Hauberg 2, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Sterne des Sports: Vier gute Gründe für deine Bewerbung

Finanzielle Unterstützung für dein Engagement

Gutes Engagement braucht starke Rahmenbedingungen. Bei den „Sternen des Sports“ winken attraktive Preisgelder von insgesamt bis zu 14.000 Euro. So kannst du deine Vereinsarbeit weiterentwickeln, neue Projekte anstoßen und deine Ideen nachhaltig stärken.

Das zeigt der Preisträger aus dem letzten Jahr: Die Turngemeinde Herford von 1860 hat ihre ausgezeichnete Initiative „Vereinsheld 2025 – Unsere Zukunft ist Ehrenamt“ gezielt weiterentwickelt. Das Preisgeld floss direkt in neue NextGen-Stipendien für engagierte junge Menschen ab 13 Jahren und stärkt so den Nachwuchs im Ehrenamt ganz konkret.

75 Jahre Wiedergründung DSB: „Seit 1334“ – Tradition, die Verantwortung trägt

Die Schützentradition und das Brauchtum sind neben dem Sport ein fester und wichtiger Bestandteil der Schützenkultur im Deutschen Schützenbund, in den Landesschützenverbänden und ihren Untergliederungen. Schützentraditionen und Bräuche können dabei sehr unterschiedlich sein, wie die verschiedenen Beiträge der Landesverbände zeigen, die das gesamte Jahr über zum 75-jährigen Jubiläum der DSB-Wiedergründung veröffentlicht werden. Dieses Mal ist der Schützenverband Berlin-Brandenburg an der Reihe.

Junioren-WM Suhl: Die WM ist eröffnet

Um 19.11 Uhr war es so weit: Luciano Rossi, Präsident des internationalen Schießsport-Weltverbandes ISSF, eröffnete auf dem Marktplatz in Suhl die Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl mit den Worten: „Hiermit erkläre ich die Junioren-Weltmeisterschaft 2026 in Suhl für eröffnet!“

Militär-WM Bogensport Warendorf: 13 deutsche Schützen dabei

Parallel zur Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl findet weiter westlich im beschaulichen Warendorf in Nordrhein-Westfalen eine zweite Weltmeisterschaft auf deutschem Boden statt: Die CISM, die Militär-Weltmeisterschaften, im Bogensport (17. bis 24. Juni), an der auch 13 deutsche Schützen teilnehmen, darunter einige bekannte Namen.

DOSB-Wissenschaftspreis: Bewerbung noch bis 31. Juli möglich

Damit setzt der DOSB die Tradition des Carl-Diem-Wettbewerbs fort, den der Deutsche Sportbund seit 1953 durchgeführt hat. Die preisgekrönten Arbeiten der Preisträger*innen legen ein eindrucksvolles Beispiel der hohen sportwissenschaftlichen Forschungsleistungen ab. Die letzte Verleihung des Preises fand am 31. Januar 2025 im Rahmen einer Festakademie im Haus des Sports statt.

Die Ausschreibung für den aktuellen Wettbewerb um den DOSB-Wissenschaftspreis 2025/2026 ist seit Herbst 2025 veröffentlicht. Als Wettbewerbsbeitrag können sportwissenschaftliche Arbeiten in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden, die seit 2024 an einer deutschen Universität als Promotions- oder Habilitationsleistung angenommen wurden. Zudem haben Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft oder einem sportwissenschaftlichen Abschluss an einer deutschen Universität die Möglichkeit, vergleichbare Qualifikationsarbeiten einzureichen, sofern diese an einer Universität außerhalb Deutschlands anerkannt wurden. Der DOSB möchte mit seinem Wissenschaftspreis insbesondere Arbeiten anregen, die aktuelle Fragen des organisierten Sports thematisieren. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2026.

Die Auszeichnung der Preisträger*innen und die Verleihung des DOSB-Wissenschaftspreises 2025/2026 nimmt voraussichtlich der DOSB-Präsident im Rahmen einer Festakademie Anfang des Jahres 2027 vor.

Junioren-WM Suhl: Die letzten Fakten & Zahlen

Nur noch einen Tag bis zur Eröffnungsfeier, die den Startschuss für die Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl (17. bis 26. Juni) gibt. Der DSB wird ausführlich von der zweiten Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl – die erste Auflage fand 2017 an gleicher Stelle statt – berichten. Vor den ersten Wettkampfschüssen gibt es an dieser Stelle noch einmal die letzten Fakten & Zahlen.

„Der Mehrwert der Europaspiele wird nach und nach allen klarer“

DOSB: Peter, in genau einem Jahr sollen in Istanbul die 4. Europaspiele starten, die vom 16. bis 27. Juni in der Türkei stattfinden sollen. Wie ist der Stand der Vorbereitung?

Peter Brüll: Natürlich kann man immer sagen, dass man früher mit den Planungen hätte beginnen können. Zeitdruck gibt es in fast jedem Projekt. Aber wenn ich einbeziehe, dass wir erst im vergangenen Jahr den Host-City-Vertrag unterschrieben haben, kann ich sagen, dass das türkische Organisationskomitee einen wirklich guten Job macht. Sie haben viel Erfahrung als Ausrichter von Sportgroßveranstaltungen. Vielleicht nicht mit Multisportevents, aber die Türkei richtet viele Weltcups, Europa- oder Weltmeisterschaften aus. Aus meiner Sicht arbeiten alle relevanten Ebenen sehr gut zusammen, so dass ich zuversichtlich bin, dass ausreichend Zeit und personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, um alles pünktlich fertigzustellen und sehr gute Spiele durchzuführen.

Was sind auf dem Weg bis zum Start die wichtigsten organisatorischen Hürden, die noch genommen werden müssen?

