkeit oder erhöhter Belastung ein extremes „All-out“-Programm zu absolvieren, da dies das Immunsystem sogar vorübergehend schwächen kann. Für den Sport im Freien bedeutet das konkret: warm starten, sich also mit einem kurzen Aufwärmprogramm auf Betriebstemperatur bringen, atmungsaktive Kleidung im Zwiebelprinzip tragen, darauf achten, nicht auszukühlen oder zu verschwitzt im Freien zu verweilen, und sich nach der Einheit zügig umzuziehen. Wer regelmäßig und in moderatem Umfang aktiv ist, stärkt nachweislich sein Immunsystem und reduziert das Risiko, in der Erkältungssaison krank zu werden.
Und wenn es einen doch erwischt, was sind die wichtigsten Regeln zum Bekämpfen des Infekts und im Hinblick auf den Wiedereinstieg in den Sport?
Wenn eine Erkältung oder Infektion auftritt, gilt als wichtigste Regel: Bei Fieber, Muskelschmerzen, Husten oder Schluck- und Brustschmerzen ist Sport tabu. In dieser Phase braucht der Körper Ruhe, um das Immunsystem nicht zusätzlich zu belasten und ernsthafte Komplikationen wie etwa eine Herzmuskelentzündung zu vermeiden. Handelt es sich nur um leichte Symptome der oberen Atemwege wie eine laufende Nase oder leichtes Kratzen im Hals, kann man vorsichtig Spaziergänge oder sehr leichte Bewegung einbauen. Sollte sich der Zustand verschlechtern, bitte ein oder zwei Tage pausieren. Erst wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, sollte man den Sport schrittweise über ein bis zwei Wochen wieder steigern. Wichtig ist, auf Warnzeichen zu achten: Treten Atemnot, Brustschmerzen oder Herzstolpern auf, muss eine ärztliche Abklärung erfolgen. So bleibt der Wiedereinstieg sicher und das Risiko für Folgeerkrankungen wird minimiert.
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Leo Neugebauer ist Sportler des Monats September
Weltmeister Leo Neugebauer ist nach seinem grandiosen Sieg bei der WM in Tokyo von den Sporthilfe-geförderten Athlet*innen zum Sportler des Monats September gewählt worden. In einem packenden Schlussspurt im abschließenden 1.500-Meter-Lauf seines Zehnkampfs ließ er alles auf der Bahn und krönte sich mit der Goldmedaille bei der Leichtathletik-WM in Tokio zum „König der Leichtathleten“ - sein erster großer Titel.
Bei der von der Sporthilfe durchgeführten Wahl „Sportler/Sportlerin des Monats“ stimmen anders als etwa bei Medien- oder Publikumswahlen ausschließlich Deutschlands beste Nachwuchs- sowie Spitzenathlet*innen ab und geben der Auszeichnung damit ihre ganz besondere Note. Zudem ist mit der Auszeichnung zur Sportlerin bzw. zum Sportler des Monats jeweils die Einladung zum Ball des Sports der Sporthilfe verbunden, der im kommenden Jahr am 21. Februar 2026 in der Festhalle Frankfurt stattfindet.
Leo Neugebauer setzte sich bei der Wahl mit 47,6 Prozent der Stimmen gegen das Herren-Basketballteam (36,7%) und Para-Schwimmer Josia Topf (17,5%) durch. Die Basketball-Herren bezwangen nach einer der stärksten Gruppenphasen in der EM-Geschichte und Siegen gegen unter anderem Slowenien, Finnland und die im Finale stark aufspielende Türkei und spielten sich auf den europäischen Basketball-Thron. Damit ist Deutschland erstmals amtierender Welt- und Europameister im Basketball. Der drittplatzierte Josia Topf war bei der diesjährigen Para-Schwimm-WM nicht zu stoppen. Er schwamm in gleich vier Disziplinen aufs Podium und bescherte sich selbst einen vollständigen Medaillensatz mit gleich zweimal Gold.
Für ihre herausragenden Leistungen waren die Athletinnen und Athleten von der Athletenkommission im DOSB, von SPORT1 und von der Sporthilfe für die Wahl nominiert worden.