Noch sind viele Dinge zu erledigen, da geht es um die Auswahl der Venues, um Transportinfrastruktur und auch um finanzielle Strukturen. Aber das ist normal zu diesem Zeitpunkt. Das Wichtigste ist, die richtigen Menschen in die notwendigen Positionen zu bringen und miteinander zu verbinden. Damit steht und fällt eine solche Organisation.

Was lässt sich Stand heute zu den Ausmaßen der Veranstaltung sagen? Wie viele Athlet*innen werden erwartet, wie viele Sportarten werden im Programm sein und auf welche ikonischen Standorte dürfen sich die Fans freuen?

Da sich immer kleine Anpassungen ergeben können, bitte ich zu beachten, dass es sich um den Status Quo handelt. Aktuell planen wir mit 26 Sportarten, 22 davon aus dem olympischen Programm. Wir werden rund 7500 Athlet*innen in Istanbul begrüßen, was ein Rekordwert ist. 2023, bei der bislang letzten Ausgabe in Krakau, waren knapp 6900 Sportler*innen dabei. Was die Austragungsstätten angeht, bitte ich noch um etwas Geduld. Ich kann aber versprechen, dass es, wie 2024 bei den Olympischen Spielen in Paris, einige ikonische Stätten geben wird. Istanbul bietet für Sportarten wie 3x3 Basketball, Sportklettern oder auch Squash in gläsernen Courts herausragende, monumentale Spots, die dafür sorgen werden, dass auch die Promotion für die Stadt nicht zu kurz kommen wird.

Für 21 der 22 olympischen Sportarten sind in Istanbul Wettkämpfe zur Olympiaqualifikation vorgesehen. Welchen sportlichen Stellenwert haben Europaspiele mittlerweile, und wie ist es gelungen, diesen kontinuierlich zu erhöhen?

Ich freue mich sehr, dass auch die Außenwirkung der Europaspiele mittlerweile so ist, dass die steigende Bedeutung des sportlichen Werts wahrgenommen wird. Istanbul ist Gastgeber der erst vierten Ausgabe, wir stehen im Vergleich zu anderen Kontinentalwettkämpfen noch immer am Anfang. Dennoch haben wir Interesse von viel mehr Verbänden, als wir ins Programm aufnehmen könnten. Ich glaube, dass unser Narrativ, ein direkter Qualifikationswettbewerb für die Olympischen Spiele zu sein, mittlerweile gut verfängt und dafür sorgt, dass die Fachverbände und die NOKs als unsere Mitglieder zunehmend Interesse an dem Format European Games entwickeln. Wir werden in Istanbul 122 direkte Plätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ausloben, dazu kommen viele Wettkämpfe mit hoher Relevanz für die Olympia-Ranglisten. Das unterstreicht die sportliche Bedeutung und gibt uns berechtigte Hoffnung, dass die besten Athlet*innen in Istanbul antreten werden.

Die Türkei gilt als aufstrebende Sportnation. Welche Bedeutung hat die Ausrichtung der Europaspiele für die Gastgeber?

Bei den Paris-Spielen ist die Türkei mit acht Medaillen, keine davon in Gold, auf Rang 64 des Medaillenspiegels weit hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Deshalb haben Politik und Sport gemeinsam an ihren Zielstellungen gefeilt und versucht zu ergründen, wie sich die Ergebnisse verbessern lassen. Ein wichtiges Element in ihrer neuen Strategie ist es, als Ausrichter großer Events die Chancen zu erhöhen, dass türkische Athlet*innen erfolgreicher sein können. Als Gastgeber dürfen die Türken in jeder Sportart bei den Europaspielen antreten und haben dadurch mehr Möglichkeiten, um sich für Los Angeles zu qualifizieren. Und je mehr Sportler*innen antreten, desto höher dürften die Chancen sein, dann auch bei Olympia erfolgreicher zu werden. Außerdem sind die Europaspiele auch für die öffentliche Wahrnehmung wichtig. Die Türkei plant, sich für die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele zu bewerben. Im kommenden Jahr wollen sie der Welt zeigen, dass sie zu Großem in der Lage sind, und in diesem Puzzle sind die Europaspiele ein wichtiges Teil.

Auf der EOC-Generalversammlung im vergangenen Jahr in Frankfurt am Main hat der damalige Bürgermeister Ekrem Imamoglu für die Veranstaltung geworben. Kurz darauf wurde er wegen angeblicher Korruption und Terrorismusunterstützung verhaftet und befindet sich weiterhin im Gefängnis. Welche Probleme hat das verursacht und wie ist die politische Situation aktuell einzuschätzen?

Ich möchte die politische Situation in der Türkei nicht kommentieren. Was ich bestätigen kann: Die Stadt Istanbul und die türkische Regierung haben sich über die vergangenen Monate als sehr verlässliche Kooperationspartner erwiesen. Das zeigt uns, dass auf dem Feld des Sports Zusammenarbeit trotz manch politischer Kontroverse sehr gut möglich ist.

„Schwimmen ist eine Lebenskompetenz, die jeder Mensch erwerben sollte“

DOSB: Jan, der Bund hat für dieses Jahr 250 Millionen Euro für die Sanierung von Schwimmbädern in Aussicht gestellt. Freut man sich als DSV-Vorstandsvorsitzender darüber, oder sieht man schon jetzt eher die vielen Bäder, die trotzdem leer ausgehen werden? 

Jan Pommer: Zunächst einmal freuen wir uns darüber sehr, weil es in Zeiten knapper Kassen nicht selbstverständlich ist, dass finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Das kaschiert aber selbstverständlich nicht die Tatsache, dass der Gesamtbedarf für die Sanierung von Schwimmbädern in Deutschland um ein Vielfaches höher liegt. Unterschiedliche Schätzungen gehen von einer Summe bis zu zehn Milliarden Euro aus. Die Notwendigkeit für einen neuen Goldenen Plan ist offenkundig hoch.

Was ist bei der Verteilung der Gelder aus dem Sondervermögen aus deiner Sicht für die Schwimm-Infrastruktur besonders zu beachten? 

Wir haben uns stark dafür eingesetzt, dass die Antragsverfahren so einfach wie möglich gestaltet werden und dass auch Vereine selbst  diesen eigenständig anmelden können und nicht über ihre Kommune gehen müssen. Außerdem ist uns sehr wichtig, dass in dieser ersten Tranche vor allem Bäder saniert werden, die eine wichtige Rolle für das Schwimmenlernen spielen. Natürlich freuen wir uns auch über moderne Spaßbäder, aber die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung ist das Fundament, das wir dringend stärken müssen. Dafür braucht es funktionsfähige Lehrschwimmbecken, deshalb drängen wir darauf, dass es hier eine Priorisierung der Mittel geben kann und vor allem solche künftig errichtet werden.

Der DSV hat weiterhin mehr als 600.000 Mitglieder, auch die Zahl der Vereine ist leicht gestiegen. Wie groß sind die Probleme, diesen Menschen verlässlich die Möglichkeit zu bieten, Schwimmsport zu betreiben? 

Diese Frage möchte ich zweigeteilt beantworten. Auf der einen Seite müssen all jene Vereine, die keine eigenen Bäder betreiben, sehr hart um entsprechende Wasserzeiten kämpfen. Dabei stehen sie im Wettbewerb mit anderen Stakeholdern und werden auch mit den kommunalen Finanznöten konfrontiert. Wir haben natürlich Verständnis dafür, dass alle Seiten sehen müssen, wie sie ökonomisch tragfähig arbeiten. Aber in diesem Wettbewerb muss die Vereinsarbeit priorisiert werden. Das schadet sonst den Vereinen und damit auch all den Menschen, die ihren Schwimmsport nicht wie erwünscht ausüben können. Auf der anderen Seite haben wir ein grundsätzliches Problem, weil in Deutschland ganz einfach viel zu wenige Wasserflächen zur Verfügung stehen. Jedes Jahr schließen Bäder und werden auch nicht wieder eröffnet, auch weil der Betrieb fälschlicherweise als „Groschengrab“ gilt. Diesen Problemen stellen wir uns, aber wir schaffen das nicht allein. 

Die Zahlen der Menschen, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, die nicht schwimmen lernen, sind alarmierend. Was kann der DSV noch unternehmen, damit all die Appelle, die immer wieder von euch ausgehen, nicht ungehört bleiben? 

In der Tat ist der Status Quo schlecht. Jedes Jahr verlassen rund 500.000 Kinder die Grundschulen, ohne sicher schwimmen zu können. Die gute Nachricht ist aber, dass man dagegen durchaus vieles tun kann. Wir können mehr Angebote schaffen und besser, vor allem zielgerichteter dafür werben, damit diese auch bekannt werden. Uns geht es darum, allen Menschen klarzumachen, dass Schwimmen eine Lebenskompetenz ist, die jeder erwerben sollte. Aber natürlich auch, dass es ein wunderbarer Sport ist, der vom Kleinkind bis zum Greis ausgeübt werden kann. Wir müssen unsere Angebote noch niedrigschwelliger zugänglich machen. Außerdem müssen wir mehr Übungsleitende ausbilden. Dazu sprechen wir gerade mit dem Bund über eine Förderung, die das unterstützen könnte. Als letzten Punkt möchte ich die Chance herausstreichen, die uns die flächendeckende Umstellung auf den Ganztag in den Schulen bietet. Wenn wir mit allen daran beteiligten Institutionen gut und unkompliziert kooperieren, können wir darüber das Schwimmenlernen einer viel breiteren Zielgruppe näherbringen. 

Wie steht Deutschland eigentlich im internationalen Vergleich da? Wie ist es um die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung statistisch bestellt? 

Im europäischen Vergleich stehen wir leider nicht gut genug da, da waren wir schon besser und wollen unbedingt auf diesen Standard zurück. Weltweit gibt es sicherlich viele Regionen, in denen die Kulturtechnik Schwimmen nicht zur Selbstverständlichkeit gehört.

Junioren-WM Suhl: Podcast mit Karla Riehmann & Arne Schallus

Nur noch wenige Tage, dann beginnt die Junioren-Weltmeisterschaft in Suhl (17. bis 26. Juni). Grund genug, um sich im Podcast „Volltreffer“ mit zwei DSB-Teilnehmern über das Highlight auszutauschen. Trapschützin Karla Riehmann (Gotha) und Schnellfeuerpistolenschütze Arne Schallus (Suhl) sprachen über die Vorbereitung, den Erwartungsdruck, die Konkurrenz und ihre Ziele.

Sprechergruppe der Konferenz der Spitzenverbände beim DSB

Die neu gewählte Sprechergruppe der Konferenz der Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hielt am 12. und 13. Juni 2026 ihre Auftaktsitzung im Bundesstützpunkt des Deutschen Schützenbundes in Wiesbaden ab. Im Mittelpunkt der intensiven Diskussionen stand die Festlegung des Arbeitsprogramms für die kommenden vier Jahre. Für den DSB nahm Jörg Brokamp als stellvertretender Sprecher der Spitzenverbände teil.