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13 weitere Mitstreiter für den internationalen Sport
Bevor er den formellen Teil routiniert-charmant erledigte, wollte Otto Fricke eine ihm wichtige Botschaft transportieren. „Zu Führung gehört neben sozialer Intelligenz die Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen und sich durch Selbstreflexion zu verbessern. Es ist eine Binsenweisheit, dass Fortbildung für das spätere berufliche Leben wichtig ist. Ich bin überzeugt davon, dass ihr in diesem Programm gelernt habt, wie internationale Führung funktioniert, und dazu gratuliere ich herzlich“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), ehe er am Mittwochnachmittag im Haus des Sports an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise den 13 Absolvent*innen des zweiten Turnus des International Leadership Programmes (LEAP) ihre Teilnahmezertifikate überreichte.
Das LEAP wurde im DOSB im Herbst 2022 mit dem ersten Jahrgang gestartet. „Das Programm richtet sich an ehemalige Spitzenathlet*innen, Haupt- und Ehrenamtliche aus unseren olympischen Mitgliedsverbänden und dem Deutschen Behindertensportverband, die Interesse an internationaler Lobbyarbeit haben und Ehrenämter in internationalen Verbänden anstreben oder bereits ausüben“, sagte Johannes Curtius, der im Ressort Internationales das Programm koordiniert.
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Ehrenamtliches Engagement ist der Schlüssel für die Zukunft
Ihre Stimme war brüchig, eine Erkältung machte Dr. Svenja Feiler zu schaffen. Doch die Botschaft, die die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sportökonomie und Sportmanagement der Deutschen Sporthochschule Köln am Montagmittag auf dem ersten „Fachforum Ehrenamt und Engagement“ am Hauptsitz des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt am Main überbrachte, war trotz des stimmlichen Handicaps unmissverständlich. Und sie war wichtig, weil sie die Begründung dafür lieferte, warum die Zukunft des ehrenamtlichen Engagements im Sport mit vereinten Kräften gestaltet werden muss.
In ihrem Impulsvortrag zum Auftakt eines inspirierenden Tages destillierte Svenja Feiler vor rund 60 Teilnehmenden aus Fachverbänden und Landessportbünden die wichtigsten Erkenntnisse aus dem jüngsten Sportentwicklungsbericht (SEB). Diese besagen, in stark verkürzter Fassung: Die Gewinnung und Bindung von Ehrenamtlichen ist für die rund 86.000 Vereine in Deutschland das größte Problem, das 17,5 Prozent der Befragten sogar für existenzbedrohend halten. Der Handlungsbedarf ist immens, die Zahlen sind in vielen Bereichen seit 2019 rückläufig. Auch deshalb hat der DOSB den Bereich Ehrenamt und Engagement in seinem Geschäftsbereich Sportentwicklung als Schwerpunktthema der kommenden Jahre identifiziert.
„Die Hardfacts der vier Konzepte stehen fest“
Ende Mai haben die vier Städte und Regionen Berlin, Hamburg, München und Rhein-Ruhr fristgerecht ihre Unterlagen für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele eingereicht. Entsprechend des im April dieses Jahres vorgestellten und mit allen Bewerbern abgestimmten Drei-Stufen-Modells wurden die Konzepte anschließend in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Bewerbern, den Olympischen Verbänden sowie dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) weiterentwickelt.
Anschließend überprüfte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die optimierten Konzepte in sechs objektiv bewertbaren Bereichen mit insgesamt acht Unterkategorien auf die Erfüllung der operativen Mindestanforderungen für Olympische und Paralympische Spiele. Grundlage für die Mindestanforderungen waren entweder Vorgaben des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der internationalen Spitzenverbände oder vom DOSB anhand vergangener und künftiger Spiele festgelegte Kriterien.
Nach Abschluss der Prüfung - insgesamt wurden in den vier Konzepten mehr als 160 Venues und 20 Alternativ-Sportstätten geprüft - konnte die Steuerungsgruppe Olympiabewerbung die Erfüllung der operativen Mindestanforderungen in allen vier Konzepten feststellen. Anschließend bestätigte das DOSB-Präsidium in seiner Sitzung am vergangenen Freitag die aus der Überprüfung resultierende Empfehlung der Steuerungsgruppe, alle vier Bewerber zum weiteren Prozess zuzulassen.