„Das Gefühl von Schwerelosigkeit und Freiheit im Wasser ist durch nichts zu ersetzen“

Wasser war schon immer mein Element, zumindest so lange meine Erinnerung zurückreicht. Ich war eins dieser Kinder, das man mit blauen Lippen aus dem Wasser ziehen musste, weil ich einfach nicht genug vom Schwimmen bekommen konnte. Ich habe es geliebt, bei uns in Bruchköbel, wo ich aufgewachsen bin, im Freibad die Wasserrutsche hinunterzurasen, vom Sprungturm zu springen und endlos im Wasser zu plantschen. Zum Glück hatte ich eine Oma, die mich zwar nicht ins kalte Wasser geworfen, aber mich doch sorgenfrei hineinspringen hat lassen. Und einen Papa, mit dem ich jeden Sonntag ins Schwimmbad gehen konnte. Irgendwann, ich muss acht Jahre alt gewesen sein, wollte ich unbedingt die ganzen Schwimmabzeichen erwerben und habe an einem Tag die Prüfungen für Silber und Gold hintereinander abgelegt. Da sagte der Bademeister zu meinem Vater: „Vielleicht sollten Sie das Mädchen mal in einen Schwimmverein geben!“

Das war allerdings auch schon zu Beginn der 2000er-Jahre nicht ganz so einfach. Unser Heimatverein hatte sechs Monate Wartezeit. Also bin ich zu unserem DLRG-Ortsverein gegangen und habe dort trainiert. Das Training fand manchmal parallel mit den „normalen“ Schwimmern statt, und weil die Vereinstrainer sahen, was ich schon konnte, haben sie Gnade walten lassen und mich in der Warteliste vorgezogen, so dass ich doch recht bald ein Probetraining absolvieren durfte. Das war der Beginn einer Leidenschaft, aus der viel mehr wurde als ein Hobby.

Was für mich die Faszination des Schwimmens ausmacht, kann ich bis heute ganz deutlich beschreiben. Es ist dieses Gefühl von Schwerelosigkeit und die Möglichkeit, in eine ganz eigene Welt abzutauchen. Wir alle tragen einen imaginären Rucksack mit uns herum, der mit unseren To-Dos, Sorgen und Belastungen gefüllt ist. Für mich war das Schwimmen immer das beste Rezept, um die Sorgen des Alltags – ob es Ärger im Freundeskreis war oder das Lernen für die Schule oder das Studium – hinter mir zu lassen. In dem Moment, in dem ich das Wasser über mir zusammenfließen sah und nur noch das Rauschen in meinen Ohren hörte, hatte ich ein Gefühl von Freiheit, das durch nichts zu ersetzen ist. Es gibt mittlerweile Tage, an denen ich nur für 500 Meter ins Schwimmbad fahre. Für eine ehemalige Leistungsschwimmerin ist das eine Distanz, für die eigentlich das Umkleiden nicht lohnt. Aber ich weiß, dass es mir guttut.

Wasser sollte niemals bedrohlich sein

Mir ist bewusst, dass gerade freie Gewässer, bei denen man nicht auf den Grund schauen kann, manchen Menschen Unbehagen und sogar Angst bereiten. Ich bin dankbar dafür, dass das bei mir nie der Fall war. Wasser sollte, sofern man sich mit den Gefahren auseinandersetzt, die Wettereinflüsse wie Sturm oder Gewitter mit sich bringen, niemals bedrohlich sein. Während meiner Leistungssportkarriere bin ich in der Freizeit tatsächlich nie ins Schwimmbad gefahren, sondern habe nur in Seen oder im Meer gebadet, weil ich abseits des Sports Wasser zur Entspannung nutzen wollte. Aber ich habe Wasser niemals als etwas betrachtet, das in mir Ablehnung hervorruft, sondern immer die Freiheit genossen, die es mir ermöglicht.

Dass aus meiner Leidenschaft ein Beruf wurde, war rückblickend eine logische Entwicklung. Ich bin bewusst Stufe um Stufe nach oben geklettert. Der Fakt, dass Schwimmen für mich mit Leistung verbunden war, hat zu keiner Zeit dazu geführt, dass ich den Spaß daran verloren habe. Mental war ich immer bereit dazu, mein Bestes zu geben. Es mag manche überraschen, aber ich habe 95 Prozent meiner Trainingseinheiten positiv empfunden. Zu sehen, was sich aus dem Körper herauskitzeln lässt, wenn man mit der notwendigen Disziplin ans Werk geht, hat mich immer fasziniert. Es gibt ja dieses Klischee, dass Schwimmtraining vor allem langweilig ist. Natürlich ist es nur ein Mythos, dass wir die Kacheln zählen. Im Training muss man immer fokussiert sein. Aber wenn man stumpf seine Ausdauerbahnen zieht, können die Gedanken schon mal abschweifen. Ich habe dann meist darüber nachgedacht, was ich noch einkaufen muss oder wen ich schon lange mal wieder anrufen wollte. Und irgendwie war das immer entspannend.

Weltcup Antalya: Moritz Wieser knapp an Medaille vorbei

Moritz Wieser (Trostberg) hat in Antalya/TUR knapp seine erste Einzelmedaille im Weltcup-Circuit verpasst: Der 25-jährige Recurveschütze unterlag sowohl im Halbfinale als auch im Bronzematch knapp mit 4:6: „Das Halb- sowie Bronze-Finale bei einem 4:4 Punktestand nicht für mich zu entscheiden, schmerzt wirklich sehr. Der vierte Platz ist und bleibt ein Trostpflaster.“ Ebenfalls stark: Compoundschützin Katharina Raab (Wertach) belegte Rang sechs.

Die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung nutzen

Lebensqualität und Umweltgerechtigkeit sind wichtige Bedingungen für eine nachhaltige Zukunft – sowohl in Deutschland und Europa. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie in Zeiten des Klimawandels und wachsender Ungleichheit verschiedene gesellschaftliche Bereiche, darunter der Sport, zu mehr Umweltgerechtigkeit beitragen können. Dazu haben wir das nachfolgende Interview mit dem Bundesumweltminister geführt.