Lisas Literatur-Likes: Eine Trilogie, die großartige Plot-Twists bietet
Warum dieser Autor und dieses Buch?
Ich habe „Wenn Sie wüsste“ der US-Autorin Freida McFadden geschenkt bekommen. Ich lese gern Thriller, daher war dieser Spiegel-Bestseller ein passendes Geschenk. Angefixt von diesem Band wollte ich unbedingt wissen, wie die Geschichte von Millie Colloway weitergeht. So stand es außer Frage, dass ich auch die weiteren Bände der „The Housemaid“-Reihe - „Sie kann dich hören“ und „Sie wird dich finden“ - lesen werde.
Worum geht es?
Die Trilogie dreht sich um Millie Colloway, die wegen Totschlags eine Gefängnisstrafe absitzen musste und nun als Haushälterin tätig ist. Sie startet mit „Wenn Sie wüsste“. Millie baut sich nach ihrer verbüßten Haftstrafe eine neue Existenz auf und fängt als Haushälterin bei den Winchesters an. Ein sehr gut bezahlter Job, zudem darf sie bei ihnen im Haus wohnen. Mit Andrew, dem Hausherrn, kommt Millie gut zurecht. Er ist stets freundlich und zuvorkommend. Nina, die Hausherrin, hingegen ist unberechenbar. Mal ist sie super freundlich, im nächsten Augenblick hat sie einen riesigen Wutausbruch. Je mehr Millie in das Leben der Winchesters hineingezogen wird, desto gefährlicher wird es für sie. Am Ende ist alles ganz anders, als es scheint.
Auch im zweiten Teil „Sie kann dich hören“ arbeitet Millie als Haushälterin bei einem netten Paar. Die Frau bekommt sie zu Beginn ihrer Tätigkeit nicht zu Gesicht, da diese nach Aussage ihres Mannes gesundheitlich angeschlagen ist. Schnell wird Millie skeptisch und findet Anzeichen von Misshandlung und häuslicher Gewalt. Sie beschließt, der Frau aus den Fängen ihres Mannes zu helfen, und wird schlussendlich unter Mordverdacht stehend selbst verhaftet. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um ihre Unschuld zu beweisen und die wahre Täter-Opfer-Rolle klarzustellen.
Der dritte Teil „Sie wird dich finden“ weicht etwas von den ersten beiden Teilen ab. Millie ist einige Jahre älter, mittlerweile verheiratet und hat zwei Kinder. Im Zentrum der Geschichte steht ihr Umzug aus der Bronx in ein neues Eigenheim auf Long Island. Das Haus ist wunderbar, aber mit ihrer Nachbarschaft wird Millie nicht so recht warm. Vor allem, weil Nachbarin Suzett ständig mit ihrem Mann Enzo flirtet. Millies Leben gerät gänzlich aus den Fugen, als plötzlich Suzetts Ehemann ermordet aufgefunden wird und Enzo als erster Tatverdächtiger gilt.
Womit punktet das Buch besonders?
Die Thriller-Reihe ist getrieben von Hochspannung durch viele unvorhersehbare Wendungen und großer psychologischer Raffinesse, sodass ich als Leserin in die fiktive Welt hineingezogen wurde und das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Gefallen hat mir persönlich, dass die Thriller kein an den Haaren herbeigezogenes Ende finden, sondern die Autorin sich Gedanken um eine gelungene, logische Auflösung der Geschehnisse gemacht hat.
Wie war das Lesegefühl?
Die Trilogie liest sich leicht und schnell. Die Thriller sind getrieben von Spannung, man wartet nur darauf, endlich hinter alle Geheimnisse zu kommen. Und plötzlich merkt man, dass sich alle Spekulationen, die man hegt, durch Plot-Twists in Luft auflösen und die Geschichte eine ganz andere Wendung nimmt. Der zweite Band hat mir persönlich am wenigsten gefallen, da ich ihn am berechenbarsten fand. Er ähnelt im Aufbau stark dem ersten, bei dem man noch in völliger Ahnungslosigkeit über McFaddens Plot-Twists schwebte. Im zweiten Band konnte ich mir schnell denken, welche Wendung das Geschehen vermutlich nehmen wird. Die komplette Auflösung blieb trotzdem sehr spannend. Ich empfinde es daher auch als sehr erfrischend, dass sich der dritte Teil in der Storyline von den ersten beiden unterscheidet. Das trägt auf jeden Fall zum Spannungserhalt der Reihe bei.