DOSB: Herr Minister, wie priorisiert das Bundesumweltministerium (BMUKN) das Konzept der Umweltgerechtigkeit in seiner aktuellen Umweltpolitik? Und welche Rolle spielt Umweltgerechtigkeit in der ressortübergreifenden Zusammenarbeit, etwa mit dem Bundesgesundheitsministerium, den Bundesbauministerium oder dem Bundesverkehrsministerium?

CARSTEN SCHNEIDER: Wir alle haben im Kern doch die gleichen Bedürfnisse, wenn es um Umwelt und Natur geht. Wir wünschen uns saubere Luft zum Atmen, sauberes Wasser zum Trinken. Ein Ausflug ins Grüne gibt uns Kraft und Zuversicht. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, dass uns allen das unabhängig von Einkommen, Bildung, Alter, Geschlecht oder Herkunft möglich ist. Menschen, die in Quartieren mit mehr Lärm leben, brauchen umso mehr ein Stück Natur wie einen Park oder eine öffentliche Wiese in der Nähe.

Während die einen dort einfach die Seele baumeln lassen, sehen die anderen darin eine Einladung zu Bewegung und Sport. Das ist Gold wert für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden und das soll so bleiben. Mit Klimaschutz und Klimaanpassung bewahren wir uns und unseren Kindern auch solche grünen Kraftquellen. Womit wir wieder beim Stichwort Gerechtigkeit sind.

Im Zusammenhang mit Umweltgerechtigkeit werden unter anderem die sozialräumliche Verteilung von Umweltbelastungen wie Lärm und Luftverschmutzung sowie der Zugang zu Natur und Grünräumen diskutiert. Herr Minister, welche konkreten Schritte unternehmen Sie, um mehr Umweltgerechtigkeit aktiv in nationale Strategien und Förderprogramme zu integrieren?

Das Ziel von Umweltgerechtigkeit sind gesunde Umwelt- und Lebensverhältnisse für alle Menschen. Die Kommunen sind hier entscheidend, um Umwelt, Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung mit Grün- und Freiflächenentwicklung sowie Verkehr zusammenzudenken und danach zu planen. Aber auch der Bund macht viel. So schützt etwa das Immissionsschutzrecht Menschen vor Luftverschmutzung oder Lärm. Mit der Nationalen Wasserstrategie stellen wir uns Herausforderungen des Klimawandels wie Hitze- und Dürreperioden. Damit auch in Zukunft Wasser überall versorgungssicher und bezahlbar bleibt.

Naturnahe Grünflächen in der Stadt zu fördern, spielt im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz, der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt sowie bei der Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung eine wichtige Rolle.

Wie beurteilen Sie die Rolle von Sportvereinen und -verbänden bei Maßnahmen für mehr Umweltgerechtigkeit? Können Sportorganisationen als aktive Partner bei der Umsetzung umweltpolitischer Ziele, etwa einer klimaangepassten Stadtplanung oder der Verbesserung der Lebensqualität in sozial benachteiligten Quartieren, eingebunden werden? Planen Sie beispielsweise Kooperationsformate, bei denen Sportorganisationen als Multiplikatoren für sozial-ökologische Transformation wirken können?

Der Sport hat da großes Potenzial- schon allein wegen der gesellschaftlichen Bedeutung von Sportvereinen: Sport verbindet uns - egal wie unterschiedlich wir sonst sind. Das Miteinander auf und neben dem Spielfeld tut uns individuell gut und stärkt den Zusammenhalt in unserem Land. Davon profitiert auch der Umweltschutz, der in einer gespaltenen Gesellschaft schnell unter die Räder gerät. Wer in der Natur Sport treibt, dem wird ihre Schönheit und Verletzlichkeit bewusst. Wir schützen, was wir schätzen – gerade der Sport ist auf eine gesunde Umwelt angewiesen. Das wissen Sportvereine und tragen durch Bildung und Aufklärung zum Umweltschutz bei. Wir sehen uns als Partner des nachhaltigen Sports und arbeiten schon lange mit den Sportorganisationen zusammen an einer nachhaltigeren Zukunft. Mit dem DOSB arbeiten wir - nach einer gemeinsamen Konferenz zu Klimaanpassung im Sport letztes Jahr - im Förderprojekt „Klima wandelt Sport“ daran, wie wir auch in Zukunft unter klimatisch veränderten Bedingungen – etwa mehr und längeren Hitzeperioden - Sport treiben können.

Welche Bedeutung sollte das Prinzip der Umweltgerechtigkeit bei einer möglichen deutschen Bewerbung um Olympische Spiele haben? Und sehen Sie die Chance, dass Deutschland mit einem konsequent auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Bewerbungskonzept eine internationale Vorreiterrolle übernimmt und zugleich eine positive Legacy schafft?

Ich bin ein Olympiafan und unterstütze voller Begeisterung die deutsche Bewerbung. Ich bin sicher, dass diese nur erfolgreich sein kann, wenn sie konsequent nachhaltig gedacht und geplant wird. Die Menschen in Deutschland wollen kein UFO, das hier für ein paar Wochen landet und dann weiterzieht. Olympia soll und wird dem Breiten- und Leistungssport einen starken Schub geben. Wir sind ja grundsätzlich gut aufgestellt für Sportgroßveranstaltungen in Deutschland – wie man an dem gemeinsam entwickelten Portal nachhaltige-sportveranstaltungen.de und an erfolgreich durchgeführten Welt- und Europameisterschaften z. B. im Fußball oder Handball, bei den Special Olympics oder den World University Games sehen kann. Der Schub muss dann auch in die Breite gehen, nicht zuletzt in die Modernisierung der Sportstätten.