War der Umfang angemessen?
Alle drei Bände sind vom Umfang her - 360 bis 430 Seiten - angemessen. Es werden alle wichtigen Fakten erzählt, alle Details beschrieben, trotzdem wird die Spannung nicht unnötigerweise in die Länge gezogen. Auch hatte ich das Gefühl, dass die Autorin sich die nötige Zeit genommen hat, um das Ende und damit die Auflösung sinnvoll zu gestalten.
Werde ich den Autor und/oder die Thematik weiterverfolgen?
Wenn ich mal wieder Lust auf einen Thriller habe, werde ich auf jeden Fall auch in Freida McFaddens Repertoire stöbern. Außerdem gibt es noch eine Kurzgeschichte über Millies Hochzeit, die zwischen Band 2 und 3 spielt. Diese ist in Deutschland erst nach der Trilogie unter dem Titel „Weil sie dich kennt“ erschienen - und die habe ich noch nicht gelesen. Wird schnellstmöglich nachgeholt!
Wie steht es um das Ehrenamt im Sport?
Starten wir zunächst mit den guten Nachrichten: Weit mehr als acht Millionen Menschen engagieren sich freiwillig oder ehrenamtlich in Deutschlands 86.000 Sportvereinen. Davon rund zwei Millionen ehrenamtlich, also zum Beispiel als Vorstand oder als Trainerin im Verein. 6,3 Millionen Menschen sind freiwillig tätig, also kurzfristig, projektbezogen, zum Beispiel als Aushilfe bei einem Vereinsfest.
Das ist ein Spitzenwert. Zumindest im Vergleich zu anderen Bereichen wie Kultur und Musik, dem sozialen Bereich, der Kirche oder dem Umweltschutz. Nirgendwo anders engagieren sich so viele Menschen in ihrer Freizeit wie beim Sport. Aber: Diese Zahlen sind bereits jetzt zu niedrig. Und sie sinken. Während sich 2014 noch 14,9 Prozent der Über-14-Jährigen im Sportbereich engagierten, ging dieser Anteil bis 2019 auf 13,5 Prozent zurück. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Verlust von rund einer Million Engagierten innerhalb von fünf Jahren.
Wer meint, das wäre Meckern auf hohem Niveau, dem seien dazu die Zahlen aus dem aktuellen Sportentwicklungsbericht ans Herz gelegt. Denn befragt nach ihren aktuellen Problemen, nannten in der repräsentativen Umfrage der Deutschen Sporthochschule Köln fast 60 Prozent der Vereine (also hochgerechnet gut 51.000) die Gewinnung und Bindung von ehrenamtlichen Funktionsträger*innen als ihre derzeit größte Sorge. 17,6 Prozent der Vereine (~15.000) gehen noch einen Schritt weiter und sagen, dass der Mangel an Ehrenamt sie in ihrer Existenz bedroht. Das Problem ist also ernst.
Woran hapert es?
Wie DOSB-Vorständin Michaela Röhrbein im Interview deutlich macht, haben die Menschen kein Motivationsproblem, wenn es um das ehrenamtliche Engagement geht. Menschen sind bereit, sich einzubringen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Aufgaben zu ihrer Lebenssituation passen. Vielmehr liegt ein Strukturproblem vor. Vereine und ehrenamtlich Engagierte beklagen zu Recht die hohe Last an Vorgaben und Bürokratie, die sie zu bewältigen haben. Wer sich in einem Sportverein engagiert, der möchte sich um den Sport kümmern und darum, dass der Verein läuft, dass Mitglieder gut betreut und Angebote weiterentwickelt werden. Und nicht um Anträge und die Einhaltung von Vorschriften. Die Realität sieht vielerorts leider anders aus. Das demotiviert die, die bereits aktiv sind, und schreckt diejenigen ab, die es eigentlich gerne werden möchten.
Wie geht es wieder bergauf?
Durch gezielte Maßnahmen, die das Ehrenamt auf der einen Seite entlasten und auf der anderen Seite mehr Wertschätzung für diese wichtige Arbeit zeigen. Mit der Ernennung von Dr. Christiane Schenderlein als erster Staatsministerin für Sport und Ehrenamt ist nicht nur ein wichtiger symbolischer Schritt getan, sondern auch praktisch ändert sich dadurch einiges. So kann Frau Schenderlein sich am Kabinettstisch der Bundesregierung gezielt und ausschließlich den Themen Sport und Ehrenamt widmen und muss sich nicht wie zuvor im Bundesinnenministerium, wo der Sport bisher angesiedelt war, noch mit 20 anderen drängenden Themen beschäftigen.
Mit dem Steueränderungsgesetz 2025 hat die Bundesregierung den Aufschlag zum Bürokratieabbau eingeläutet. Mit dem geplanten Gesetz sollen von 2026 an die steuerfreien Pauschalen für Ehrenamt und Trainer*innen steigen und die Freigrenzen für Vereine erhöht werden, so dass nicht jeder eingenommene Cent genau dokumentiert werden muss. Das hilft den ehrenamtlich Engagierten dabei, sich wieder auf das zu konzentrieren, warum sie dieses Amt ausüben: Um Spaß zu haben (95 Prozent), mit Menschen zusammenzukommen (84 Prozent) und die Gesellschaft mitzugestalten (78 Prozent).
Für Vereine, die neue Ehrenamtliche gewinnen möchten, gilt es, diese gezielt anzusprechen. So liegt etwa in der Boomer-Generation, von denen ein Großteil entweder bald in Rente geht oder es bereits ist, großes Potenzial. Denn das sind Menschen mit Zeit, Kompetenz und viel Erfahrung. Sportvereine sollten mit zielgruppengerechter Kommunikation auf diese Menschen zugehen und versuchen, sie für ein Amt im Verein zu begeistern. Jüngere Menschen dagegen, die durch Beruf und Familie womöglich weniger Freizeit haben, können über kurzfristiges, projektbezogenes Engagement an die Vereinsarbeit herangeführt und somit langsam auf ein längerfristig angelegtes Ehrenamt vorbereitet werden.
Um das Problem langfristig in den Griff zu kriegen, sollte es nicht beim einzelnen Menschen oder Verein gesucht werden. Vielmehr müssen Maßnahmen wie das Steueränderungsgesetz Teil einer umfassenderen Reform sein, die über finanzielle Freibeträge hinausgeht und echte Entlastung schafft. Als DOSB fordern wir dazu auf, langfristiges Engagement zu fördern über gezielte Qualifizierung, Freiwilligendienste und Anerkennungskultur. Wir möchten die Rahmenbedingungen verbessern durch weniger Bürokratie, digitale Unterstützung und verlässliche Strukturförderung.
Aus Studien wissen wir, dass ehrenamtlich Engagierte und Trainer*innen länger dabei bleiben, wenn sie eine entsprechende Qualifizierung über eine DOSB-Lizenz erworben haben. Mit einer Ausbildung in der Tasche fühlt man sich besser gewappnet, sicherer im Umgang mit den vielfältigen Aufgaben und hat mehr Spaß an der Arbeit. Die Qualifizierung von Menschen für ein ehrenamtliches Engagement sollte deshalb noch stärker und gezielter gefördert werden.
Wenngleich freiwillige Helfer auf Vereinsfesten wichtig sind und auch ihre Arbeit Wertschätzung verdient hat, so sind es doch die langfristig engagierten ehrenamtlichen Vorstände und Trainer*innen, die den größten Beitrag dazu leisten, die Sportvereine am Laufen zu halten und weiterzuentwickeln. Sie in den Fokus zu nehmen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen, daran müssen wir die politischen Maßnahmen messen. Und das werden wir in unserer Rolle als Dachverband des Sports auch weiterhin tun, um immer das bestmögliche Ergebnis für den Sport und unsere 86.000 Vereine zu erzielen.