Wir reden über olympische und paralympische Spiele in 10 bis 20 Jahren - das ist kurz vor der Klimaneutralität, zu der sich Deutschland rechtlich verpflichtet hat. Da kann Deutschland zeigen, wie Olympia konsequent sozial, partizipativ und ökologisch organisiert werden kann. Wir sollten die Olympiabewerbung für einen positiven Blick auf die Zukunftsgestaltung vor Ort nutzen. In was für einer Umwelt und Gesellschaft wollen wir im Jahr 2040 leben – und was müssen wir tun, um dort hin zu gelangen? So ein Projekt kann Mut machen und Gemeinschaft schaffen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Welches konkrete Projekt würden Sie gerne umgesetzt sehen, um Sport und Umweltgerechtigkeit in Deutschland effektiv miteinander zu verbinden?

Mehr Natur, in der man sich bewegen kann. Städte mit besser vernetzten Grünzügen tun uns sportlich gut, sind grüne Lungen für die Klimaanpassung und sorgen für eine vielfältige Stadtnatur.

Faszination Fußball: Fünf Gründe für Deutschlands Lieblingssport

1. Einfach und überall spielbar

Fußball ist leicht zu verstehen und noch leichter zu spielen. Du brauchst keinen perfekten Platz und keine teure Ausrüstung. Ein Ball reicht, zur Not tut es sogar eine Dose. Zwei Jacken als Torpfosten und schon kann es losgehen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten, die teure Ausrüstung oder spezialisierte Sportstätten benötigen, ist Fußball elementar. Genau diese Einfachheit sorgt dafür, dass fast jede*r den Sport kennt, selbst gespielt hat und das Geschehen auf dem Platz nachvollziehen kann. Ein klarer Vorteil gegenüber vielen anderen Sportarten.

Breitensportlehrgänge Wiesbaden: Plätze frei bei KK-Gewehrlehrgängen

Einmal Dreistellung, zweimal Liegend! Bei drei Lehrgängen mit dem Kleikaliber-Gewehr, die allesamt im Bundesstützpunkt in Wiesbaden durchgeführt werden, sind noch Plätze verfügbar.

Junioren-WM Suhl: Die Bundestrainer stellen ihr Team vor

50 junge Sportlerinnen und Sportler haben die fünf verantwortlichen Bundestrainer für die Heim-WM der Junioren in Suhl (17. bis 26. Juni) nominiert. Wir haben Claudia Kulla (Gewehr), Jördis Grabe (Pistole), Detlef Glenz (Schnellfeuerpistole), Katharina Bechtel (Skeet) und Uwe Möller (Trap) gebeten, ihre jeweiligen Teams vorzustellen. Dies haben sie auf ganz unterschiedliche Art und Weise gemacht.

FITASC Europameisterschaft Compak Sporting Sologne: Sechs DSB-Schützen in Frankreich dabei

Die 31. FITASC Europameisterschaft im Compak Sporting bot Compak Sporting auf höchstem Niveau. Der Coursesetter Jamie Peckham präsentierte höchst technisch anspruchsvolle, abwechslungsreiche Stände, die von allen Teilnehmern - darunter ein Sextett aus Deutschland - höchste Konzentration abverlangte. Die Organisation verlief dabei weitestgehend reibungslos und schuf optimale Voraussetzungen für faire Wettkämpfe.

DSJ: Rekordbeteiligung beim H&N Förderpreis 2026 zeigt starke Jugendarbeit in den Vereinen

Der H&N Förderpreis setzt auch in diesem Jahr ein deutliches Zeichen für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit in den Landesverbänden und dem Deutschen Schützenbund. Mit insgesamt 151 eingereichten Bewerbungen aus 14 Landesverbänden verzeichnet der Wettbewerb so viele Teilnehmer wie noch nie zuvor.

Ein Abend, der den Glauben an das Gute im Sport stärkte

Als Tabea Frohn ihre Rührung in Worte fasste, wurde es still in der Rotunde des Biebricher Schlosses. Mit Tränen in den Augen bedankte sich die Triathletin vom SC 53 Landshut in bewegenden Worten dafür, dass sie den Fair Play Preis des Deutschen Sports in der Kategorie Sport entgegennehmen durfte. Gestiftet wird die nicht dotierte Auszeichnung jährlich vom Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Verliehen wird sie seit 2016 im Rahmen des Biebricher Schlossgesprächs, zu dem die Deutsche Olympische Akademie (DOA) und das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) als Veranstalter am Donnerstagabend rund 130 Gäste aus Sport, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur zum zwölften Mal nach Wiesbaden geladen hatte. „Wir sind sehr dankbar, in solch einem würdigen Ambiente diese wichtigen Preise verleihen zu können“, sagte die DOA-Vorstandsvorsitzende Miriam Welte, Bahnrad-Olympiasiegerin und Mitglied des DOSB-Präsidiums, in ihrer Begrüßungsrede.

Schon Tage vor der Verleihung war Tabea Frohn „super aufgeregt“ gewesen, sie hatte in ihrem Kopf hin- und herbewegt, „was ich sagen will, wen ich treffen werde und wie das alles wohl werden wird. Ich bin eine Person aus einem kleinen Dorf, für mich ist so eine Auszeichnung neu und ungewohnt“, sagte sie im Vorgespräch mit dem DOSB. Und dann trat die 26-Jährige, die aus Bayern stammt und vor rund zwei Monaten aus beruflichen Gründen von Landshut nach Heidelberg umgezogen war, so selbstsicher und überzeugend auf, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Insbesondere ihr Appell für mehr Mut und Einsatz im Umgang mit Notfällen beeindruckte. „Wenn jemand Hilfe benötigt, geht es nicht darum, dass man alles richtig machen muss. Der einzige Fehler wäre, gar nichts zu tun“, sagte sie.

Erst beim Start der Wiederbelebung erkannte sie ihre Freundin

Natürlich könnte man einwenden, dass es Tabea Frohn als ausgebildeter Kinderkrankenschwester, die in der Heidelberger Universitätsklinik auf der Kinderintensivstation arbeitet, leichter gefallen sein dürfte als „normalen“ Menschen, an jenem 22. Juni 2025 die Aktion durchzuführen, für die sie am Donnerstag ausgezeichnet wurde. Auf dem Triathlon-Cup in Landshut hatte sie auf ihrem allerersten Mitteldistanz-Rennen auf der zweiten Runde der Laufstrecke eine Person in einem Graben liegen sehen, reglos und mit dem Gesicht im Wasser. „Viele sind einfach vorbeigelaufen. Für mich gab es keine Sekunde Zweifel, dass ich helfen musste. An meinen Wettkampf habe ich gar nicht mehr gedacht, der war mir in dem Moment vollkommen egal“, erinnert sie sich.

Dass die Person eine Vereinskollegin war, mit der Tabea Frohn gut befreundet ist und deren Identität zum Schutz der Privatsphäre geheim gehalten werden soll, wurde ihr erst klar, als sie bei ihr angekommen war und mit der Wiederbelebung begann. „Ich hatte aber gar keine Zeit, darüber nachzudenken, ich musste schnell handeln.“ Nachdem der Rettungswagen die Verunglückte abtransportiert hatte, entschied sich die Hobbyathletin nach einigen emotionalen Minuten zur Fortsetzung des Rennens. „Ich habe mir gedacht, ich bringe es für uns beide zu Ende, weil ich weiß, wie sehr sie auch für den Triathlon brennt. Freude hat es nicht gemacht, aber ich brauchte es, um runterzukommen.“ Nach dem Zieleinlauf fuhr sie per Fahrrad in die Klinik, um dort zu erfahren, dass die Freundin einen Hinterwandinfarkt erlitten hatte, aber stabilisiert werden konnte. „Mittlerweile hat sie sich gut erholt und darf auch wieder Sport treiben!“

Tabea Frohn würde „immer wieder so handeln”

Fast ein Jahr nach dem Vorfall schaut Tabea Frohn, die 2020 ihrer Mutter, einer Langstrecken-Triathletin, nacheiferte und im Triathlon etwas gefunden hat, „in das ich meine komplette Leidenschaft investiere“, mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Stolz auf ihre Auszeichnung. „Als ich hörte, dass ich einen Preis bekommen soll, war das für mich erst einmal total unwirklich, weil mein Handeln für mich eine Selbstverständlichkeit war. Aber jetzt freue ich mich riesig darüber und hoffe, dass die Auszeichnung dazu beitragen kann, mehr Menschen einen Anstoß zu geben, in Notsituationen einzugreifen oder einen Erste-Hilfe-Kurs zu machen, um sich besser vorbereitet zu fühlen.“ Ihre Laudatorin, das im vergangenen Jahr zurückgetretene Triathlon-Nationalkadermitglied Marlene Gomez-Göggel (33), sagte in ihrer Rede, die vielen Tränen in die Augen trieb: „Für Tabea war etwas selbstverständlich, was leider nicht mehr selbstverständlich ist: Den eigenen Erfolg hinter den Einsatz für andere zu stellen. Das ist vorbildlich!“

Tabea Frohn selbst glaubt im Übrigen nicht, dass ihre eigene Expertise entscheidend war, um damals einzugreifen. „Ich bin zum Glück so erzogen worden, dass es selbstverständlich ist, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen“, sagte sie mit Blick auf ihre Eltern und ihren Bruder, die in Wiesbaden den besonderen Moment mit ihr gemeinsam erleben konnten. Wie wenig selbstverständlich dieses Handeln heute ist, bekam sie im Winter dieses Jahres eindrücklich vor Augen geführt. Bei einem Laufevent im Münchner Olympiapark kollabierte auf der Hälfte der 15-Kilometer-Distanz ein Mann neben ihr. 20 Minuten reanimierte Tabea Frohn den Unbekannten, ehe er von Rettungskräften übernommen und abtransportiert werden konnte. „Leider weiß ich nicht, was aus ihm geworden ist. Man sagte mir, dass seine Familie meine Daten bekommen hat, aber es hat sich nie jemand gemeldet.“ Ihrer Hilfsbereitschaft tut derlei mangelnde Wertschätzung aber keinen Abbruch. „Ich würde immer wieder so handeln. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich heute hier stehen und diesen Preis entgegennehmen kann!“

Weltcup Antalya: Compound-Frauenteam glänzt mit Bronze

Der Aufwärtstrend bei den deutschen Compound-Schützen hält an und hat sich beim Weltcup in Antalya/TUR (9. bis 14. Juni) in einer überraschenden Bronzemedaille manifestiert: Katharina Raab, Marie Marquardt und Jennifer Walter gewannen im Team die Bronzemedaille. Auch das Recurve-Mixedteam Katharina Bauer & Moritz Wieser kämpft um Bronze, dagegen mussten sich die Recurve-Teams jeweils mit Rang sechs begnügen.

DOSB zeigt Interesse an Ausrichtung der Europaspiele 2031

Nach Gesprächen mit den European Olympic Committees (EOC) hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sein grundsätzliches Interesse an der Ausrichtung der European Games 2031 bekundet. Dazu wurde fristgerecht zum 31. Mai ein „Letter of Interest“ eingereicht, der den Aussteller an keinerlei Verpflichtungen bindet. Eine Festlegung auf eine mögliche Ausrichterstadt ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht angedacht. Die Entscheidung über die Vergabe der Europaspiele für 2031 soll im zweiten Quartal 2027 fallen, geplant ist die Übergabe der Ausrichterfahne bei der vierten Auflage der European Games im Juni 2027 in Istanbul. Für den DOSB wäre die Ausrichtung mit Blick auf die Nationale Strategie Sportgroßveranstaltungen interessant, weil sie sich gut in die Perlenkette mit dem Ziel der Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele in Deutschland im Zeitraum 2036 bis 2044 einreihen würde. Die Priorität des DOSB liegt in den kommenden Monaten aber auf der Auswahl des nationalen Kandidaten, die auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden getroffen wird.

Die Europaspiele wurden als Kontinentalwettbewerb im Jahr 2015 und damit deutlich später etabliert als die vergleichbaren Formate Asian Games, African Games, Pan American Games und Pacific Games, die zwischen 1950 und 1965 entstanden. Die Premiere fand in Aserbaidschans Hauptstadt Baku statt, 2019 war Minsk (Belarus) Ausrichter, vier Jahre später war die bisherige Rekordzahl von knapp 6.900 Athlet*innen in Krakau (Polen) zu Gast. Die sportliche Wertigkeit der Veranstaltung hat sich von Ausgabe zu Ausgabe erhöht. In Istanbul sind 26 Sportarten im Programm, 22 davon olympisch. In 21 dieser 22 Sportarten werden Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vergeben, was ein qualitativ hochwertiges Teilnahmefeld nach sich ziehen dürfte.

Junioren-WM Suhl: Der Zeitplan mit allen Finals

Am 17. Juni wird die Junioren-WM in Suhl um 18.30 Uhr mit einer Feier auf dem Marktplatz eröffnet. Einen Tag später beginnen die Wettkämpfe und ab 14.00 Uhr wird mit dem Finale der Luftpistolen-Juniorinnen bereits die erste Weltmeisterin gekürt. Alle 15 Finals in den olympischen Disziplinen mit Flinte, Gewehr und Pistole, die live bei Sporteurope.TV gestreamt werden, beginnen stets 30 Minuten vorher mit der Vorstellung und Vorbereitungszeit der Athletinnen und Athleten. Zuschauer sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

DSJ: Vorfreude auf „Faszination Lichtschießen“ in Suhl

Am 20. Juni 2026 veranstaltet die Deutsche SchützenJugend erneut den Wettbewerb „Faszination Lichtschießen“ im Schießsportzentrum Suhl. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaft im Sportschießen statt, bei der 70 Verbände aus 66 Nationen mit über 800 Athletinnen und Athleten in über 1.500 Starts vertreten sind. Für „Faszination Lichtschießen“ werden mehr als 140 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren erwartet.

Junioren-WM Suhl: "Wir wollen Spaß haben!"

Die 21 Jahre junge Aileen Pitschke (Erfurt, Pistole) und die 20-jährige Xenia Mund (München, Gewehr) sind ambitionierte Kadermitglieder des deutschen Teams bei der Junioren-WM in Suhl (17. bis 26. Juni). Kurz vor Beginn der WM äußern sie sich zur abschließenden Vorbereitung, zur Gegnerschaft und zu ihrem Ziel.

„Hitze ist längst kein reines Outdoor-Thema mehr“

DOSB: Liebe Miranda, du bist professionelle Badmintonspielerin und Teil der Nationalmannschaft. Neben deiner sportlichen Karriere engagierst du dich auch für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sport.

Miranda Wilson: Ja, neben dem Leistungssport engagiere ich mich seit vielen Jahren für Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sport. 2021 habe ich gemeinsam mit meinem damaligen Trainingspartner Kai Schäfer die Organisation BadmintONEarth gegründet, denn mir ist es wichtig, meine Stimme als Athletin aktiv für Themen zu nutzen, die für unsere Gesellschaft und den Sport essenziell sind - gerade mit Blick auf zukünftige Generationen. 

Wenn über Hitze im Sport gesprochen wird, stehen meist Sportarten im Freien im Fokus. Welche Bedeutung hat das Thema inzwischen generell für den Leistungs- und Spitzensport? 

Hitze ist längst kein reines Outdoor-Thema mehr. Auch im Leistungs- und Spitzensport spielt sie eine immer größere Rolle, weil sich Trainings- und Wettkampfbedingungen deutlich verändern. In heißen Hallen steigt die körperliche Belastung, die Regeneration zwischen intensiven Einheiten wird anspruchsvoller und das Verletzungsrisiko kann dadurch zunehmen. Deshalb gehört der bewusste Umgang mit Hitze heute fest zur professionellen Trainingssteuerung in allen Sportarten. 

Inwiefern erleben Badmintonspieler*innen die Auswirkungen von Hitze bei Training und Wettkämpfen? 

Auch im Badminton merken wir die Auswirkungen deutlich, vor allem bei Turnieren in den Sommermonaten oder in wärmeren Regionen wie Süd- und Ostasien. Hallen ohne Klimatisierung können sich stark aufheizen, die Luft steht oft und Spiele werden dadurch noch intensiver. Zusätzlich verändern sich die Flugeigenschaften des Federballs je nach Temperatur, was eine taktische Anpassung des Spiels erfordert. In großen, klimatisierten Arenen (häufig in Asien) kommt noch hinzu, dass Luftbewegungen einen sogenannten „Drift“ erzeugen, der das Spiel taktisch komplett verändern kann. 

Welche speziellen Herausforderungen bringt Hitze in einer Hallensportart wie Badminton mit sich? 

Viele unterschätzen, dass Hallensportarten wie Badminton ebenfalls stark von Hitze betroffen sind. Oft fehlt die Luftzirkulation, und die Wärme bleibt in der Halle „stehen“. Gleichzeitig erfordert Badminton als schnellster Rückschlagsport ein hohes Maß an Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit, was dadurch auch den Kreislauf stark belastet. In einem Wettkampf wird Hitze somit schnell zu einem entscheidenden Leistungsfaktor.